Arznei- und Heilpflanzengarten in den Merian-Gärten wurde renoviert
Nach mehreren Monaten Umbauzeit ist der Arzneipflanzengarten in den Merian-Gärten wieder geöffnet. Rund 250 Heilpflanzen vermitteln historisches Wissen und moderne Erkenntnisse zur Pflanzenheilkunde.
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Arznei- und Heilpflanzengarten in den Merian-Gärten wurde renoviert
Nach mehreren Monaten Umbauzeit ist der Arzneipflanzengarten in den Merian-Gärten wieder geöffnet. Rund 250 Heilpflanzen vermitteln historisches Wissen und moderne Erkenntnisse zur Pflanzenheilkunde.
Brigitt Buser
Nach mehrmonatiger Umgestaltung ist der neu gestaltete Arzneipflanzengarten im Herzen der Merian-Gärten offiziell eingeweiht worden. Kurz zuvor werkelten die Gärtnerinnen und Gärtner noch fleissig daran, die rund 250 Pflanzenarten mit Schildern zu versehen, deren Aufdruck den deutschen wie auch wissenschaftlichen Namen sowie die Pflanzenfamilie und Heimat beinhaltet.
Bis der Garten wieder zugänglich war, wurden Wege und Böden aufgefrischt und an der rechten Seite – vom offiziellen Eingang her gesehen – zwei Bänke platziert. Von diesen geniesst man einen wunderbaren Blick über die neu bepflanzten Beete bis hin zum Pro-Specie-Rara-Garten und zur Villa Merian mit ihren umliegenden Gebäuden inklusive Orangerie an der östlichen Seite des Arzneigartens. Über die Bänke sind Eisenbögen gespannt, an denen bald je zwei mehrmals blühende Ramblerrosen der Sorte «Ghislaine de Féligonde» mit ocker-, apricot- und weisschangierenden Blüten sowie die weiss blühende «Niagara Falls» emporklimmen. In wenigen Jahren werden sie nicht nur die Bank beschatten, sondern auch Duft verströmen.
Neben der Heilwirkung ist bei vielen Pflanzen des Arzneigartens Duft ein Thema, enthalten doch Thymian, Rosmarin, Mönchspfeffer oder Rainfarn ätherische Öle, die bei Hitze freigesetzt werden.
Momentan fehlt es den Beeten noch an Üppigkeit. Viele Stauden wie auch einjährige oder zweijährige Pflanzen wie Ringelblume, Schlafmohn oder Fingerhut bringen neben Grün demnächst auch Farbe in die Beete. Schon zum Sommerende oder spätestens nächsten Frühling dürften sich die mehrjährigen Pflanzen gut etabliert und ausgebreitet haben.
Gut informiert
Beim Eingang befindet sich eine Tafel mit allgemeinen Hinweisen. Da nicht wenige Arzneipflanzen bei Berührung Hautreaktionen hervorrufen können, nur schwer bekömmlich oder gar giftig sind, informieren zusätzliche Warnhinweise die Besucherinnen und Besucher.
In sechs der neu angelegten Beete gedeihen nun Pflanzen gemäss historischen Fachbereichen wie «Schutz vor bösen Mächten», «Liebe, Lust und Leidenschaft» oder «Geisseln Gottes», einer Katastrophe oder Seuche, die von der Bevölkerung als göttliche Strafe angesehen wurde. Alle anderen Beete sind mit wissenschaftlich anerkannten Arzneipflanzen bestückt. Bei jedem Beet findet sich ein Schild, auf dem die Anwendungsgebiete mit aktualisiertem pharmazeutischem Wissen und interessanten Geschichten aus Natur und Medizin in deutscher, französischer und englischer Sprache stehen.
Genügend informiert und gesehen, gelangt man mit wenigen Schritten in den mit einem Wasserkanal abgetrennten Pro-Specie-Rara-Garten, wo man Blumen, Gemüse und Früchte vergangener Tage bestaunen kann.