Willi Wenger
Der 66-jährige Joerg Grieder ist im März in den Gemeinderat von Eptingen und im Juni auch gleich zu dessen Präsidenten gewählt worden. Anfang Juli hat er das Gemeindepräsidium übernommen. Er habe das Amt hoch motiviert angetreten, sagt er: «Ich werde ...
Willi Wenger
Der 66-jährige Joerg Grieder ist im März in den Gemeinderat von Eptingen und im Juni auch gleich zu dessen Präsidenten gewählt worden. Anfang Juli hat er das Gemeindepräsidium übernommen. Er habe das Amt hoch motiviert angetreten, sagt er: «Ich werde meine Aufgaben mit vollem Einsatz angehen und versuchen, möglichst alles richtig zu machen», blickt der frisch pensionierte Betriebsökonom in die Zukunft des Dorfs am Fusse des Bölchens.
Der Vater einer Tochter und eines Sohnes versichert, dass er alles in seiner Macht stehende tun werde, um Eptingen innovativ halten zu können. Aber er sei auch realistisch genug, um zu wissen, dass er nicht allen Wünschen der Bevölkerung gerecht werden könne. Eptingen sei nicht auf Rosen gebettet: «Wir alle müssen den Gürtel enger schnallen und schauen, was letztlich möglich sein wird.»
Grieder hatte einst eine Ausbildung zum Landwirt gemacht und über Weiterbildungen im Verkauf, Detailhandel und als Kaufmann das Diplom als Betriebsökonom erhalten. Seine berufliche Karriere beendete er als CEO der «netto Holding AG», einem Einkaufsverbund für Böden, Vorhänge und Betten im solothurnischen Balsthal. In seiner neuen Tätigkeit als Gemeindepräsident baut er auf seine berufliche Führungserfahrung. Aber auch auf seine militärische Ausbildung, in der er vom Rekruten (bei der Infanterie RS in Liestal) bis zum Oberstleutnant im Stab einer Logistik-Brigade aufstieg. Grieder sagt, dass er loyal, vorwärtsblickend, umsichtig, beharrlich, fordernd so wie auch begeisterungsfähig sei. Auf der anderen Seite gesteht er ein, dass er die Feinarbeit gerne anderen überlasse und manchmal leicht ungeduldig sei.
Es werde für ihn vieles neu sein im herausfordernden Amt, so Grieder, der das Bürgerrecht von Kilchberg und Eptingen hat. Den Zeitaufwand, um es auszuüben, schätzt er auf ein Pensum von 30 bis 40 Prozent: «Die neuen Aufgaben werden mit viel Lernen verbunden sein.»
Es stünden in seinem Dorf einige Projekte an. Grieder nennt als Beispiele die bevorstehende Melioration, mit der im kommenden Jahr gestartet werden soll: «Wir haben die Bewilligung vom Regierungsrat erhalten und wissen, dass uns die Melioration über Jahre beschäftigen wird.» Bereits läuft zudem die Sanierung der Quelle Obertloch. Schliesslich nennt der parteilose, nach eigenen Angaben politisch «mitte-rechts» stehende Präsident auch die anstehende Sanierung des bald 200 Jahre alten Gemeindehauses. «Wir haben dort mit Feuchtigkeit zu kämpfen.» Hingegen sei der Ausbau des Werkhofs zurzeit auf Eis gelegt. «Ich will jedoch betonen, dass dieses Projekt nicht gestorben ist. Es hat zurzeit aber nicht mehr eine hohe Priorität.» Der Hintergrund: Die Eptinger lehnten eine Sanierung des Werkhofs 2024 an der Urne ab.
Kennt das Dorf in- und auswendig
Grieder, der sein ganzes Leben in Eptingen verbracht hat und dort im September 1960 geboren wurde, war zwischen 1988 und 1992 bereits Mitglied des Gemeinderats. Er war auch Mitglied der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission, des Wahlbüros sowie des Schulrats. «Ich kenne unsere Gemeinde recht gut und bin mit den Anliegen der Einwohnerschaft vertraut», sagt der naturverbundene Mann und leidenschaftliche Jäger. Weitere Hobbys sind Biken, Skifahren, Bergwandern und Schiessen.
Auf den Umstand angesprochen, Eptingen «liege am Ende der Welt», hält der Gemeindepräsident vehement dagegen. «Wir sind verkehrstechnisch mit der Autobahn optimal ans Strassennetz angebunden. Auch die ÖV-Anbindung ist super. Wir verfügen über halbstündliche Busverbindungen nach Sissach.» Als Negativpunkte nennt Grieder das Fehlen einer Schule oder einer Einkaufsmöglichkeit im Dorf. Im Gespräch erwähnt er eine weitere Eptinger Besonderheit. «Bei uns dürfen alle Einwohnerinnen und Einwohner bei der Mineralquelle kostenloses Mineralwasser beziehen, und das seit vielen Jahrzehnten.» Das sei nicht selbstverständlich und verdiene grossen Dank gegenüber der Eigentümerfamilie.
Der neue Gemeindepräsident blickt motiviert in die Zukunft. Joerg Grieder: «Ich mache das aus Freude und will mithelfen, das Dorf weiterzuentwickeln.»