Drei Naturschätze im Rampenlicht
03.11.2026 Bezirk LiestalBuckten, Langenbruck und Füllinsdorf sind neu Teil der Ausstellung «Wildes Baselbiet»
An der Vernissage im Kantonsmuseum Baselland konnten drei weitere Gemeinden ihre Naturschätze als Gemeindetafeln in Stelenform enthüllen und somit in die Ausstellung «Wildes ...
Buckten, Langenbruck und Füllinsdorf sind neu Teil der Ausstellung «Wildes Baselbiet»
An der Vernissage im Kantonsmuseum Baselland konnten drei weitere Gemeinden ihre Naturschätze als Gemeindetafeln in Stelenform enthüllen und somit in die Ausstellung «Wildes Baselbiet» einziehen.
Brigitt Buser
Ein Wald, der ein Dorf vor Steinschlag schützt, ein scheuer Luchs, der durch die Wälder streift, und ein farbenprächtiger Eisvogel, der an der Ergolz brütet: Das Baselbiet hat so manchen Naturschatz zu bieten. Drei davon rückten am vergangenen Freitag bei der Vernissage im Museum.BL ins Rampenlicht. Am meisten Stimmen erhielt das Projekt «Schutzwald Buckten». Als zweitletztes Dorf im Homburgertal liegt die Gemeinde grösstenteils zwischen steil ansteigenden Hängen. Laut Waldentwicklungsplänen ist Buckten eines der ersten Dörfer im Baselbiet, dessen Wald 1997 als Schutzwald ausgewiesen wurde. In unserer Region schützt ein Schutzwald in der Regel vor Steinschlag, Hangrutsch oder -muren. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde der Buckter Wald intensiv genutzt, danach geriet seine Pflege etwas in Vergessenheit.
Als 1990 in Rümlingen grössere niedergehende Gesteinsbrocken Schäden an Gebäuden verursachten, entschied man sich dazu, den Wald in einen Schutzwald umzuwandeln. Laut Samuel Bürgin, Leiter des Forstreviers Homburgertal, verlangt ein Schutzwald eine grosse Artenvielfalt in unterschiedlichen Altersstufen und grosser Stammzahl. So werden nicht nur herabrollende Steine gestoppt. Die Wurzeln stabilisieren den Boden, und bei starkem Regen fliesst das Wasser über das dichte Laub langsam Richtung Boden, der dieses verlässlich aufnehmen kann. Da sich die Waldpflege an steilen Hängen schwierig gestaltet, muss man bei 20 Prozent der Arbeit die Stämme mit Seilbahnen aus dem Gebiet ziehen. Auch werden ganze Bäume per Helikopter stehend entfernt. Ein kostspieliges Unterfangen, das jedoch laut Gemeindepräsident Daniel Meier grösstenteils von Kanton und Bund getragen wird. Die Gemeinde müsse lediglich einen Nutzniesserbeitrag leisten.
Den zweiten Platz belegte das Projekt von Philipp Kern aus Langenbruck, der seit acht Jahren mit einer Bewilligung des Amts für Wald und Wild mittels Fotofallen den Eurasischen Luchs,
die zweitgrösste Katze Europas, in den Wäldern rund um das höchstgelegene Dorf im Baselbiet beobachtet.
Im 19. Jahrhundert in der Schweiz ausgerottet, wurden in den 1970er-Jahren wieder Luchse aus den Karpaten im Jura angesiedelt. In unserer Region haben sich mittlerweile zwölf Luchse etabliert, die als Einzelgänger unterwegs sind. Da alle nur von den wenigen Tieren abstammen, die im Rahmen von Wiederansiedlungsprojekten in die Schweiz geholt wurden, haben sie nur eine geringe genetische Basis, wodurch die Gefahr von Inzucht besteht. Laut Wildtierbiologin Daniela Derron vom Amt für Wald und Wild sind die Nachweise von Philipp Kern eine wichtige Ergänzung für das schweizweite Luchsmonitoring, das alle vier Jahre durchgeführt wird.
Eisvogel in Füllinsdorf
Den dritten Platz belegte Füllinsdorf mit dem Eisvogelprojekt des ansässigen Natur- und Vogelschutzvereins (NVVF). Dazu wurden laut Daniela Schmidhauser, Präsidentin des NVVF, mitten im Siedlungsgebiet an den Böschungen der Ergolz Brombeerhecken entfernt und so die idealen Bedingungen für den aktuellen «Vogel des Jahres» erstellt. Nachdem das Projekt im Jahr 2020 abgeschlossen worden war, liessen sich bereits zwei Jahre später die ersten Eisvögel zum Brüten nieder. Für genügend Futter sorgt die Bachforelle. Doch nicht nur der Eisvogel hat einen Gewinn zu verzeichnen. Durch die Erdverschiebungen mit dem Bagger, die vom Bachbett ausgeführt wurden, hat es laut Norbert Hunz, Forellenkartierer an der Ergolz, auch hier Veränderungen gegeben, von denen die Bachforelle profitiert. Diese benötigt zum Laichen Gruben, die durch Wegwedeln von Steinen mit dem Schwanz entstehen. Laut Hunz sorgte der Bau der Eisvogelwand auch dafür, dass sich im Bachbett neue Strukturen bildeten, die das Laichgeschäft der Bachforellen vereinfachen. Für genügend Futter des Eisvogels ist also gesorgt.
Somit zeigt das Museum.BL in seiner Dauerausstellung «Wildes Baselbiet» neu die Fülle von 45 Naturparadiesen, die den Kanton Baselland zu einem ökologisch äusserst interessanten und bedeutenden Lebensraum machen.
Jedoch gibt es in jeder der 86 Gemeinden besondere Naturschätze, die sich häufig erst bei genauerem Hinschauen offenbaren und umso mehr überraschen. Rothenfluh, Reigoldswil und Lauwil sind die Gewinner 2027 und dürfen daher ihre Tafeln an der nächsten Vernissage im Museum.BL enthüllen. Interessierte können online oder mit einem Beitrag ins «Gemeindekässeli» in der Ausstellung mitbestimmen und dazu beitragen, dass 2028 drei weitere Naturporträts enthüllt werden können.
Weitere Informationen auf www.museum.bl.ch/ausstellungen/ wildesbaselbiet/voting/

