Wir stehen vor einer grundsätzlichen Frage, denn die Waldgebiete sowie freie Landpartien werden immer stärker frequentiert. Nun geht es darum, Farbe zu bekennen, ob uns der Schutz unserer Pflanzen- und Tierwelt wirklich so wichtig ist, wie immer wieder – teils mit Nachdruck ...
Wir stehen vor einer grundsätzlichen Frage, denn die Waldgebiete sowie freie Landpartien werden immer stärker frequentiert. Nun geht es darum, Farbe zu bekennen, ob uns der Schutz unserer Pflanzen- und Tierwelt wirklich so wichtig ist, wie immer wieder – teils mit Nachdruck – gefordert wird. Als Sporttreibender, in vielen Sportarten zu Hause, habe ich Verständnis für die «Mountainbiker», sie sollen «ihren» Sport auch ausüben können, nur sind die Regeln scheinbar heute unbekannt, und einzelne Biker fahren rücksichtslos und verhalten sich unflätig, wenn es darum geht, ihre Fahrweise und die Routen zu thematisieren.
Nun soll ein «Netz» entstehen, welches das obere Baselbiet zum «Mekka» der Mountainbiker hochstilisiert? Dieses Vorhaben stösst bei mir auf wenig Verständnis, Konflikte werden zunehmen. Wenn damit erst noch der Tourismus gefördert werden soll, dann können wir die Bemühungen nach dem Erhalt respektive nach Vielfalt von Pflanzen und Wildtieren begraben. Unsere Waldgebiete sind schon intensiv belastet und werden während 24 Stunden benutzt. Dieser Entwicklung muss mit Mass und Verhältnismässigkeit sowie mit Verzicht begegnet werden. Schon in meinem Buch «172 Jahre für die Natur – Jagd im Kanton Baselland» habe ich die Forderung gestellt, dass nachts respektive bei Dunkelheit unseren Wäldern eine Schonung auferlegt werden sollte.
Im Gegenteil, es wird munter weiter geplant, ohne Rücksicht auf die Natur! Uns läuft die Zeit einmal mehr davon, rechtzeitig das Ruder in die Hand zu nehmen, damit unser Lebensraum «Wald» wieder seinem eigentlichen Zweck zugeführt werden kann, indem wir unsere Natur schonen und vor übermässigen Belastungen befreien. Attraktive Routen statt Wildwuchs, ergänzend mit Disziplin und auch Verzicht, könnten wirklich wegweisend für die Zukunft sein. Ob es uns gelingt, diesen Anforderungen gerecht zu werden, wage ich nach heutigem Stand zu bezweifeln, denn meine bisherigen Erfahrungen sind durchzogen.
Rolf Senn-Gasser, Liestal