Ein «Lift» als ideales Sprungbrett
06.03.2026 SissachSekundarschule fördert Jugendliche beim Übertritt ins Berufsleben
Seit rund 15 Jahren führt die Sekundarschule Sissach mit dem Jugendprojekt «Lift» Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Voraussetzungen in die Arbeitswelt ein oder in eine ...
Sekundarschule fördert Jugendliche beim Übertritt ins Berufsleben
Seit rund 15 Jahren führt die Sekundarschule Sissach mit dem Jugendprojekt «Lift» Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Voraussetzungen in die Arbeitswelt ein oder in eine zielgerichtete Anschlusslösung. Das schweizweite Integrationsprogramm ab der 7. Klasse ist überdurchschnittlich erfolgreich.
Sander van Riemsdijk
Eine oft gehörte Frage, welche sich Schülerinnen und Schüler im Verlauf ihrer Schulzeit an der Volksschule stellen, ist: Wohin wird sie der berufliche Weg führen? Dabei bekunden sie in ihrer Unsicherheit und Unschlüssigkeit Mühe, darauf eine abschliessende Antwort zu finden. Oder stellen sich die Sinnfrage des Schulunterrichts und lassen so die Motivation zum Lernen vermissen. Eine Vielzahl von schulischen Angeboten kann den Jugendlichen in ihrer beruflichen Entscheidungsfindung oder mit Motivationstipps Hilfe leisten. Eines dieser Angebote ist das schweizweite Jugendprojekt «Lift» – leistungsfähig durch individuelle Förderung und praktische Tätigkeit – an der Nahtstelle Volksschule und Berufsbildung.
Seit Beginn vor rund 15 Jahren wird dieses Projekt als eine der ersten Schulen im Kanton Baselland an der Sekundarschule Sissach geführt. Dies mit überdurchschnittlichem Erfolg. Zuerst von der Lehrerin Sandra Meyer, Fachperson für Berufliche Orientierung und Berufswegbereitung, später zusammen mit der Fachperson für Berufliche Orientierung, Christina Meier, als Modulverantwortliche.
Vom Projekt weiterhin überzeugt
«Mit dem Projekt werden für einen direkten Übertritt von der Volksschule in die Erwerbstätigkeit bessere Voraussetzungen geschaffen und den Jugendlichen eine weitere Möglichkeit der Berufsfindung angeboten», sagt Christina Meier. Die Schülerinnen und Schüler werden mit den Einführungs- und Begleitmodulen das ganze Projekt hindurch begleitet und unterstützt. Als Herzstück des Projekts werden die Jugendlichen mit je maximal acht Schülerinnen und Schülern in etwa zehn Einsätzen von wöchentlich zwei bis drei Stunden an sogenannten Wochenarbeitsplätzen in unterschiedlichen Betrieben in der Region intensiv und mit fachlicher Unterstützung auf den Übertritt in das Berufsleben vorbereitet. «So haben die Siebtklässler die Möglichkeit, erstmal einen Fuss in die Berufswelt zu setzen», sagt Meier.
Sie ist aufgrund von nachweisbaren Erfolgen von der Notwendigkeit des Projekts auch nach so vielen Jahren fest überzeugt. «Wir haben durchwegs nur positive Erfahrungen mit dem Projekt gemacht», sagt sie und fügt an: «Die Schülerinnen und Schüler sind voll motiviert, mitzumachen. Projektabbrüche haben wir nur selten erlebt.»
Positive Rückmeldungen kommen ebenfalls von den mitmachenden Betrieben und von den Eltern der Schülerinnen und Schüler, die an einem Elternabend über das Schulprojekt informiert werden. Um der Teilnahme am Projekt einen verbindlichen Charakter zu geben, müssen die Jugendlichen einen Vertrag unterschreiben. Nach Ablauf des Arbeitseinsatzes erhalten sie ein Arbeitszeugnis, das sie allfälligen Bewerbungen beilegen können. An den 35 bis 40 regionalen Wochenarbeitsplätzen als bedeutenden Eckpfeilern des Konzepts – meist handwerkliche Betriebe – sammeln die Schülerinnen und Schüler nicht nur wichtige und praktische Erfahrungen, sondern lernen mit Unterstützung der beiden Fachpersonen, einen Lebenslauf und Bewerbungen zu schreiben und sich in der Arbeitswelt verhaltensentsprechend zu präsentieren. «In ihrem jungen Alter von erst 13 Jahren eine grosse Herausforderung», findet Christina Meier.
Chance auch für die Betriebe
Der Erfolg des Schulprojekts – bei freiwilliger Teilnahme sind die Kurse immer voll besetzt – zeigt sich auch darin, wenn die Jugendlichen nach Schulabschluss aufgrund ihrer frü- heren Leistung am «Lift»-Wochenarbeitsplatz nicht selten eine Lehrstelle im gleichen Betrieb erhalten. Das Projekt bietet also auch den regionalen Betrieben die einmalige Gelegenheit, passende Auszubildende zu finden und auf diese Art aktiv dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
«Bei ‹Lift› liegt der Fokus nicht auf den schulischen Schwächen der Schülerinnen und Schüler, sondern auf der Stärkung ihrer Fähigkeiten und persönlichen Interessen», erklärt Sandra Meyer. Die Effektstärke auf die persönliche Entwicklung des Jugendlichen sei folglich bemerkenswert. «Es ist wie das Aufrichten der Persönlichkeit. Sie gewinnen an Selbstvertrauen», sagt Modulverantwortliche Christina Meier und schiebt nach: «Aufgrund der erlebten Erfahrungen am Wochenarbeitsplatz ist die Hemmschwelle, einen Betrieb anzurufen, bei der Arbeits- oder Lehrstellensuche viel tiefer als vorher.» Auf die Zukunft angesprochen, sagt Meier: «Das Projekt wird weiterhin ein fester Bestandteil unserer Schule sein. Wir fahren im gleichen erfolgreichen Stil weiter.»

