Drei Dörfer suchen einen Namen
07.08.2026 BaselbietFür die mögliche Fusion von Rünenberg, Kilchberg und Zeglingen sind Ideen gefragt
Wie könnte eine aus Rünenberg, Kilchberg und Zeglingen fusionierte Gemeinde heissen? Dafür werden nun Ideen gesammelt. So eine Evaluation ist komplex und der Ortsnahme bei einer ...
Für die mögliche Fusion von Rünenberg, Kilchberg und Zeglingen sind Ideen gefragt
Wie könnte eine aus Rünenberg, Kilchberg und Zeglingen fusionierte Gemeinde heissen? Dafür werden nun Ideen gesammelt. So eine Evaluation ist komplex und der Ortsnahme bei einer Gemeindefusion hat bei der Bevölkerung grosse Bedeutung.
Christian Horisberger
Hinter verschlossenen Türen prüfen seit März sieben Arbeitsgruppen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Rünenberg, Kilchberg und Zeglingen («Rü-Ki-Ze») eine Gemeindefusion. Die Arbeitsgruppe «Verwaltung», die sich auch mit dem neuen Wappen und Ortsnamen befasst, hat ihre Türe einen Spalt weit geöffnet: Im neuesten Mitteilungsblatt des Verwaltungsverbunds Schafmatt bittet sie um die Mithilfe der Bevölkerung.
Konkret sucht die Arbeitsgruppe Ideen für den neuen Ortsnamen. Eingaben sind bis am 18. August erbeten, via einen QR-Code, der sich sinnigerweise auf dem Foto eines Ortsschilds im Mitteilungsblatt befindet, oder auf der Website www.fusion-rükize.ch. An der gemeinsamen Bundesfeier in Kilchberg hatte der Zeglinger Gemeindepräsident Fredi Rickenbacher den Faden aufgenommen und angeboten, man könne ihm den Vorschlag auch gerne persönlich bei einem Bier überbringen.
Auf Anfrage begründet die Arbeitsgruppe ihr Vorgehen damit, dass es ihr ein Anliegen sei, die Bevölkerung bei der Namensgebung mitwirken zu lassen. Zudem gäben ihr die eingereichten Vorschläge einen Anhaltspunkt, ob sie mit ihren eigenen Ideen auf dem richtigen Weg ist.
Projektleitung überrascht
Fredi Rickenbacher gestand am 1. August, dass er vom Aufruf überrascht worden sei – obwohl er der Projektleitung angehöre. Dies gilt auch für Peter Weber, der die Fusionsprüfung als externer Experte begleitet. Von der «Volksstimme» auf die Ideensammlung angesprochen, stutzt er zunächst. Es sei nicht vorgesehen gewesen, dass bereits in dieser Phase die Öffentlichkeit einbezogen wird, sagt er. Der übliche Weg sei, dass die Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema befasst, eine Vorauswahl von drei bis fünf Namen trifft und diese der Bevölkerung vorlegt.
Für einen frühen Einbezug der Einwohnerschaft spricht gemäss Weber jedoch, dass aus einer breiten Mitwirkung vielversprechende Vorschläge hervorgehen könnten, auf welche die Mitglieder der Arbeitsgruppe von sich aus nicht gekommen wären. Dagegen spreche, dass unter Umständen sehr viele Menschen, deren Idee nicht in die engere Wahl kommt, enttäuscht werden müssten: «Es könnte bei Teilnehmenden eine Erwartungshaltung entstehen», so Weber. So lange diese aber nicht geschürt werde, finde er das Vorgehen in Ordnung.
Denn die Teilhabe der Bevölkerung sei wichtig, da die Namensfindung bei Fusionen jeweils eines der wichtigsten Themen sei, das die meisten Emotionen auslöse und für die Identifikation der Bevölkerung mit dem neuen Gebilde eine wichtige Rolle spiele. Entsprechend sorgfältig würden die jeweiligen Arbeitsgruppen ihre Vorschläge erarbeiten.
In den diversen Gemeindefusionsprojekten, die er begleitet habe, seien für die Namensgebung drei Stossrichtungen verfolgt worden: 1. Das neue Gemeindegebilde erhält einen Fantasienamen. 2. Die neue Gemeinde übernimmt den Namen eines Fusionspartners. 3. Der neue Name nimmt Bezug auf ein historisches Ereignis, ein Gewässer, ein Tal, einen Berg, eine Quelle, einen Felsen, Hof, einen Flurnamen oder ähnlich. Für Variante 3 spricht laut Weber der gemeinsame Bezug und dass dabei kein Partner in den Vordergrund gestellt wird. Der frühere Gemeindeammann der fusionierten Gemeinde Mettauertal im Aargau könnte sich vorstellen, dass bei einer Fusion von Rünenberg, Kilchberg und Zeglingen diese Variante zum Tragen kommen könnte, was zu einer stärkeren Identifikation der Bevölkerung mit dem neuen Gemeinwesen beitragen könne.
«Rü-Ki-Ze» ungeeignet
Die Bezeichnung «Rü-Ki-Ze», die sich im Zusammenhang mit dem Verwaltungsverbund etabliert hat, hält Weber als Ortsnamen für ungeeignet, und die Bevölkerung für einen Fantasienamen zu gewinnen, für sehr anspruchsvoll: «So etwas müsste man sehr gut begründen können.» Ausgeschlossen ist nach Webers Ansicht die Variante, bei der einer der bestehenden Ortsnamen übernommen wird. Dies sei nur dann eine Option, wenn sich ein Fusionskandidat bevölkerungsmässig deutlich von den anderen abhebt. Als Beispiel nennt Peter Weber Brugg mit 13 000 und Villnachern mit 1500 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Bei der Arbeitsgruppe sind bis gestern 93 Vorschläge eingegangen. Einer davon sei «äusserst vielversprechend», heisst es. Wie er lautet, bleibt vorderhand geheim.

