Ein so trockener, heisser Sommer macht zuerst einmal hilflos und stumm. Es war über Wochen nicht möglich, sich beliebig lange draussen aufzuhalten. Im Privatgarten Gemüse anbauen? Das war nur beschränkt möglich, und auch nur dank Dachwassersammlung. Sehr harte Zeiten ...
Ein so trockener, heisser Sommer macht zuerst einmal hilflos und stumm. Es war über Wochen nicht möglich, sich beliebig lange draussen aufzuhalten. Im Privatgarten Gemüse anbauen? Das war nur beschränkt möglich, und auch nur dank Dachwassersammlung. Sehr harte Zeiten für Menschen, die draussen arbeiten müssen. Traurig für Bauern, Fischer und Förster, zuzusehen, wie alles verdorrt und kaputtgeht.
Es wird jetzt viel von Klimaanpassungen geschrieben. Die Ursachen anzugehen ist scheinbar weiterhin für die Politik und einen Grossteil der Bevölkerung kein Thema. Dabei hätten wir so einiges in der Hand: Verzicht auf Kurztripps mit dem Flieger, in Europa nach Möglichkeit nur mit dem Zug reisen, Auto teilen oder umsteigen auf Velo und öV.
Bei der Ernährung denke ich an die aktuell hängenden Plakate: «Nein zum Veganzwang.» Ich möchte umgekehrt schreiben: «Weg vom Fleischzwang.» Ist es noch zu verantworten, dass die Fleischproduktion so hoch subventioniert wird und wir so viel Land im Mittelland für den Tierfutteranbau verwenden? Die Werbung setzt auf Fleisch, alles andere ist «Beilage». Dabei müsste es genau umgekehrt sein.
Auch wenn wir für die Ernährungsinitiative wahrscheinlich keine Mehrheit bekommen: Ich werde nach diesem Sommer ein Ja in die Urne werfen. Den Titel «fairändern» habe ich übrigens vor dem Claroladen gelesen.
Donat Oberson, Böckten