Pflichten verlieren leider an Bedeutung
Die derzeitige Entwicklung beschäftigt mich – nicht nur in der Welt, sondern auch bei uns. Nach Jahrzehnten einer gewissen Stabilität spüre ich, dass sich etwas verändert. Besonders nachdenklich stimmt ...
Pflichten verlieren leider an Bedeutung
Die derzeitige Entwicklung beschäftigt mich – nicht nur in der Welt, sondern auch bei uns. Nach Jahrzehnten einer gewissen Stabilität spüre ich, dass sich etwas verändert. Besonders nachdenklich stimmt mich der Umgang mit Regeln, von denen ich überzeugt bin, dass sie eine Gesellschaft zusammenhalten. Heute stehen oft individuelle Rechte im Vordergrund, während Pflichten an Bedeutung verlieren.
Ein unscheinbares, zeitnahes Vorkommnis: Kürzlich rückten an einem Montagmorgen die Baumaschinen auf. Die Strasse wurde gesperrt, aufgebrochen und der Wasserschieber (dreiteilig) freigelegt. Am Dienstag liegt ein Flyer der Gemeinde Hölstein, Brunnmeister, im Briefkasten. Mitteilung: Wasserunterbruch, Mittwoch von 8 bis 17 Uhr. Zwei Hinweise auf die Wiederinbetriebnahme der Hausinstallation ergänzten den Text. Am besagten Mittwoch geschah absolut nichts. Am Samstag ein neuer Flyer im Briefkasten: Wasserunterbruch am kommenden Montag von 8 bis 17 Uhr. Hinweise auf Verhaltensweise vor und während des Unterbruchs ergänzten diese neue Mitteilung.
Fazit bezüglich Information: Der erste Flyer war in einem katastrophalen Deutsch verfasst und bezüglich zweiter Terminansage unvollständig. Im zweiten Flyer vermisse ich eine Erklärung für die Terminverschiebung. Kommen sie jetzt oder kommen sie später? Immerhin ist die Strasse während dieser Tage gesperrt. Es scheint sich hier um ein banales Ereignis zu handeln, aber es beweist mir wieder einmal, dass die Behörden mit den Leuten zu wenig kommunizieren. Wie sagte doch meine Grossmutter immer: «Ein guter Bauer spricht mit seinem Vieh.»
Peter Hertenstein, Hölstein