Ein Badi-Sommer nahe am Rekord
18.09.2026 BaselbietSchwimmbad-Betreiber blicken auf eine erfolgreiche Saison zurück
Die vielen Sonnentage und hohen Temperaturen lockten zahlreiche Gäste in die Baselbieter Freibäder. Die Saisonbilanz fällt positiv aus. Gleichzeitig brachte der trockene Sommer Herausforderungen für ...
Schwimmbad-Betreiber blicken auf eine erfolgreiche Saison zurück
Die vielen Sonnentage und hohen Temperaturen lockten zahlreiche Gäste in die Baselbieter Freibäder. Die Saisonbilanz fällt positiv aus. Gleichzeitig brachte der trockene Sommer Herausforderungen für Personal, Wasserressourcen und Anlagen mit sich.
Fiona Findlay
Es war ein Sommer, wie sich die Badis ihn immer wünschen: Viel Sonne, hohe Temperaturen und lange Tage lockten in die Freibäder. Für die Badis in der Region bedeutete das vor allem eines: viele Gäste. Nun geht die erfolgreiche Saison gestaffelt zu Ende.
Bereits seit dem 9. August ist in Zunzgen Saisonschluss. Die kleine, kostenlos zugängliche Badi führt keine Besucherstatistik, sie zieht dennoch eine positive Bilanz. Weil der Sommer durchgehend heiss und schön war, sei die Badi gut besucht gewesen, sagt Gemeindeverwaltungsleiter Cristiano Santoro. Besondere Massnahmen wegen der Trockenheit ergriff Zunzgen keine.
Anders sah die Situation in Gelterkinden aus. Dort musste die Gemeinde die Badi-Saison um drei Wochen verkürzen. Statt bis zum 20. September blieb die Badi nur bis zum 30. August offen. Mit dieser vorzeitigen Schliessung sollte die Trinkwasserversorgung der Gemeinde sichergestellt werden. Die Saison sei trotzdem sehr erfreulich verlaufen, erklärt Frank Gaude, Betriebsleiter des Gelterkinder Hallenund Freibads. Dank des sonnigen Wetters habe man sehr gute Besucherzahlen verzeichnet. Auch sonst blieb es ruhig: Nennenswerte Unfälle oder Vandalismus gab es laut Frank Gaude keine.
Dafür forderte die Hitze das Aufsichtspersonal, und auch auf der Liegewiese hinterliess das extreme Wetter seine Spuren: Um Trinkwasser zu sparen wurde die Bewässerung des Rasens bereits früh im Sommer eingestellt. Zudem galt wegen der Brandgefahr im Freibad ein Rauchverbot.
Auch in Buus und Waldenburg ging die Saison am 30. August zu Ende. «Wir hatten eine Topsaison», bilanziert Claudio Maibach, Gemeindeverwalter in Buus. Mit den überdurchschnittlich hohen Besucherzahlen sei es mit den bisherigen Rekordjahren 2003 und 2018 vergleichbar.
In Sissach konnten die Badegäste bis zum 13. September ins Wasser springen. Betriebsleiter Florian Mohn spricht von einem Rekordjahr: Der Umsatz sei Ende Saison bisher noch nie so hoch gewesen. Auch die Besucherzahlen schossen in die Höhe: Die Badi zählte während dieser Saison 17 000 Eintritte mehr als im Vorjahr. Jedoch musste auch in Sissach aufgrund der Trockenheit auf die Bewässerung der Grünflächen verzichtet werden.
Wer noch ein letztes Mal in diesem Jahr ins Freibad gehen will, hat in Liestal noch Gelegenheit dazu. Das Gitterlibad beendet seine Saison erst übermorgen Sonntag. Dort fällt die Bilanz besonders deutlich aus: Rund 125 000 Eintritte wurden von Mai bis Ende August im Garten- und Hallenbad gezählt, mehr als 30 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Auch beim Umsatz ging es nach oben: Er stieg um mehr als 15 Prozent.
Attraktionen ziehen Gäste an
«Die Badi-Saison ist mit den sehr schönen und trockenen Wetterbedingungen hervorragend verlaufen», berichtet Christian Stäubli, Geschäftsführer der Liestaler Badi. Eine der besten Saisons der vergangenen 20 Jahre sei zu erwarten. Für einen neuen Rekord reicht es allerdings nicht. An die Hitzesommer-Jahre 2003 und 2004 komme man laut Stäubli «bei Weitem nicht» heran. Neben dem normalen Badebetrieb lockte ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm zusätzliche Gäste an. Sie kamen in den Genuss von Zeltnächten, einer Wasser-Olympiade, dem Gitterlibad-Fest und einem Rock-Konzert.
Auch in Liestal war die Belastung des Personals während des Sommers hoch. Auf etwas Weiteres musste der Betrieb besonders achtgeben: Die älteren Bäume auf dem Areal mussten häufiger bewässert werden, damit sie nicht eingehen und damit Schattenplätze für Gäste sichergestellt werden. Ob sich solche Sommer künftig häufen werden, ist für Stäubli nicht ausgemacht. Ein sehr guter Badi-Sommer komme statistisch höchstens alle fünf Jahre vor. Trotz des Klimawandels geht er nicht davon aus, dass künftig jeder Sommer von Rekordtemperaturen und einer derartigen Trockenheit geprägt sein wird.

