Fest für den zarten Täufling
28.01.2025 Bezirk SissachDie neue Kirchgemeinde Schafmatt-Wisenberg hat eine erste Bewährungsprobe mit Bravour bestanden. Am gemeinsamen Gottesdienst mit Gläubigen aus allen politischen Gemeinden wurde die neue Kirchenpflege in ihr Amt eingesetzt.
Otto Graf
Das Zusammenwachsen ...
Die neue Kirchgemeinde Schafmatt-Wisenberg hat eine erste Bewährungsprobe mit Bravour bestanden. Am gemeinsamen Gottesdienst mit Gläubigen aus allen politischen Gemeinden wurde die neue Kirchenpflege in ihr Amt eingesetzt.
Otto Graf
Das Zusammenwachsen der drei bisher selbstständigen Kirchgemeinden Kilchberg-Rünenberg-Zeglingen, Oltingen-Wenslingen-Anwil sowie Rothenfluh mit dem solothurnischen Kienberg zur neuen Kirchgemeinde Schafmatt-Wisenberg (Schawi) schreitet weiter voran. Am Sonntag erlebte sie als ersten Grossanlass in der Kirche St. Martin in Kilchberg die Feuertaufe.
Das Pfarrteam mit Gabriella Schneider, Andreas Marti und Rainer Grabowski konnte im gut gefüllten Gotteshaus Gläubige aus allen acht politischen Gemeinden Anwil, Kienberg, Kilchberg, Oltingen, Rothenfluh, Rünenberg, Wenslingen und Zeglingen sowie zahlreiche Gäste begrüssen. Organistin Erzsèbet Achim und Ilona Kocsis-Näf an der Querflöte begleiteten den Gottesdienst musikalisch.
Die aus Brienz stammende Pfarrerin Gabriella Schneider, die mit ihrer Familie in Wenslingen wohnt, bezeichnete das neue Gebilde als zarten Täufling. Tatsächlich ist die fusionierte Kirchgemeinde erst seit dem 1. Januar 2025 operativ. Schon jetzt kann sie eine Reihe von Erfolgen vorweisen. So steht der Gottesdienstplan bereits bis Ende dieses Jahres. Das bedeutet, dass jeden Sonntag in mindestens einer der Kirchen in Kilchberg, Oltingen oder Rothenfluh ein Gottesdienst stattfinden wird.
Die Reformierten von Kienberg bleiben durch einen Pastorationsvertrag mit dem Baselbiet verbunden und haben hier ihren Heimathafen. Sie geniessen auch Gastrecht in der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Und in allen Gemeinden stehen Räumlichkeiten für die Weiterführung der zahlreichen kirchlichen und ausserkirchlichen Aktivitäten zur Verfügung.
Aufbruch zu neuen Ufern
Sowohl das Lied «All Morgen ist ganz frisch und neu» als auch der Inhalt der kurzen Predigt mit einem Vers aus dem Markus-Evangelium, in dem ein Boot auf der Überfahrt mit Jesus an Bord in Seenot gerät und unterzugehen droht, symbolisierten den Aufbruch zu neuen Ufern. Auch 2000 Jahre nach dem biblischen Text sei die Frage heute noch aktuell: «Kann das gut gehen?»
Es gibt Zweifel, ob die Pfarrei mit den vielen Neuerungen den Erwartungen gerecht werden kann. Diese, so der Pfarrer, werde wohl noch einige Stürme in Form eines «Gschtürms» durchstehen müssen. «Gschtürm» gehöre einfach zum Leben, auch in der Kirche. Ausserdem, so der Pfarrer weiter, seien die meisten Stürme gedanklicher Natur. Zudem gebe es bei den stärksten Stürmen in der Mitte ein Auge, in dem es windstill und ruhig sei. Seenot sei auch in Zukunft nicht zu erwarten. Die eigens eingesetzte Arbeitsgruppe und der Steuerungsausschuss haben sich im Vorfeld intensiv mit allen aufkommenden Fragen an die neue Gemeinde auseinandergesetzt.
Neu ist auch die siebenköpfige Kirchenpflege, die am Sonntag offiziell in ihr Amt eingeführt wurde. Ueli Gisi, Wenslingen, Präsident der Behörde, dankte allen Gremien und Personen, die beim Aufbau des neuen Gebildes mitgewirkt haben. Erfreulicherweise haben sich alle Organistinnen und Organisten bereit erklärt, weiterzumachen. Auch die Teams der Sigristinnen und Sigristen sowie der weiteren Mitarbeitenden seien komplett. Monika Werthmüller, Rothenfluh, vertritt die Körperschaft in der Synode. Seitens des Kirchenrats überbrachte Cornelia Hof-Sippl eine Grussbotschaft ins Oberbaselbiet.
Neu gestaltet ist auch die Website der Kirchgemeinde. Unter www.schafmatt-wisenberg.ch finden Interessierte mit wenigen Klicks alle Informationen über das kirchliche Angebot an Veranstaltungen, Dienstleistungen und weiteren Aktivitäten. Auch wer der Kirche eher passiv gegenübersteht, findet auf dieser Website viel Wissenswertes.
Abgerundet wurde der Anlass mit einem Apéro in der Pfarrscheune. Hier konnten sich die Anwesenden austauschen und sich (noch) besser kennenlernen.

