Drei entfesselte Minuten
19.02.2026 Sport, Eishockey2. Liga: EHC Bucheggberg – EHC Zunzgen-Sissach 3:6 (1:0; 2:0; 0:6)
Der EHC Zunzgen-Sissach steht nach einem 6:3-Sieg in Spiel 4 gegen Bucheggberg im Play-off-Final seiner 2.-Liga-Gruppe. Vor einem fulminanten Schlussdrittel mit sechs Toren verzeichnete ZS aber eine lange ...
2. Liga: EHC Bucheggberg – EHC Zunzgen-Sissach 3:6 (1:0; 2:0; 0:6)
Der EHC Zunzgen-Sissach steht nach einem 6:3-Sieg in Spiel 4 gegen Bucheggberg im Play-off-Final seiner 2.-Liga-Gruppe. Vor einem fulminanten Schlussdrittel mit sechs Toren verzeichnete ZS aber eine lange Durststrecke.
Sebastian Wirz
Schon in Spiel 3 war es die sprichwörtliche Dose, die es zu öffnen gilt, welche im Zentrum des Halbfinals zwischen dem EHC Zunzgen-Sissach und dem EHC Bucheggberg stand. Wer erzielt das erste Tor für die Oberbaselbieter, die stets zu zahlreichen Chancen kommen, und sorgt damit für den «Dosenöffner»? Und wann gelingt das? Beim Auswärtsspiel am Dienstag trieben es die Oberbaselbieter gar auf die Spitze. Oder um im Bild zu bleiben: Sie schüttelten die Dose kräftig und lange. Während zweier Drittel verzweifelten sie an Bucheggberg-Goalie Matthias Rust, während dessen Teamkollegen in der Offensive drei Puckverluste von ZS zu Treffern ummünzten.
Erst in der 47. Minute nahm Jérôme Lanz die ZS-Dose in die Hand und öffnete sie mit seinem Tor. Bruder Cédric hatte von der blauen Linie abgezogen, der Stürmer lenkte zum 1:3 ab. Dieses wirkte wie eine Befreiung – und die Dose überlief und schäumte, kräftig geschüttelt, wie sie war, mit voller Kraft: Innerhalb von nur 3 Minuten machten die Oberbaselbieter aus dem Drei-Tore-Rückstand ein 4:3. Erneut Jérôme Lanz sowie Raoul Seiler und David Arm hatten getroffen. Bis zum Schlusspfiff kamen noch zwei weitere Treffer (Silian Gyger ins Leere Tor und Ueli Dietrich in doppelter Überzahl) hinzu. Das 0:3 aus den ersten 45 Minuten kompensierte der Qualifikationssieger mit einem 6:0 in den letzten 15 Minuten und qualifizierte sich mit dem dritten Sieg in der Serie für den Playoff-Final.
Es braucht «dreckige Tore»
«Goalie Rust hat zwar eine sehr solide Leistung gezeigt, aber ich weiss dennoch nicht, woran es lag, dass wir so lange Mühe hatten, Tore zu erzielen», sagt Jérôme Lanz am Morgen danach. Mit dem 0:3 trotz unermüdlichen Anrennens habe eine gewisse Ernüchterung eingesetzt, die Stimmung sei Ende des zweiten Drittels auf der Bank komplett «weg» gewesen. Doch es gelte nun mal, geduldig zu bleiben. Und: «Wenn es schön nicht geht, muss man die dreckigen Tore machen», sagt Lanz.
Denn dass es mit den schönen Kombinationen wie schon in Spiel 3 nicht funktioniert, war am Dienstag augenscheinlich: ZS leistete sich ungewohnt viele Puckverluste, Fehlpässe und Missverständnisse. «Die ersten beiden Drittel waren bei den meisten Spielern haarsträubend», findet Lanz, «und ich nehme mich da selbst nicht aus.» Die Tore fielen, als sie ZS mit Energie erzwingen wollte. Lanz lenkte einen Schuss ab, Seiler und Arm verwerteten Abpraller vor einem Matthias Rust, der 45 Minuten lang bärenstark hielt, am Ende aber dennoch fünf Gegentore in der persönlichen Statistik hat.
Starker Finalgegner
Am Samstag (20.15 Uhr) empfängt der EHC Zunzgen-Sissach somit den EHC Zuchwil Regio zum ersten Spiel des Gruppenfinals. Die Zuchwiler dürften im Gegensatz zu Bucheggberg am Dienstag nicht nur nach Puckverlusten und Fehlern von ZS, sondern auch aus dem eigenen Aufbauspiel heraus gefährlich werden.
Nach saisonübergreifend vier Niederlagen in Serie hat ZS die Solothurner jüngst zum Abschluss der Masterround wieder einmal knapp geschlagen. Doch Lanz sagt: «Der Hinterste und Letzte bei uns weiss, was das für ein Gegner ist. Wir werden noch einmal mit einer anderen Mentalität am Werk sein als noch im Halbfinal.»
Die Gruppen-Final-Serie wird erneut auf drei Siege gespielt. Auf das Auswärtsspiel am Dienstag wird am Donnerstag (20.15 Uhr) erneut ein Heimspiel auf der Kunsteisbahn folgen. Die Partien 4 und 5 wären für Samstag, den 28. Februar (in Zuchwil), und Dienstag, 3. März (in Sissach), vorgesehen. Das Team, das gewinnt, trifft anschliessend in einer «Best of Three»-Serie auf den anderen Zentralschweizer Gruppensieger. Dort wird ausgespielt, wer sich anschliessend mit den Regionalmeistern aus der West- und Ostschweiz messen darf.
TELEGRAMM
EHC Bucheggberg – EHC Zunzgen-Sissach 3:6 (1:0; 2:0; 0:6). Eishalle: Regiobank-Arena, Zuchwil. Zuschauer: 143. Schiedsrichter:
Schädler, Hofer. Tore: 6. M. Müller (Hojac) 1:0; 31. Von Dach (Hojac) 2:0; 36. Von Dach (Di Gennaro, M. Müller) 3:0; 47. J. Lanz (C. Lanz, Arm) 3:1; 49. (48:09) J. Lanz (Gyger, Gusset / Ausschluss Hojac) 3:2; 49. (48:48) Seiler (Gyger, Hunziker) 3:3; 50. Arm (Imhof, C. Lanz) 3:4; 59. Gyger (ins leere Tor); 60. Dietrich (Imhof / Ausschlüsse Wyss, Von Dach) 3:6. Strafen: 8 mal 2 Minuten gegen Bucheggberg, 3 mal 2 Minuten gegen ZS.
Zunzgen-Sissach: Lepori; Di Biase, Dietrich; Dörig, Gusset; Lenz, C. Lanz; Wyser; Hunziker, Seiler, Gyger; Schneider, Model, J. Lanz; Niederhauser, R. Müller, D. Müller; Imhof, Arm, Bertschy.
Samstag, 21. Februar, 20.15 Uhr:
EHC Zunzgen-Sissach – EHC Zuchwil Regio,
Kunsteisbahn Sissach.


