Drei Sopranistinnen beschliessen die 43. Auflage der Baselbieter Konzerte
Drei junge Solistinnen, die sich zum Trio Cyrene zusammengeschlossen haben, begeisterten in der Liestaler Stadtkirche mit ihren Sopran-Stimmen das Publikum. Die 44. Ausgabe der «Baselbieter Konzerte» ...
Drei Sopranistinnen beschliessen die 43. Auflage der Baselbieter Konzerte
Drei junge Solistinnen, die sich zum Trio Cyrene zusammengeschlossen haben, begeisterten in der Liestaler Stadtkirche mit ihren Sopran-Stimmen das Publikum. Die 44. Ausgabe der «Baselbieter Konzerte» beginnt am 13. Oktober.
Jürg Gohl
«Die Welt so stille»: Mit dieser Liedzeile endet das sanfte Wiegenlied, das von Ilse Weber einst im Konzentrationslager Theresienstadt komponiert wurde; mit dieser Zeile endete auch der offizielle Teil des Konzerts mit den drei jungen Sopran-Sängerinnen Shira Patchornik, Hélène Walter und Sara Gouzy (Mezzosopran) vom Dienstagabend in der Liestaler Stadtkirche; und mit dieser Zeile endete auch die Saison 2025/26 der «Baselbieter Konzerte».
Doch die Entstehungsgeschichte und die getragene Melodie sorgten im Verbund für zu viel Melancholie, und so stimmten die drei Sängerinnen als Zugabe noch zu einem Trinklied an, bei dem sie nochmals alle Facetten ihres Könnens vorführen konnten, insbesondere die Präzision. Zunehmend angeheitert führt ihr Singen übers Lallen schliesslich zum Lachen, das auch auf das Publikum übergriff. Prost!
Komponist im Publikum
Bereits zuvor hatten sich die drei Sängerinnen, die in der Regel solo in namhaften Häusern auftreten und sich aus einem Jux heraus zum Trio Cyrene zusammenschlossen, durch Liedgut aus vier Jahrhunderten gesungen. Die in der Schweiz wohnhafte Französin Hélène Walter stach unter den drei ausgezeichneten Stimmen hervor, weil sie mit ihrer Mimik und Gestik auch noch schauspielerisches Talent bewies. Sie taten dies meist im Trio und manchmal solo, begleitet höchstens durch eine historische Laute (Elias Conrad). Einmal sogar spannte Sara Gouzy zu einem irischen Volkslied das Publikum ein, das sie begleitend den Grundton mitsummen liess. Mal wirkten Shira Patchornik, Hélène Walter und Sara Gouzy mit ihrer Tonlage im Wechselgesang wie schimpfende Spatzen, mal schmachteten sie «Amor». Eine weitere Überraschung hielten sie beim eigens für sie geschriebenen «Interrotto speranza» auf Lager, indem sie den Komponisten des Werks, Flavio Ferri Benedetti, begrüssten, der in der Stadtkirche zugegen war.
Damit fügt sich diese Schlussveranstaltung ausgezeichnet in die Reihe der «Baselbieter Konzerte» ein, die immer wieder mit einer Überraschung aufwarten. Als sich Michèle und Martin Raiser, die seit dieser Saison den organisierenden Verein führen, beim Publikum und bei den Unterstützern bedankten und danach für die nächste Saison warben, konnten sie bereits eine neue Veranstaltung ankündigen: einen Wettbewerb im Rahmen von «Vivacello» im nächsten April, bei dem das Publikum den Sieger bestimmt.
Die neue Saison der «Baselbieter Konzerte» – sie trägt die Nummer 44 und wartet mit insgesamt zehn Konzerten auf – wird aber traditioneller beginnen, als die alte endete. Dabei wird die Trompete, die in der Klassik eher ein Aussenseiterinstrument ist, im Mittelpunkt stehen: Am Dienstag, dem 13. Oktober, wird Simon Höfele in der Stadtkirche Liestal unter anderem mit Beethovens «Pastorale» aufwarten.