Finanzierung Universität Basel
16.06.2026 BRIEFELeere Worte
Zum Artikel «Wer soll die Uni Basel finanzieren?» in der «Volksstimme» vom 9. Juni, Seite 7
Am 4. Juni fand in der Oberen Fabrik in Sissach ein Podium zur Finanzierung der Universität Basel statt. Gerne hätte ich als ...
Leere Worte
Zum Artikel «Wer soll die Uni Basel finanzieren?» in der «Volksstimme» vom 9. Juni, Seite 7
Am 4. Juni fand in der Oberen Fabrik in Sissach ein Podium zur Finanzierung der Universität Basel statt. Gerne hätte ich als Vertreter der federführenden Gemeinde der thematisch passenden «Uni-Finanzierungs-Initiative» teilgenommen. Diese Initiative will bekanntlich, dass sich die übrigen Kantone mit Studierenden an der Universität Basel endlich finanziell fair beteiligen. Zu diesem Zweck wäre ein neuer Vertrag mit allen Kantonen zu schliessen, und der alte wäre notwendigerweise zu kündigen. Der Universität entginge dadurch kein roter Rappen, aber der Kanton Baselland würde damit jährlich um rund 70 Millionen Franken entlastet.
Zeitgleich mit dem Podium fand unsere Einwohnergemeindeversammlung statt, an der wir die Folgeinitiative «Baselland finanziert die Universität Basel gleich wie andere Kantone (IUV-Initiative)» lancierten, weil der Landrat die erste Initiative für teilungültig erklärt hat. Als ich in der «Volksstimme» den Bericht zur Podiumsdiskussion las, wurde mir schnell klar, dass meine Zeit besser in die Leitung unserer Gemeindeversammlung investiert war. Die Voten der Podiumsteilnehmenden waren weitgehend Ausdruck von Ratlosigkeit und Defaitismus.
SVP-Parteipräsident Riebli sagte, die Kündigung des Uni-Vertrag diene als Druckmittel und Ultima Ratio, wenn sich an der Situation nichts ändere. Allerdings hat sich an der Situation seit fast 20 Jahren nichts Wesentliches geändert. Ich frage mich deshalb, wann «Ultima Ratio» endlich erreicht sein wird. Bildungsdirektor Markus Eigenmann gab zu Protokoll, die beiden Basel müssten sich bemühen, eine gerechte, gesamtschweizerische Lösung zu finden. Dies ist eine uralte, mehrfach aufgewärmte, aber völlig leere Phrase, die uns in ähnlicher Form schon sein Parteikollege, der ehemalige Baselbieter Finanzdirektor Adrian Ballmer, vor der Volksabstimmung zum Uni-Vertrag aufgetischt hatte. Passiert ist seither: Nichts.
Und zu guter Letzt wird Uni-Rektorin Schenker-Wicki mit einem beinahe rührselig anmutenden Plädoyer zitiert: «Ich finde, das Baselbiet gehört genauso wie Basel-Stadt zur Universität und die Universität gehört auch zu euch!» Was sie meinte: Lassen wir doch alles beim Alten – dass dies den Kanton Baselland jedes Jahr Unsummen kostet, ist mir egal.
Thomas Zumbrunn, Gemeindepräsident Rünenberg
