FDP zeigt Jermann kalte Schulter
20.10.2026 BaselbietFreisinnige Parteileitung will Zweierticket mit Eigenmann und Frey
Zum wiederholten Mal wollte die Buusner Gemeindepräsidentin und Landrätin Nadine Jermann für den Regierungsrat kandidieren. Doch die Parteileitung der FDP schlägt der Basis statt ihr die ...
Freisinnige Parteileitung will Zweierticket mit Eigenmann und Frey
Zum wiederholten Mal wollte die Buusner Gemeindepräsidentin und Landrätin Nadine Jermann für den Regierungsrat kandidieren. Doch die Parteileitung der FDP schlägt der Basis statt ihr die Unterbaselbieterin Christine Frey vor.
Peter Sennhauser
Auch der Freisinn schielt nach dem angekündigten Rückzug von Finanzdirektor Anton Lauber («Mitte») nach dessen Regierungssitz: Zu den Gesamterneuerungswahlen 2027 will die FDP mit einem Zweierticket antreten. Eine Frau soll dem als Nachfolger von Monica Gschwind gewählten Markus Eigenmann sekundieren. Nun ist klar: Diese Frau heisst Christine Frey, ist 59 Jahre alt und Landrätin aus Münchenstein. Die Unternehmerin gilt als wirtschaftskammer-nah und geniesst laut Medienberichten nicht zuletzt viele Sympathien in SVP-Kreisen. Trotzdem gelten ihre Wahlchancen als bescheiden.
Auf die Frage, ob sie als Frau nicht möglicherweise dem eigenen Kandidaten Eigenmann Konkurrenz mache, gab sie dem SRF-«Regionaljournal» zur Antwort, ihre Kandidatur sei als Unterstützung für Eigenmann und als Anspruch auf einen zweiten Sitz für die FDP gedacht. Auch die Parteileitung gibt jeder Kandidatur eine klare Aufgabe. Sie schreibt im Communiqué: «Mit dieser Doppelkandidatur will die FDP den Sitz von Markus Eigenmann verteidigen und mit Christine Frey einen zweiten Sitz im Regierungsrat gewinnen.» Eine angemessene Vertretung der Frauen gehöre zum Anspruch der FDP, und «mit der Kandidatur von Christine Frey leistet sie dazu einen konkreten Beitrag».
Leer geht damit die Buusner Gemeindepräsidentin und Landrätin Nadine Jermann aus, die sich schon bei der Ersatzwahl für Monica Gschwind vor etwas mehr als einem Jahr zur Verfügung gestellt hatte. Sie wurde damals von der Parteileitung dem Parteitag vorgeschlagen, unterlag aber Eigenmann knapp. Jetzt zeigt ihr die FDP-Führung noch vor der offiziellen Kandidatenkür am 22. Oktober die kalte Schulter. Die «Volksstimme» erreichte Jermann vor Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme.
Radicant schadet ihr
Grund dafür, dass Jermann diesmal übergangen wurde, könnte sein, dass sie während des Radicant-Abenteuers der Kantonalbank im Bankrat sass – und dass SVP-Präsident Peter Riebli sie deswegen für nicht wählbar erklärt haben soll. Rieblis Wort hat für die FDP Gewicht: Wenn man sich auf bürgerlicher Seite als Konkurrenz zur «Mitte» positioniert, kann man nicht auf die Unterstützung der SVP verzichten.Ob die Schweizer Volkspartei nach ihrer Rückkehr in die Regierung mit Matthias Liechti ihrerseits mit einem Zweierticket antreten wird, bleibt abzuwarten. Wer von den drei offiziellen Kandidaten der «Mitte» schliesslich aufgestellt wird und ob allenfalls dort auch noch eine Frau aufs Ticket rutscht, wie sich das «Mitte»- Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter wünschen würde (siehe «Volksstimme» vom Freitag), wird bereits morgen Mittwoch am Parteitag entschieden.
SP: Kirchmayr und Brunner verzichten
sep. Bei den Sozialdemokraten ist es bis Ablauf der Meldefrist zu zwei Absagen für die Regierungsratswahl gekommen. Der Aescher Landrat Jan Kirchmayr hat, ebenso wie der Muttenzer Roman Brunner, seinen Verzicht auf eine Kandidatur verkündet. Damit stehen den SP-Delegierten am Parteitag im November die Liestaler Stadträtin und Landrätin Pascale Meschberger und der Münchensteiner Landrat und Fraktionschef Adil Koller zur Wahl. Sie würden die Kandidatur von SP-Regierungsrätin Kathrin Schweizer ergänzen.

