Die Versammlung wollte keine Vertagung
17.12.2024 BuusDie Einwohner lehnen den Beitritt zum Naturpark Baselbiet ab
Die Buusner Gemeindeversammlung hat dem Naturpark Baselbiet eine klare Absage erteilt – obwohl der Gemeinderat den Entscheid vertagen wollte. Derweil wurde ein 130 000-Franken-Beitrag an die Sanierung des ...
Die Einwohner lehnen den Beitritt zum Naturpark Baselbiet ab
Die Buusner Gemeindeversammlung hat dem Naturpark Baselbiet eine klare Absage erteilt – obwohl der Gemeinderat den Entscheid vertagen wollte. Derweil wurde ein 130 000-Franken-Beitrag an die Sanierung des Ständerhauses gutgeheissen.
Willi Wenger
Gemeindepräsidentin Nadine Jermann informierte die Versammlung darüber, dass der Gemeinderat «aus wichtigen Gründen» entschieden habe, den Beitritt zum Naturpark-Trägerverein von der Traktandenliste zu streichen. «Dies, weil der Bezirk Sissach wie auch grosse Teile der Gemeinden im Bezirk Waldenburg den Park abgelehnt haben und das Erreichen der geforderten Fläche nicht mehr möglich ist.»
Der Souverän sah dies jedoch anders. Auf Antrag von alt Regierungsrat Thomas Weber, der keine «wichtigen Gründe» erkannte, wurde das Geschäft mit 73 gegen 26 Stimmen bei 8 Enthaltungen wieder auf die Traktandenliste gesetzt. Weber meinte, es sei notwendig, dass der Gemeinderat wisse, was die Bevölkerung zu einem solch wichtigen Geschäft zu sagen habe. «Insbesondere, weil heute 122 Personen da sind und sich vorbereitet haben.» Bemerkenswert: Bevor Jermann über Webers Antrag abstimmen liess, beanspruchte der Gemeinderat eine Pause und verliess die Mehrzweckhalle zwecks Beratung.
Die Vorlage wurde durch Jermann in der Folge ausführlich vorgestellt. Die Präsidentin hielt fest, was der Naturpark Buus bringen würde. Als mögliche Projekte nannte sie Baumpflanzungen, Komposttoiletten, die Unterstützung der Stiftung Ständerhaus, Rehkitz-Rettungen und die Neugestaltung des Dorfplatzes. «Investitionen würden um ein Mehrfaches zurückfliessen», sagte Jermann. Ihre Ausführungen liessen keine Zweifel offen, dass der Gemeinderat den Naturpark befürwortet.
Die Stimmberechtigten äusserten sich jedoch mehrheitlich kritisch bis ablehnend. So sagte ein Landwirt, dass der Park mehr Risiken als Chancen bringe. Ein anderer Votant fragte sich, was noch alles kommen soll: «Wir haben schon genug Wander- und Velowege. Zudem: Was würde mit dem Zonenplan Landschaft geschehen?» Befürwortende Wortmeldungen waren kaum auszumachen. Die Abstimmung fiel schliesslich wenig überraschend aus: Mit 87 Nein gegen 25 Ja erlitt der Naturpark Baselbiet Schiffbruch.
Ständerhaus ist Kulturgut
Das 1577/78 erstellte Ständerhaus, das sich noch im Originalzustand befindet, war ebenfalls Thema. Die Stiftung dahinter erhält 130 000 Franken als Kulturbeitrag. Dies haben die Anwesenden mit 78 gegen 15 Stimmen bei zwei Dutzend Enthaltungen beschlossen. Sie folgten damit dem Antrag des Gemeinderats, der sich mit Nachdruck für diese Unterstützung einsetzte.
Das öffentlich zugängliche, zehn Meter hohe Gebäude, das seit 52 Jahren als Dorfmuseum genutzt wird und als markanter Zeitzeuge die Entwicklung von Buus aufzeigt, ist in einem schlechten Zustand. Darauf wiesen Gemeinderat Thomas Zumbrunn und Stiftungsratspräsident Ruedi Ritter hin. «Holzbauteile weisen Schäden auf, und bei Messungen hat sich herausgestellt, dass sich die Giebelmauer im linken Gebäudeteil um mehr als 50 Zentimeter nach aussen neigt», so der Gemeinderat. Die Präsentation der Vorlage dokumentiert dies.
Der Gemeindebeitrag stand nicht in Gefahr, auch wenn vereinzelte Voten die Sanierung infrage stellten. Diese soll 1,3 Millionen Franken kosten. Substanzielle Beiträge steuern der Kanton (500 000 Franken), der Bund (237 000) sowie Stiftungen bei. Es ist geplant, dass das Ständerhaus künftig für die Bevölkerung, Schulen sowie ein interessiertes Fachpublikum offenstehen und mit kulturellen Anlässen belebt werden soll. Dafür soll ein Museumsverein gegründet werden.
Ja, wir wollen!
en. Der Zusammenschluss der Bürger- und der Einwohnergemeinde in Buus ist auf gutem Weg. 41 Bürgerinnen und Bürger an der «Gmäini» erteilten der Fusion der beiden öffentlich-rechtlichen Körperschaften grünes Licht. Mit 35 Ja- gegen 2 Nein-Stimmen bei 4 Enthaltungen war das Resultat klar. Gemeinderat Thomas Zumbrunn informierte, dass es in Buus noch nie einen Bürgerrat gegeben habe. Diese Aufgabe habe immer der Gemeinderat ausgeübt. Und: «Seit 1958, als der erste vollamtliche Gemeindeverwalter angestellt wurde, hat die Einwohnergemeinde sämtliche Verwaltungsarbeiten der Bürgergemeinde ausgeführt.» Dass bereits eine enge Zusammenarbeit der beiden Gemeinden besteht, stand ausser Diskussion. Dem Souverän war bewusst, dass die Zusammenlegung die Prozesse und somit den administrativen Aufwand vereinfachen wird. Das Eigenkapital der Bürgergemeinde mit 145 000 Franken ist jedoch eher tief für anstehende Belastungen wie die Waldbewirtschaftung.
Die Bürger müssen ihren Willen im Februar an der Urne mit einem Zweidrittelsmehr bestätigen. Bei einem erneuten Ja müsste die Einwohnergemeinde im März und im Mai an der Versammlung und der Urne ebenfalls zustimmen. Im Idealfall bestätigt der Regierungsrat im dritten Quartal 2025 den Zusammenschluss.