Gartentipp | Es ist die Zeit der Frühblüher, des Staudenschnitts und der erwachenden Kleinlebewesen
Es riecht nach Frühling! Die Tage werden länger, langsam kehrt das Licht zurück, die Vögel singen und die Hummeln summen.
Es ist die ...
Gartentipp | Es ist die Zeit der Frühblüher, des Staudenschnitts und der erwachenden Kleinlebewesen
Es riecht nach Frühling! Die Tage werden länger, langsam kehrt das Licht zurück, die Vögel singen und die Hummeln summen.
Es ist die Zeit der Frühblüher. Im Garten begrüssen uns Schneeglöckchen und Winterlinge – sie gehören zu den allerersten Frühlingsboten. Über die Wiese tanzen elfengleich die Krokusse und am Heckenrand sind mit etwas Glück ein paar Leberblümchen zu entdecken. Letztere breiten sich nur langsam aus, da ihre Samen, wie die der Schneeglöckchen, des Lerchensporns und anderer Frühblüher, von Ameisen verteilt werden. Die Samen haben ein fetthaltiges, schmackhaftes Anhängsel, welches für die Ameisen unwiderstehlich ist. Diese tragen das sogenannte Elaiosom mitsamt dem Samen in ihren Bau, verspeisen dort das delikate Anhängsel und bugsieren dann den Samen, an dem sie nicht interessiert sind, wieder aus dem Nest und verbreiten ihn so.
An trockenen Tagen können wir jetzt erste Gartenarbeiten durchführen. Aber noch nicht im Beet, dafür ist der Boden viel zu nass. Solange die Erde am Werkzeug kleben bleibt, sollte der Boden nicht bearbeitet werden. Sonst leidet die Bodenstruktur, und das wertvolle Bodenleben wird zerstört. Wir können aber mit dem Rückschnitt der Stauden anfangen. Diese haben dem Garten im Winter Struktur gegeben und verschiedenen Insekten Unterschlupf gewährt. Genau diese Insekten schlafen aber noch, weshalb wir die Gräser und Stauden, die wir jetzt schneiden, nicht einfach kompostieren oder häckseln. Wir legen das Schnittgut vorerst im Garten auf Haufen, bis die Temperaturen milder werden und die Insekten Zeit hatten, auszuziehen. Gehen Sie die Aufräumarbeiten im Garten gemütlich an – der Vorfrühling darf gerne noch ein bisschen unordentlich sein.
Eine der ersten, die durch den Garten fliegt, ist die Hummel. Arbeiterhummeln und männliche Drohnen sterben im Herbst, aber die junge Königin ist direkt nach der Paarung im Hochsommer in die Winterruhe gegangen und hat die Zeit an gut geschützter Stelle im Boden verbracht.
Ab Februar, wenn das Thermometer über den Gefrierpunkt klettert, fliegt sie aus und sucht sich einen geeigneten Platz für ein neues Nest. Das kann in einem Mausloch, einer Totholzhecke, einem hohlen Baum oder einem ruhigen Komposthaufen sein. Je vielfältiger und natürlicher der Garten gestaltet ist, desto leichter findet die Hummel ein Wohnquartier und Baumaterial für den Nestbau. Ein vielfältiges Angebot an Frühblühern stellt sicher, dass die Hummel genug Nahrung findet.
In der Schweiz leben rund 40 verschiedene Hummelarten. Zusammen mit ihren Verwandten, den Wildbienen und den Honigbienen, sind sie unverzichtbar für die Bestäubung unserer Wild- und Kulturpflanzen.
Und wenn die Hummeln summen, ist der Frühling wirklich nicht mehr weit.
Meret Franke
Gartenkurse und Beratung: Meret Franke, Ebenrain – Zentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung garten.ebenrain@bl.ch
www.ebenrain.ch