Stellen wir uns kurz vor: Der FC Oberdorf beginnt die Saison 2026/27 – und hat keinen Platz mehr im eigenen Dorf. Alle Spiele müssen auswärts ausgetragen werden. Keine Heimspiele mehr auf der Anlage z’Hof. Kein Samstagnachmittag am Spielfeldrand, kein Derby vor ...
Stellen wir uns kurz vor: Der FC Oberdorf beginnt die Saison 2026/27 – und hat keinen Platz mehr im eigenen Dorf. Alle Spiele müssen auswärts ausgetragen werden. Keine Heimspiele mehr auf der Anlage z’Hof. Kein Samstagnachmittag am Spielfeldrand, kein Derby vor heimischem Publikum. Genau das droht, wenn die Erneuerung des Kunstrasens weiterhin blockiert wird.
Dabei hat der FC Oberdorf seine Hausaufgaben gemacht. Nachdem der ursprüngliche Kredit von 530 000 Franken abgelehnt wurde, hat der Verein die Vorlage überarbeitet, verhandelt und gespart. Der Gemeindebeitrag wurde auf 290 000 Franken reduziert – eine Einsparung von rund 240 000 Franken. Gleichzeitig erhöht der Verein seinen eigenen Beitrag massiv und geht damit an die Grenzen seiner finanziellen Möglichkeiten. Auch die übrigen Kritikpunkte wurden aufgenommen: mehr Transparenz, klare Regelungen für Betrieb und Unterhalt sowie Rückstellungen für eine spätere Erneuerung des Kunstrasens. Kurz gesagt: Der FC Oberdorf hat geliefert.
Doch kaum liegt diese überarbeitete Lösung vor, kündigen Gegner bereits wieder Widerstand und ein mögliches Referendum an. Wenn jede Lösung bekämpft wird – selbst nachdem sämtliche Kritikpunkte berücksichtigt wurden –, drängt sich eine unbequeme Frage auf: Geht es hier überhaupt noch um den Kunstrasen? Oder geht es in Wahrheit längst gegen den FC Oberdorf?
Der FC Oberdorf ist ein traditionsreicher Dorfverein. Generationen von Oberdörfern haben dort Fussball gespielt, trainiert oder am Spielfeldrand mitgefiebert. Solche Vereine sind ein Stück gelebte Dorfkultur. Demokratische Diskussionen sind wichtig. Aber Demokratie darf nicht zur Endlosschleife werden, in der jede Lösung so lange bekämpft wird, bis ein Verein irgendwann entnervt aufgibt.
Hanspeter Gautschin, Oberdorf