Eine Win-win-Lösung
12.02.2026 LampenbergGemeindeverwaltung soll in jene von Hölstein integriert werden
und Hölstein wollen ihre Gemeindeverwaltungen zusammenlegen. Beide Behörden sehen wesentliche Vorteile eines Zusammengehens.
Elmar Gächter
Nach rund einem Jahr Vorarbeit ...
Gemeindeverwaltung soll in jene von Hölstein integriert werden
und Hölstein wollen ihre Gemeindeverwaltungen zusammenlegen. Beide Behörden sehen wesentliche Vorteile eines Zusammengehens.
Elmar Gächter
Nach rund einem Jahr Vorarbeit informierten die Behörden von Lampenberg und Hölstein die Bevölkerung über die geplante Zusammenlegung beider Verwaltungen. Wegen Krankheit und Kündigung der ehemaligen Gemeindeschreiberin sowie einer schwierigen Nachfolgelösung wandte sich der Gemeinderat Lampenberg Ende 2024 an Hölstein mit der Bitte, das Nachbardorf vorübergehend bei diversen Arbeiten zu unterstützen.
«Wir sind auf offene Türen und Ohren gestossen», sagte Gemeindepräsidentin Charlotte Gaugler am Anlass vom vergangenen Montagabend. Nach einer mehrmonatigen Testphase wollen beide Räte ihre Zusammenarbeit vertiefen und ihre Gemeindeverwaltungen zusammenlegen. Der von einer Arbeitsgruppe erarbeitete Vertrag, der zurzeit vom Kanton geprüft wird, soll von den Gemeindeversammlungen beider Dörfer im März genehmigt werden und bereits auf 1. April in Kraft treten.
Gemeinderat Stefan Thomann, Mitglied der Arbeitsgruppe, sagt, das Vorhaben sei nicht finanzpolitisch motiviert. Lampenberg habe zu wenig personelle Ressourcen in der Verwaltung und Schwierigkeiten, Personal zu finden. Die Zusammenlegung sei auch finanziell sinnvoll. «Wir sind jeden Budgetposten durchgegangen und rechnen mit einer Kosteneinsparung von rund 10 000 Franken pro Jahr.»
Er nannte Versicherungsgebühren, Anschaffung und Wartung von Software oder Dienstleistungen von Dritten. Es werde sichergestellt, dass alle gemeindespezifischen Kosten mit vertretbarem Aufwand den jeweiligen Gemeinden belastet werden. Es gebe keine Quersubventionierungen. Im Verlauf der Vertragsarbeit habe sich die Arbeitsgruppe unter anderem bei der gemeinsamen Verwaltung Känerkinden/Wittinsburg informiert.
Sparpotenzial und Synergien
Hölsteins Gemeindepräsidentin Andrea Heger sieht für Hölstein ebenfalls Sparpotenzial und Synergien. Doppelstrukturen könnten abgebaut und Verwaltungssysteme optimiert und vereinheitlicht werden. Eine grössere Verwaltung ermögliche Professionalisierung und ein höheres Qualifikationsniveau, zudem liessen sich Stellvertretungen über alle Bereiche besser sicherstellen. «Es kommen immer mehr und breitere Aufgaben auf uns zu, die sich gemeinsam effizienter und kostensparender lösen lassen.»
Das Verwaltungs- und Werkhofpersonal von Lampenberg wird künftig in Hölstein angestellt sein. «Lampenberg existiert unverändert weiter. Nur die Bearbeitung unserer Verwaltungsgeschäfte erfolgt künftig in Hölstein», so Charlotte Gaugler. Schalterstunden finden neu in Hölstein statt und Kehrichtmarken können künftig im Lebensmittelladen – der zugleich Poststelle ist – im Nachbardorf bezogen werden. In Zeiten von Online-Diensten seien Schalterstunden ohnehin weniger nachgefragt und Hölstein könne mit längeren Öffnungszeiten dienen.
Charlotte Gaugler sprach von einer Win-win-Lösung. Sie blickt wie die übrigen Mitglieder der Arbeitsgruppe optimistisch auf die beiden Gemeindeversammlungen im März. Sie lobt die bisherige Zusammenarbeit mit Hölstein, die seit sieben Jahren die Baugesuchsprüfung für Lampenberg durchführt. «Es läuft so reibungslos, dass uns das grosses Vertrauen auch für die weitergehende Zusammenarbeit gibt», hielt Gaugler fest.
Nimmt man die Meinungsäusserungen am Informationsanlass, der von rund 40 Interessierten besucht wurde, als Massstab, dürften dem Vertrag keine grösseren Hürden im Weg stehen. Verschiedene Anwesende gratulierten den Behörden zum Vorhaben. Opposition war keine spürbar. (Noch) kein Thema war ein politisches Zusammengehen beider Gemeinden, auch wenn ein Einwohner auf den demografischen Wandel mit immer mehr alten Menschen hinwies und als Folge längerfristig eine Gemeinde Waldenburgertal ins Spiel brachte.

