Wasser und Schatten gegen Wärme
Die Auswirkungen des Klimawandels sind nicht nur für die Umwelt eine Belastung, sondern auch für sporttreibende Menschen. Beim Gelterkinder Waldlauf, der jeweils im Juni oder Juli stattfindet, sind die Verantwortlichen darauf vorbereitet.
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Wasser und Schatten gegen Wärme
Die Auswirkungen des Klimawandels sind nicht nur für die Umwelt eine Belastung, sondern auch für sporttreibende Menschen. Beim Gelterkinder Waldlauf, der jeweils im Juni oder Juli stattfindet, sind die Verantwortlichen darauf vorbereitet.
Timo Wüthrich
Auch wenn die 45. Austragung des Gelterkinder Waldlaufs am vergangenen Freitagabend nicht zu den wärmsten gehörte, schienen die Teilnehmenden dennoch froh, sich nach dem Zieleinlauf mit etwas Wasser erfrischen zu können. Denn trotz der Tatsache, dass ein grosser Teil der Strecke durch den Wald führte und die Bäume einen angenehmen Schatten spendeten, gab es Abschnitte, in denen die Läuferinnen und Läufer der Sonne ausgesetzt waren.
Bei Temperaturen um die 30 Grad und körperlicher Anstrengung kann es durchaus passieren, dass der Kreislauf versagt. Um bei medizinischen Zwischenfällen schnell reagieren zu können, trifft das Organisationskomitee jeweils verschiedene Vorkehrungen: «Auf dem Kurs befinden sich mehrere Streckenposten mit Helfenden, die eingreifen könnten, wenn es einer Läuferin oder einem Läufer nicht mehr gut gehen sollte», erklärte OK-Präsident Almin Ljubijankic im Gespräch mit der «Volksstimme» bei einem Augenschein vor Ort.
Die Helfer würden bei einem Zwischenfall Alarm schlagen, sodass sofort Massnahmen ergriffen werden könnten. «Die betroffene Person würde in den Zielbereich gebracht, wo sich ein Sanitätszelt befindet. Da bei uns im Turnverein mehrere Personen eine medizinische Ausbildung haben, könnte dort eine adäquate Behandlung erfolgen», so Ljubijankic weiter. «Hohe Temperaturen gehören zur Jahreszeit und wir müssen im Juni mit so heissen Tagen rechnen.»
Neben dem Sanitätszelt und den Streckenposten soll vor allem genügend Flüssigkeit für ein sicheres Rennen sorgen: «Wir empfehlen den Teilnehmenden stets, genügend zu trinken – vor allem auch über den ganzen Tag hinweg, da der Lauf ja erst am Abend stattfindet», sagt Manuel Bösiger, Mitglied des Organisationskomitees. Bei früheren Austragungen, bei denen es noch heisser war als am vergangenen Freitagabend, standen im Ziel Wassereimer mit Schwämmen, mit denen sich die Läuferinnen und Läufer abkühlen konnten.
Hohe Hürde für Absage
Der OK-Präsident ergänzt, dass vielmehr eine Folge der Hitze eine organisatorische Herausforderung sein würde: «Bei einem starken Gewitter stehen wir als Veranstaltende vor dem Problem, dass wir die Sicherheit nicht mehr garantieren könnten – denn im Wald kann es bei Gewittern bekanntlich sehr gefährlich werden.» Auch etwas schwächerer Regen bereite wenig Freude: Die Strecke werde für die Läuferinnen und Läufer ungemütlich, die Helfenden werden nass und bei schlechten Prognosen seien weniger Nachmeldungen am Renntag zu erwarten.
Bis anhin habe einzig das Coronavirus zu einer Absage geführt. «Es müsste viel passieren, damit wir uns dazu entscheiden, wegen starker Hitze oder einem heftigen Gewitter die Veranstaltung abzusagen», erklärt Ljubijankic – und berührt dabei lachend die hölzerne Tischplatte.
Am besten mit der Wärme am Freitagabend umgehen konnte der in Lausen wohnhafte Daan de Groot: Er absolvierte die etwas mehr als acht Kilometer lange Strecke in knapp unter 28 Minuten. Nur 9 Sekunden fehlten dem Niederländer, um den bereits 12 Jahre alten Rekord von-Anders Holmberg aus Schweden zu unterbieten.