Die Hörner bliesen nicht nur zum Halali
02.06.2026 Bezirk LiestalJagdhornbläserfest mit Formationen aus vier Ländern
Die Vorträge beim 32. Eidgenössischen und internationalen Jagdhornbläserfest in Liestal zeigten eine breite Palette an Jagdhornklängen. Die Büchsen und Flinten blieben stumm.
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Jagdhornbläserfest mit Formationen aus vier Ländern
Die Vorträge beim 32. Eidgenössischen und internationalen Jagdhornbläserfest in Liestal zeigten eine breite Palette an Jagdhornklängen. Die Büchsen und Flinten blieben stumm.
Von Hanspeter Thommen (Text) und Daniel Aenishänslin (Bilder)
Eigentlich ist im Herbst die Zeit für die Jagd. Doch für einmal ertönten die Klänge der Jagdhörner im heissen Frühsommer. Auch hörte man die Jagdhörner nicht irgendwo im Wald, sondern im und um das Liestaler «Stedtli». Am vergangenen Samstag fand die 32. Ausgabe des Eidgenössischen und internationalen Jagdhornbläserfestes im Kantonshauptort statt. Das ist vor allem den Bemühungen von Thekla Hornberger zu verdanken. Die junge Präsidentin der Jagdhornbläser Schweiz wohnt nämlich ganz in der Nähe: in Füllinsdorf.
Der eigentliche Anlass fand am Samstag statt. Doch bereits am Freitagabend konnten Interessierte ein einmaliges Konzert in der Stadtkirche Liestal geniessen. Nach befeuernden Worten von Regierungsrat und «Jagddirektor» Thomi Jourdan verzauberten Jagdhornformationen aus der Schweiz, aus Deutschland, Frankreich und Italien sowie die Waldhornformation Limu der Musikschulen Liestal und Muttenz, teilweise mit Unterstützung des Organisten Tobias Lindner, das Publikum mit der Magie der Hornmusik.
Mit dem Rücken zur Jury
Um neun Uhr am Samstagmorgen tönte es überall in Liestal herbstlich. In der Allee traten die Solistinnen und Solisten an. Vor einer Fachjury spielten sie je ein Pflicht- und ein Selbstwahlstück. Jede dieser Fanfaren dauerte nur etwa 30 Sekunden. Speziell war, dass sich die Spieler jeweils umdrehten und mit dem Rücken zur Jury spielten. Warum dies so ist, verriet Thekla Hornberger der «Volksstimme»: Auf diese Weise schaue nämlich der Schallbecher des Horns in Richtung Jury und Publikum.
Gerade beim Trompe de Chasse, dem verbreitetsten Jagdhorn, war auffallend, dass die Vorträge von Vibratos und Vorschlagnoten nur so strotzten. Beim Parforce-Horn, beim Fürst Pless-Horn sowie bei dem in der Blasmusik bekannten Waldhorn mit den Ventilen hörte man diese Eigenheiten weniger. Diese Hörner kamen in Liestal vor allem bei den Gruppenspielen zum Einsatz.
Einer der Plätze für die Gruppenspiele war der Kirchhof der reformierten Stadtkirche. Die Dekoration aus kleinen Tannen bot eine wunderbare Kulisse für die Vorträge. Bewertet wurden dabei nicht nur das Spiel, sondern auch der Auf- und der Abmarsch. Die Vorträge der Gruppen zogen etliche Zuschauende an. Das Publikum drängte sich dabei an die wenigen Schattenplätze.
Der dritte Austragungsort der Wettspiele war der Schulhausplatz des Gestadeck-Schulhauses. Dort begrüsste OK-Präsident Heinz Lerf auch eine grosse Schar an Ehrengästen aus Politik, Gesellschaft und Jagdverbänden. Er gab gegenüber der «Volksstimme» zu, dass er vor der Aufgabe als OK-Präsident weder zum Jagdhorn noch zur Jagd selbst eine Beziehung hatte. Doch er habe durch das Präsidium und durch den Anlass selbst viel gelernt. Mit den Ehrengästen schritt der FDP-Landrat alle Austragungsorte ab, bevor es zum Apéro ging.
Konkurrenten in Harmonie
Überall im «Stedtli» konnte man meist grün gekleidete Musikantinnen und Musikanten sehen. Ausserhalb des Wettspiels gab es das eine oder andere Spontankonzert beim Törli oder beim Bahnhof.
Wie immer an solchen Anlässen ist der Austausch unter den Teilnehmenden ein sehr wichtiger Faktor. Trotz gelegentlicher sprachlicher Barrieren wurde miteinander gefachsimpelt, gelacht und sogar zusammen gespielt. Es gab beim Wettspiel ein französisch-italienisches Duett. Konkurrenten spielten dabei in Harmonie zusammen. Diese Harmonie zeigte sich auch beim Gesamtspiel am späten Nachmittag vor dem Törli.
Obwohl die Jagdhornbläserinnen und -bläser nicht ausschliesslich Jägerinnen oder Jäger sind, wurde wohl beim abschliessenden gemütlichen Beisammensein das eine oder andere Jägerlatein zum Besten gegeben.







