«Dr. Feelgood» lässt es krachen
20.10.2026 Bezirk LiestalLegenden liessen Fans schwelgen
Die legendäre britische Rhythmand-Blues-Band spielte am Freitagabend im Liestaler «Elefantehuus» eineinhalb Stunden lang besten Rock ’n’ Roll und Blues und liess ein zahlreiches, nicht mehr ganz junges Publikum von früheren ...
Legenden liessen Fans schwelgen
Die legendäre britische Rhythmand-Blues-Band spielte am Freitagabend im Liestaler «Elefantehuus» eineinhalb Stunden lang besten Rock ’n’ Roll und Blues und liess ein zahlreiches, nicht mehr ganz junges Publikum von früheren Zeiten träumen.
Thomas Gubler
Würde dem Begriff «Rock-Dinosaurier» mittlerweile nicht fast schon etwas Despektierliches anhaften, bei der britischen Rhythmand-Blues-Band «Dr. Feelgood» wäre er vom Alter her durchaus angebracht. Die Band gibt es in wechselnder Besetzung nämlich seit mehr als 50 Jahren. Doch das, was die vier Briten Robert Kane (Gesang, Mundharmonika), Gordon Russell (Gitarre), Phil Mitchell (Bass) und Kevin Morris (Schlagzeug) am Freitagabend im Liestaler «Elefantehuus» geboten haben, verdient höchsten Respekt. Alle um die 70 Jahre alt, liessen sie eineinhalb Stunden lang nicht nur das eigene Alter, sondern auch beim rundum zufriedenen Publikum die angesammelten Jahre vergessen.
Punkt acht Uhr ging’s los mit «Going Back Home», einem «Feelgood»-Klassiker aus den 1970er-Jahren. Und dann folgte ein Song dem anderen. Schlag auf Schlag. In der Regel ohne Ansage und kommentarlos lieferte die Band einen Mix aus älteren Nummern wie «You Don’t Love Me» und neuen wie «Damn Right» vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 2022. Da waren die harten Riffs von anno dazumal und der zornige Gesang – nicht zu Unrecht galten «Dr. Feelgood» in den 1970er-Jahren als Wegbereiter des Punk und der damalige Frontmann Lee Brilleaux als Vorbild für Leute wie den «Clash»- Sänger Joe Strummer.
Apropos Lee Brilleaux. Der legendäre, charismatische einstige «Feelgood»-Frontmann, der im Jahr 1994 einem Krebsleiden erlag, geriet nie ganz in Vergessenheit. Allerdings braucht heute Robert Kane den Vergleich mit seinem berühmten Vorgänger weder punkto Stimme noch bezüglich Bühnenpräsenz zu scheuen. Der Mann ist fit, und seine Stimme hält – bei sogenannten Nostalgiebands keine Selbstverständlichkeit – problemlos durch. Und wer zu Beginn des Konzerts noch das einstige Slidegitarrenspiel von Lee Brilleaux vermisste, brauchte sich nur ein bisschen zu gedulden.
Brillanter Gitarrist
Gitarrist Gordon Russell erwies sich nämlich nicht nur als Meister des messerscharfen Riffs und als melodiöser Blues-Virtuose, beim Stück «Keep It Under Cover» griff er dann auch zur Slide-Gitarre – und liess dann wirklich keine Wünsche mehr offen. Wer richtig erdigen Bluesrock mag, war an diesem Abend im «Elefantehuus» am richtigen Ort.
Mit zunehmender Konzertdauer griff die Band vermehrt auf die Hits früherer Jahre zurück: «Roxette», der Titel, der dem entsprechenden schwedischen Pop-Duo den Namen gab; «Milk and Alcohol» und natürlich der eigentliche Erkennungssong der Band «Dawn at the Doctors». Das Publikum, angetrieben von Sänger und Einpeitscher Robert Kane, sang mit, tanzte und trieb die Band zu Höchstleistungen an.
Nach eineinhalb Stunden und dem «verrockten» Nat-King-Cole-Klassiker «Route 66» als zweite Zugabe verliess «Dr. Feelgood» die Bühne und die rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörer. Vielen von ihnen standen die guten Gefühle ins Gesicht geschrieben. Und einige bedankten sich sogar bei Veranstalter und «Guggenheim»-Chef Eric Rütsche für den tollen Abend.

