«Euer Einsatz ist nicht selbst verständlich»
30.04.2024 GelterkindenLandratspräsident dankt Feuerwehrleuten an Verbandstreffen
Am Samstag fand in Gelterkinden die Jahresversammlung des Feuerwehrverbands beider Basel statt. Alle Traktanden inklusive der defizitären Jahresrechnung 2023 wurden einstimmig genehmigt. Zwei langjährige ...
Landratspräsident dankt Feuerwehrleuten an Verbandstreffen
Am Samstag fand in Gelterkinden die Jahresversammlung des Feuerwehrverbands beider Basel statt. Alle Traktanden inklusive der defizitären Jahresrechnung 2023 wurden einstimmig genehmigt. Zwei langjährige Funktionäre, darunter der Gelterkinder Adrian Schärer, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Paul Aenishänslin und Janis Erne
Fast 10 000 Mal ist die Feuerwehr in den beiden Basel im vergangenen Jahr ausgerückt. So auch am Freitagabend, nachdem im Gebiet Schweizerhalle bei der Chemiefirma Cabb eine unbestimmte Menge Acetylchlorid ausgetreten war.
Am Tag darauf konnte Dominik Straumann, Präsident des Feuerwehrverbands beider Basel, in Gelterkinden 102 Delegierte bei einer Anwesenheit von insgesamt 211 Personen, darunter viel Politprominenz, zur Delegiertenversammlung begrüssen.
Wie gewohnt, stimmten sich die Anwesenden mit dem Basler Marsch und dem Baselbieterlied gesanglich auf die Versammlung ein. Anschliessend kam es zu einer Schweigeminute für Mitglieder des Verbands, die im vergangenen Jahr verstorben sind. Der Musikverein Gelterkinden sorgte für die musikalische Umrahmung.
Nach einer Begrüssungsrede durch den Gelterkinder Gemeindepräsidenten Peter Gröflin (EVP), konnte Präsident Straumann die Traktandenliste in Angriff nehmen. Zuerst kam es zur Genehmigung von sechs Jahresberichten, die alle schriftlich vorlagen. Sie wurden einstimmig genehmigt, wie alle weiteren Traktandenpunkte.
Kassier Daniel Spiess durfte die Jahresrechnung präsentieren. Im Jahr 2023 resultierte ein Verlust von rund 16 700 Franken. Das Verbandsvermögen betrug Ende vergangenen Jahres immer noch rund 124 500 Franken. Vorstandsmitglied Daniel Spiess sagte, dass sich die Zahlen «wie geplant» entwickeln.
Hilfsfristen als Herausforderung
Landratspräsident Pascal Ryf («Mitte») überbrachte die Grüsse des Baselbieter Parlaments. In seiner eloquenten Rede zitierte der ehemalige Feuerwehroffizier das Feuerwehrreglement der Gemeinde Oberwil aus dem Jahr 1906, in dem vom «edlen Dienst» der Feuerwehr «an die Gemeinschaft» die Rede ist. Obschon in altertümlicher Sprache gefasst, sei dieses Reglement auch heute noch höchst aktuell, so Ryf. Er dankte allen Feuerwehrleuten: «Es ist nicht selbstverständlich, dass ihr euch Tag und Nacht für die Sicherheit der Bevölkerung einsetzt.»
Regierungsrätin Stefanie Eymann (LDP) überbrachte die Grüsse der Basler Regierung. Sie sagte, dass die Feuerwehr immer mehr Einsätze leisten müsse. Gleichzeitig werde es aufgrund von ergriffenen Verkehrsberuhigungsmassnahmen und Baustellen immer schwieriger, die Hilfsfristen einzuhalten. In dieser Beziehung seien Lösungen zu finden, im Dialog unter allen Beteiligten, so Eymann. «Zudem müssen wir das Milizsystem hochhalten», betonte die Vorsteherin des Basler Sicherheitsdepartements.
Im Weiteren kam es zur Verabschiedung des Budgets 2025, das mit einer schwarzen Null abschliessen sollte. Die Jahresbeiträge, die auf das Jahr 2024 hin erhöht wurden, bleiben unverändert. Unter dem Traktandum Mutationen berichtete der Präsident, dass dem Verband per Ende vergangen Jahres 55 Feuerwehren mit einem Bestand von 2855 Aktiven angehört haben. Erfreulich: 404 davon sind Frauen – so viele wie noch nie.
Mehr Respekt für Einsatzkräfte
Im Vorstand des Feuerwehrverbands beider Basel kommt es zu drei Wechseln. Der Rickenbacher Andreas Geu übernimmt das Ressort Ausbildung von Dominik Straumann, der dies in den vergangenen Monaten ad interim geleitet hat. Dominik Müller, Vizekommandant der Feuerwehr Homburg, folgt im Ressort Feuerwehren auf den Gelterkinder Adrian Schärer. Schärer ist seit 2010 Vorstandsmitglied und hat sich stark für die Jugendfeuerwehr eingesetzt. Ihm wurde unter Standing Ovations die Ehrenmitgliedschaft verliehen, wie auch Martin Vogler aus Kaiseraugst. Die Nachfolgerin von Thomas Marcandi (Ressort Projekte/Anlässe), der im kommenden Jahr aus dem Vorstand ausscheidet, heisst Talina Zeugin. Sie ist angehende Anwältin. Unter den Geehrten befand sich Hanspeter Mundwiler, er war von 2010 bis 2023 stellvertretender Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Sissach.
Oberst Werner Stampfli, Feuerwehr-Inspektor Baselland, durfte anschliessend das Wort ergreifen. Er zeigte sich dankbar, dass in den beiden Basel die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Politik gut funktioniere. Die Feuerwehren in den beiden Kantonen seien personell und ausrüstungsmässig sehr gut für ihre Aufgaben gerüstet. In seinen weiteren Ausführungen ging er auf den Begriff «Respekt» ein, der auch für die Feuerwehr in verschiedener Beziehung von zentraler Bedeutung sei. Auch wenn es beim Respekt in der Gesellschaft Erosionserscheinungen gebe, sei dieser weiter hochzuhalten, gerade in Bezug auf Einsatzkräfte, so Stampfli.
Der abtretende Direktor der Gebäudeversicherung Basel-Stadt, Peter Blumer, der 21 Jahre im Amt gewesen ist, bedankte sich zum Abschied für die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Basel. Die Feuerwehren und die Gebäudeversicherungen seien auf gegenseitige Zusammenarbeit angewiesen, sagte er.
Das zeigte sich am Freitagabend beim Einsatz in Pratteln. Mehr als 200 Einsatzkräfte verschiedener Ereignisdienste standen im Einsatz. Spät in der Nacht konnte die Polizei Entwarnung geben, es bestand trotz Stoffaustritt keine Gefahr für die Bevölkerung.