Eisig war es 2025 eher selten
06.01.2026 RünenbergOberbaselbieter Jahres-Wetterbilanz ohne neue Rekorde
Das Jahr 2025 war schweizweit das viertwärmste seit Messbeginn, wie Meteoschweiz mitteilt. Im Oberbaselbiet lagen die Temperaturen leicht näher bei der Norm: In Rünenberg wurde das fünftwärmste Jahr seit ...
Oberbaselbieter Jahres-Wetterbilanz ohne neue Rekorde
Das Jahr 2025 war schweizweit das viertwärmste seit Messbeginn, wie Meteoschweiz mitteilt. Im Oberbaselbiet lagen die Temperaturen leicht näher bei der Norm: In Rünenberg wurde das fünftwärmste Jahr seit Inbetriebnahme der Messstation 1982 registriert.
tho./sda. Seit einigen Jahren wertet Meteoschweiz jeweils Ende Jahr für die «Volksstimme» die Daten der automatischen Wetterstation in Rünenberg aus. Das Fazit für 2025: Der Trend zu immer höheren Temperaturen hat sich im Oberbaselbiet zumindest nicht weiter beschleunigt. Vergleichsweise warm war das Jahr gleichwohl: Mit einem Jahresmittel von 10,6 Grad ist 2025 in Rünenberg das fünftwärmste Jahr seit Messbeginn im Jahr 1982. Der Wert lag rund 1 Grad über der Referenzperiode 1991–2020.
Den bisherigen Rekord verzeichnete die Station im Jahr 2022 mit einem Jahresmittel von 11,4 Grad. 2023 folgte knapp dahinter mit 11,3 Grad. Ebenfalls leicht wärmer als 2025 waren 2020 (10,9 Grad) und 2024 (10,7 Grad).
Auffällig ist, dass 2025 in Rünenberg die durchschnittliche Temperatur in gleich zehn von zwölf Monaten über dem langjährigen Mittelwert lag – wenn auch häufig nur geringfügig. Besonders markant war allerdings der heisse Juni, der gleich um 3,7 Grad «zu warm» war.
Das Jahr startete zudem recht mild: Im Januar, März und April lagen die Temperaturen jeweils 1,6 Grad über der Norm, im Februar waren es 0,8 Grad. Eher zu kühl fielen lediglich der wechselhafte Juli (-0,4 Grad) sowie der nicht ganz so goldene Oktober (-0,2 Grad) aus.
Der höchste gemessene Wert wurde 2025 an der auf 611 Metern über Meer gelegenen Station in Rünenberg am 13. August mit 32,4 Grad registriert (der «ewige» Höchstwert aus dem Jahr 2003 liegt bei 36 Grad). Am tiefsten sank die Temperatur am 23. November auf -6,7 Grad (der Rekord mit -20 Grad stammt aus dem Jahr 1987).
Beim Niederschlag meldet Meteoschweiz für Rünenberg keine besonderen Auffälligkeiten. Insgesamt fielen 1038 Millimeter Regen, rund 7 Prozent mehr als im langjährigen Mittel, was als «nicht aussergewöhnlich» eingestuft wird. Von starken Niederschlagsereignissen blieb die Gemeinde verschont: Die höchste Tagesmenge wurde am 21. September mit 32,5 Millimetern gemessen.
Sehr bescheiden fiel 2025 im Oberbaselbiet die Schneebilanz aus. Hier greifen wir auf die Daten der manuellen Meteoschweiz-Messstation in Eptingen zurück. Mitte Februar lagen dort während drei Tagen maximal sechs Zentimeter Schnee, am 21. November gab es nochmals magere zwei Zentimeter – das wars dann auch schon. Im neuen Jahr zeigt sich Frau Holle bereits etwas grosszügiger: Seit dem 2. Januar des neuen Jahres liegen in Eptingen wieder rund sechs Zentimeter Schnee. Die Chancen, das Vorjahr bald schon zu übertreffen, stehen also gut.
Zurück nach Rünenberg: 2025 wurde das Dorf mit der blühenden Margerite im Gemeindewappen seinem sonnigen Ruf gerecht. Insgesamt wurden 1866 Sonnenstunden registriert – ein Wert, der zu den zehn höchsten seit Messbeginn zählt.
Die Schweizer Bilanz
Gesamtschweizerisch fiel 2025 deutlich zu warm aus. Landesweit gehörte das Jahr laut Meteoschweiz zu den vier wärmsten seit Messbeginn. Die Jahresmitteltemperatur lag 1,2 Grad über der Norm der Jahre 1991–2020.
Die Jahre 2022 bis 2024 waren noch wärmer und belegen die Ränge eins bis drei. Sie lagen 1,4 bis 1,6 Grad über der Norm, wie Meteoschweiz schreibt. Das landesweite Jahresmittel betrug 2025 rund 7,0 Grad Celsius. Gegenüber der vorindustriellen Zeit sei die Jahrestemperatur in der Schweiz damit um rund 3 Grad gestiegen. Am Messstandort Andermatt UR wurde mit rund 1,5 Grad über der Norm das wärmste Jahr seit Messbeginn registriert. An hoch gelegenen Stationen wie Grimsel, Grächen oder auf dem Säntis war es das zweitwärmste Jahr.
Milder Start, warmer Sommer
Das Jahr 2025 begann mit überdurchschnittlichen Temperaturen von Januar bis April. Der Winter 2024/25 erreichte Rang 9 der wärmsten Winter seit Messbeginn, begünstigt durch mehrere milde Phasen im Januar und Februar. Während der Januar sehr niederschlagsreich ausfiel, blieb der Februar vielerorts trocken, was regional zu einem schneearmen Winter führte – insbesondere in den Ostalpen.
Auch der Frühling war der viertwärmste seit Messbeginn. Trotz der Wärme kam es im März und April lokal zu markanten Schneefällen. Mitte April wurden im Wallis und im Berner Oberland teils neue Rekorde bei den 1-Tages-Neuschneesummen gemessen. Gleichzeitig herrschte von Februar bis April in Teilen der Schweiz eine ausgeprägte Trockenheit, vor allem in der Ostschweiz.
Der Sommer zählte zu den sieben wärmsten seit Messbeginn. Hauptverantwortlich war der zweitwärmste Juni mit drei Hitzewellen; zudem stieg die Nullgradgrenze auf einen neuen Rekordwert. Nach einem kühleren und sehr nassen Juli kehrte die Hitze im August zurück.
Die Herbstmonate bewegten sich temperaturmässig im Bereich des langjährigen Mittels. Der September war landesweit überdurchschnittlich nass. Oktober und November brachten im Norden und Westen mehr Niederschlag als üblich, während der Süden und inneralpine Gebiete eher trocken blieben. Der Dezember fiel erneut mild aus.
Über das gesamte Jahr betrachtet erreichten die Niederschlagssummen in der West- und Nordschweiz 95 bis 120 Prozent der Norm. In den Alpen und auf der Alpensüdseite lagen sie meist leicht darunter. Die Sonnenscheindauer bewegte sich im landesweiten Mittel im Bereich der Norm.




