Ein Meilenstein fürs Berufsleben
25.06.2026 BaselbietEin Fest für mehr als 900 Absolventen
Für 905 junge Berufsleute aus dem Baselbiet endete gestern ein wichtiger Lebensabschnitt. An der Lehrabschlussfeier des Berufsbildungszentrums Baselland wurden die erfolgreichen Absolventen geehrt.
Anna Wegelin
...Ein Fest für mehr als 900 Absolventen
Für 905 junge Berufsleute aus dem Baselbiet endete gestern ein wichtiger Lebensabschnitt. An der Lehrabschlussfeier des Berufsbildungszentrums Baselland wurden die erfolgreichen Absolventen geehrt.
Anna Wegelin
Geschafft! Das erfolgreiche Abschliessen von Berufslehre und Berufsmaturität ist ein toller und wichtiger Moment. Man hat durchgehalten und bestanden, ob mit oder ohne Bravour. Was den qualifizierten Einstieg in die Arbeitswelt mit lebenslangem Lernen markiert, gehört tüchtig gefeiert im Bad der Menge und mit Glanz und Gloria. So geschehen gestern Vormittag in der riesigen Arena der St. Jakobshalle Basel in Münchenstein, die gut gefüllt war: Mehrere Tausend Menschen kamen zur Lehrabschlussfeier 2026 des kantonalen Berufsbildungszentrums Baselland (BBZ BL).
Familie und Freundeskreis, Berufsschullehrer und Berufsbildnerinnen sowie Persönlichkeiten aus Politik, Bildung und Wirtschaft beider Basel – alle nahmen sie am regionalen Grossanlass teil. Immer wieder applaudierte die aufgeräumte Festgemeinschaft kräftig während der zweistündigen Feier, durch die BBZ-Rektor Dominique Tellenberg souverän und mit viel Pep führte, um alle Lehrabsolventinnen und Lehrabsolventen «in die freie Wildbahn» zu entlassen.
Im Mittelpunkt standen Hunderte junger und einige etwas ältere Menschen, denen die Freude über das Erreichte teilweise ins Gesicht geschrieben stand. 905 Jugendliche und junge Erwachsene aus Baselland mit 40 Berufen – und ebenso vielen Staatsangehörigkeiten – haben ihre Grundausbildung auf Sekundarstufe II erfolgreich abgeschlossen.
Sie heissen Eggimann und Fedorenko, Coughlan und Kluczinski, Römpp und Degen, Sherifi und Thommen oder Raveendra und Lichtblau, haben einen Ausbildungsplatz in der Privatwirtschaft, in gemeinnützigen Organisationen oder bei der öffentlichen Hand in Baselland, Basel-Stadt und Solothurn. Sie sind qualifiziert für eine Tätigkeit in Haustechnik oder im Bereich Fahrzeuge, Ernährung oder Informatik, können Grüne Berufe oder MEM-Berufe in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie ausüben.
Gegen 700 oder über drei Viertel von ihnen haben nun das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ), 100 das kürzere Berufsattest EBA. Knapp über 100 Personen haben die Berufsmaturität (BM) während oder nach der Lehre geschafft. Die BM ist ein Eingangstor zum Arbeitsmarkt und öffnet den Zugang zum Bachelor-Studium an einer Fachhochschule.
Vier Videoporträts mit Lernenden des BZZ BL gaben kurze Einblicke in den Berufsalltag als Baumaschinenmechaniker und Mediamatikerin, Coiffeuse und Schreiner.
Die sexy und energiegeladenen Showeinlagen der jungen Frauen und Männer des Abschlusslehrgangs für Bühnentanz an der Musical Factory Luzern und ein sympathischer Auftritt von Aaron Jäggi aus Biel-Benken, der als «bester Hufschmied der Schweiz» die Berufsmeisterschaften Swiss Skills 2025 gewann und seine erste Lehre als Metallbauer am BZZ BL in einem Betrieb in Oberwil machte, sorgten für ein unterhaltsames und interessantes Programm. Dabei war auch zu erfahren, dass Jäggi kein Pferdefreak ist und seine Auszeichnung dank Durchhaltevermögen und einem super Lehrmeister erreichte. Jäggis Botschaft an die versammelten Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger: Alle machen Fehler, und aus Fehlern können wir lernen.
In seiner Ansprache fokussierte der BBZ-Rektor Tellenbach die «riesige Vielfalt» der versammelten Berufe und Nationalitäten, «so vielfältig und divers, wie die Arbeitswelt halt ist». «Sie sind ab heute Teil von etwas, das grösser ist als Sie selbst», fuhr er fort.
Vielfalt in der Arbeitswelt sei eine Stärke, sofern man sich als Teil einer Gemeinschaft begreife, so Tellenbach: «Was wir schaffen, können wir nicht alleine schaffen. Wenn Sie alle in Ihrer Verschiedenheit zusammenarbeiten, können wir etwas erreichen und uns entwickeln.»
Bestnote 5,7 bis 6
Der Leiter Allgemeinbildungsunterricht (ABU) und Sport am BBZ BL, Adrian Schlatter, würdigte vier herausragende Vertiefungsarbeiten – Himmelsliege, Lernmotor, Tisch und Gipfelsturm. Karin Vallone von der Handelskammer beider Basel überreichte die Annerkennungspreise.
Zum krönenden Schluss wurden die Rangbesten ihres Jahrgangs mit Note 5,3 und höher geehrt, weswegen die Spannung und das Thermometer spürbar stiegen. Bildungsdirektor und Regierungsrat Markus Eigenmann und die Leiterin Berufsbildung, Mittelschulen und Hochschulen der kantonalen Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion BL, Natalie Breitenstein, überreichten die Ausweise und dazu einen Schwimmsack an insgesamt 126 Rangbeste ihres Jahrgangs mit Note 5,3 und darüber. Zum Finale gab es Anerkennungspreise für die «absoluten Höhenflüge» mit der Note 5,7 bis zur Bestnote 6. Sie wurden überreicht von Nadine Minder vom Gewerbeverband Basel-Stadt, Frank Linhart vom Arbeitgeberverband Region Basel und Marc Scherrer, Landrat und stellvertretender Direktor der Wirtschaftskammer Baselland.

