Die Feuerwehr-Oldie-Schrauber
20.10.2026 Bezirk LiestalEin nicht alltäglicher Arbeitstag in einer Werkstatt
Am Herbst-Arbeitstag des Oldtimervereins der Feuerwehr Liestal haben sich ehemalige Feuerwehrmänner ihrem Steckenpferd gewidmet. Im Zentrum standen die Wartung sowie die Pflege historischer Löschfahrzeuge und ...
Ein nicht alltäglicher Arbeitstag in einer Werkstatt
Am Herbst-Arbeitstag des Oldtimervereins der Feuerwehr Liestal haben sich ehemalige Feuerwehrmänner ihrem Steckenpferd gewidmet. Im Zentrum standen die Wartung sowie die Pflege historischer Löschfahrzeuge und Gerätschaften.
Willi Wenger
Beim Betreten der Werkstatt ist schnell klar, dass die Vereinsmitglieder allesamt Profis sind. Der Arbeitseinsatz vom Samstag findet in den Räumlichkeiten der OFM GmbH des Vereinspräsidenten Markus Rudin statt, und wie immer sind die Anwesenden bestrebt, mit ihrer Arbeit die historischen Feuerwehrfahrzeuge und Gerätschaften, darunter eine im Jahr 1895 in Worblaufen gefertigte «Schenk»-Handdruckspritze, einsatzbereit zu halten. «Wir versuchen mit allen Mitteln, erhaltungswürdige ausgemusterte Fahrzeuge und Gerätschaften zu restaurieren und vor allem fahrtüchtig zu halten», sagt Rudin zur «Volksstimme».
Er weist mit Stolz darauf hin, dass mit Ausnahme des TLF 1962 alle Fahrzeuge von der Motorfahrzeugkontrolle abgenommen und einsatzbereit wären. Wären. «Wir leisten selbstverständlich keine Einsätze mehr», ergänzt Vizepräsident Claudio Maggio. Der Verein nehme mit seinen Oldtimern gelegentlich nur noch an Paraden oder Anlässen teil, um die Fahrzeuge, primär aus dem ehemaligen Bestand der Feuerwehr Liestal, einem breiten Publikum zugänglich zu machen, präzisierte Rudin.
Mit einem gewissen Bedauern merkt er an, dass es zunehmend schwieriger werde, geeignete Unterbringungsmöglichkeiten für das gesamte Material des Vereins zu finden. Auch aus diesem Grund sind die Fahrzeuge nicht zentral, sondern «in Liestal und Umgebung» eingestellt.
Ersatzteile schwer zu finden
Dem im Jahr 2002 als «Verein zur Erhaltung der alten Feuerwehrfahrzeuge der Stadt Liestal» gegründeten Oldtimer-Verein gehören 55 Mitglieder an, davon 15 aktive. Ein Teil der Aktiven ist am letzten Arbeitseinsatz dieses Jahres mit von der Partie. Der Arbeitstag ist wie immer klar strukturiert. Der allgemeine Unterhalt steht im Vordergrund. Es gilt unter anderem, die Zeugen der Feuerwehrvergangenheit winterfest zu machen und allfällige technische Mängel zu beheben. Die ehemaligen Feuerwehrmänner sind dabei konzentriert bei der Arbeit. Es ist offensichtlich, dass ihr Wissen in ihrer Vergangenheit zu suchen ist. «Wir alle sind qualifizierte Berufsleute mit entsprechender Erfahrung», so Markus Rudin.
«Zuerst kommt bei uns das Herzblut und erst dann die Freiwilligenarbeit», beschreibt Maggio das emsige Treiben des gut vierstündigen Einsatzes. Dieses ist mitunter anspruchsvoll. Rudin sagt, dass eine der grössten Herausforderungen immer wieder die Beschaffung von Ersatzteilen sei. «Hier müssen wir teils lange suchen oder sie schliesslich sogar selbst anfertigen», sagt der leidenschaftliche Ex-Feuerwehrmann. Gefragt sei zudem viel handwerkliches Feingefühl für die Technik dieser Maschinen – man sei sogar als Automechaniker oder Carrosseriefachmann immer wieder gefordert.
Der «Volksstimme» erfährt beim Augenschein auch, dass alle Fahrzeuge ohne Elektronik auskommen. Vizepräsident Maggio hält zudem fest, dass drei der vier Vereinsfahrzeuge, nämlich die ADL 1955, die erste Automobildrehleiter des Kantons, dann der Jeep 1948 sowie der Mannschaftsbus 1967 Veteranen seien, die jederzeit fahrbereit und bis auf wenige Ausnahmen detailgetreu restauriert worden seien.
Ein unverzichtbarer Teil des Vereinslebens ist die Pflege der Kameradschaft. So auch am Samstag: Jung und Alt tauschen sich aus und profitieren dabei voneinander. Es wird deutlich, dass die Faszination Feuerwehr Generationen verbindet. Und: «Wir alle haben ganz einfach den Plausch an unserer Tätigkeit», sagt der Vizepräsident.





