Herr Brodbeck, wie beurteilt der Bauernverband beider Basel das Resultat? 30 von 202 Betrieben überschreiten den Richtwert. Sind Sie alarmiert?
Marc Brodbeck: Natürlich. Wir sind aber froh, dass nicht mehr Verkehrsmilchbetriebe den momentanen Richtwert ...
Herr Brodbeck, wie beurteilt der Bauernverband beider Basel das Resultat? 30 von 202 Betrieben überschreiten den Richtwert. Sind Sie alarmiert?
Marc Brodbeck: Natürlich. Wir sind aber froh, dass nicht mehr Verkehrsmilchbetriebe den momentanen Richtwert überschritten haben.
Haben sich bereits Bauern bei Ihrem Verband gemeldet? Wenn ja, mit welchen Sorgen?
Ja, es haben sich einige besorgte Landwirte bei mir gemeldet. Keiner kann sich erklären, woher die hohe PFAS-Belastung auf seinem Betrieb kommt. Die Suche nach der PFAS-Herkunft wird sehr aufwendig sein und der psychische Druck ist enorm.
30 Betriebe liefern nun Milch ab, von der sie wissen, dass eine Belastung vorliegt. Das dürfte für die Landwirte kein gutes Gefühl sein. Was raten Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen?
Ich rate allen, die Ursache für den erhöhten Grenzwert auf dem Betrieb zu suchen. Das braucht allerdings Zeit, Geduld und Geld. Hier erwarten wir Hilfe von der Politik.
Was kann ein Milchbetrieb tun, wenn PFAS aus alten Belastungen wie der grossflächigen Klärschlamm- düngung stammen? Die Landwirte können ihr Land ja nicht umtauschen.
Nach dem heutigen Wissensstand kann ein Landwirt Klärschlamm ausgebracht haben und trotzdem nicht über dem Grenzwert sein. Entscheidend ist, was für Abwasser damals in die Kläranlage abgeleitet worden ist. Je weniger Industrie, desto tiefer ist vermutlich der PFAS-Wert. Vermutlich ist Klärschlamm nicht die einzige Quelle von PFAS. Wenn der Boden kontaminiert ist und der Messwert im Lebensmittel sehr hoch ist, wird es tatsächlich schwierig. Wir sprechen hier von der Frage der Existenzgrundlage. Das ist bitter.
Muss die öffentliche Hand den Landwirten bei allfälligen Sanierungen unter die Arme greifen?
Ja, hier erwarten wir ganz klar Unterstützung. Kein Betrieb hat in der Vergangenheit etwas Verbotenes oder Unzulässiges gemacht. Es sind noch viele Fragen offen betreffend Vorgehen und Finanzierung. Die Ursachenfindung und die Hoffnung, mit Massnahmen wieder im grünen Bereich zu sein, stehen zuoberst.
Was ist Ihre wichtigste Botschaft an Konsumentinnen und Konsumenten, die nun von PFAS in Baselbieter Milch lesen?
Bitte keine Panik. Die Milchproduzenten von beiden Basel möchten Teil der Lösung sein, das zeigt auch unser proaktives Handeln. Die PFAS-Belastung von Lebensmitteln ist ein gesellschaftliches Problem. Daher darf die Schuld nicht alleine auf die Bauern abgewälzt werden.
Interview tho.