Ein Hauch von «Highway To Hell»
17.03.2026 Region«live/wire» lassen die Fans von «AC/DC» träumen
Seit mehr als zwei Jahrzehnten bringt «live/wire» «AC/DC»- Sound auf die Bühne. Mit Liebe zum Detail und Energie lassen die fünf Musiker die Klassiker der Rocklegenden wieder aufleben. ...
«live/wire» lassen die Fans von «AC/DC» träumen
Seit mehr als zwei Jahrzehnten bringt «live/wire» «AC/DC»- Sound auf die Bühne. Mit Liebe zum Detail und Energie lassen die fünf Musiker die Klassiker der Rocklegenden wieder aufleben. Am Samstag gastiert die Tributeband im Marabu.
Thomas Gubler
Es gibt Leute, die behaupten tatsächlich, die Band «live/wire», die «AC/DC»- Tributeband aus der Region Basel, sei eigentlich besser als das Original in seiner Endphase, als bei der schottisch-australischen Kult-Band nicht mehr alles zum Besten stand. Wir wollen der Sache nicht auf den Grund gehen. Däny, der Sänger, der stimmlich und vom Outfit her schon ein bisschen an «AC/DC»-Sänger Brian Johnson erinnert, wehrt ab: «Wir sind noch weit entfernt von unseren Vorbildern», meint der 53-Jährige bescheiden.
Wie auch immer: «live/wire» – der Bandname ist einem «AC/DC»-Song entliehen – ist keine gewöhnliche Coverband, sondern eine Tribute-Gruppe, die inzwischen mehr als 20 Jahre lang zum einen ausschliesslich «AC/DC»-Titel spielt und zum andern auch optisch möglichst nahe an die Vorbilder herankommen will.
Da ist – wie erwähnt – Däny, der Frontmann und «Brian Johnson von live/wire». Cello an der Leadgitarre gibt mit Schuluniform den Angus Young der Gruppe. Und er spielt auf seiner Gibson SG fast so virtuos und präzis wie das Original, verzichtet dabei aber stellenweise auf die mitunter fast schwindelerregende Show des «AC/DC»-Stars. Doch wer die Augen schliesst und bloss hinhört, meint mitunter wirklich, die Licks des Superstars zu hören. «Cello ist eben ein Perfektionist», meint Däny schmunzelnd.
Rhythmus-Gitarrist Adi spielt die gleich Gretsch-Gitarre wie der verstorbene Malcolm Young, das damalige Rückgrat von «AC/DC». Beat spielt den Bass, und Ronny am Schlagzeug orientiert an «AC/DC»-Drummer Phil Rudd. Das alles zusammen, mit Dänys kraftvoller Kopfstimme, ergibt den Sound der Baselbieter «AC/DC»-Tributeband «live/wire».
Respektables Repertoire
Rund 50 Songs der Kult-Band aus drei Dekaden haben die fünf «Jungs» – sie sind mittlerweile auch schon zwischen 50 und 60 Jahre alt – im Repertoire. Darunter sind Klassiker wie «Rock’n Roll Train», «Back in Black», «Shoot to Thrill» und «Hells Bells». Aber auch an Songs aus Zeiten des früh verstorbenen ersten Sängers von «AC/DC», des mittlerweile fast schon sagenumwobenen Bon Scott, wagt sich «live/wire» heran. Zu nennen sind etwa der vielleicht bekannteste Song «Highway To Hell», «The Jack» oder «It’s A Long Way To The Top» mit einem Dudelsackspieler. Eine Nummer, welche die Originalband übrigens nach Bon Scotts Tod nicht mehr gespielt hat.
Däny, der aus der Basler Rockgruppe «Jailbreak» hervorgegangen ist, hatte eines Tages seine kräftige Kopfstimme entdeckt. «Das und die musikalische Verbundenheit führten uns zum ‹AC/DC›-Konzept», so der Sänger mit der Schiebermütze. Und diesem Konzept sind sie seit mittlerweile 23 Jahren treu geblieben – und haben so ihre Vorbilder überlebt.
Das ist auch deshalb erstaunlich, weil Däny seine Stimme nicht gerade schont. Meistens spielt die Band mehr als zwei Stunden. Man fragt sich, wie der Sänger, beziehungsweise seine Stimme, dies aushält – und am nächsten Abend gleich noch Einen draufgibt? Auch hier bleibt er bescheiden: Zwei Tage hintereinander lägen noch drin. Eine Tournee würde er sich hingegen nicht mehr zumuten.
Er philosophiert gerne über Stimmen – er, der Songs von zwei so unterschiedlichen Sängern wie Brian Johnson und Bon Scott interpretiert, aber seine Präferenzen klar bei Johnson setzt. Gerade wenn es darum gehe, eine Stimme durch eine andere zu ersetzen, etwa bei «Gotthard» nach dem Tod von Steve Lee, stelle sich die Frage, ob die Neue möglichst nahe an derjenigen des Vorgängers oder anders sein sollte. Es sei, so meint Däny, sicher gut gewesen, dass «Krokus»- Sänger Marc Storace seinerzeit nicht die Nachfolge von Bon Scott bei «AC/ DC» angetreten habe: «Ich glaube, er war zu nahe an Bon.»
Und wie lange will «live/wire» das bisher erfolgreiche Konzept noch weiterverfolgen? Das wisse er nicht, so der Sänger. «Noch sind wir gefragt.» Dies auch an berühmten Adressen wie der bekannten Mühle Hunziken in Rubigen (BE), wo die Band jüngst gespielt hat. Oder in Gelterkinden, wo «live/wire» am kommenden Samstag im Marabu auftritt.


