Der Landrat tagt weiterhin im Exil
13.08.2026 BaselbietNach Deckeneinsturz im Regierungszimmer weitere Schäden entdeckt
Die Suche nach der Ursache für den Einsturz der Deckenverkleidung im Regierungszimmer förderte in weiteren Bereichen des Regierungsgebäudes Mängel zutage. Von deren Behebung ist auch der Landratssaal ...
Nach Deckeneinsturz im Regierungszimmer weitere Schäden entdeckt
Die Suche nach der Ursache für den Einsturz der Deckenverkleidung im Regierungszimmer förderte in weiteren Bereichen des Regierungsgebäudes Mängel zutage. Von deren Behebung ist auch der Landratssaal betroffen. Daher tagt das Parlament bis im Oktober auswärts.
Christian Horisberger/sda.
Als sich am Montag, dem 22. Juni, die Deckenverkleidung des Regierungszimmers löste und zu Boden stürzte, habe man doppeltes Glück gehabt: Einerseits sei das Zimmer leer gewesen und niemand verletzt worden – die Regierung tagt jeweils dienstags –, andererseits hätten Untersuchungen in weiteren Räumen des Regierungsgebäudes Schäden ans Licht gebracht. Dies erklärte Baudirektor Isaac Reber, als er am Dienstag vor den Medien über die Ursache und die Folgen des Zwischenfalls orientierte.
Zum völlig überraschenden Einsturz der Decke habe ein sogenanntes Ausziehversagen einer Schraubenverbindung geführt, erklärte der stellvertretende Kantonsarchitekt Thomas Zaugg. Die Schrauben, mit denen die Gipskartonplatten befestigt waren, hätten nicht gegriffen. Der eigentliche Auslöser für den Absturz habe nicht eruiert werden können. Weder habe an jenem Tag die Erde gebebt, noch habe es im Raum über dem Regierungszimmer gerumpelt. «Es ist auch zweifelhaft, ob wir das je herausfinden werden.»
2023/24 nicht überprüft
Die Schrauben hätten in den 24 Jahren, seit sie montiert worden seien, jederzeit herunterfallen können, sagte Baudirektor Reber. Damit war offensichtlich, dass der Absturz nicht in direktem Zusammenhang mit der Sanierung des Regierungsgebäudes von 2023/24 gesehen wird. Da sei die Decke lediglich frisch gestrichen worden, sagte Reber, und es sei eine neue, leichtere Lampe als bisher installiert worden.
Weshalb der verdeckte Mangel – von einem solchen war an der Medienorientierung die Rede – nicht bei der Gesamtsanierung aufgedeckt und behoben worden ist, begründete Zaugg damit, dass die Bereiche des Regierungsgebäudes, die in jüngerer Vergangenheit renoviert wurden, nicht überprüft worden seien. Dies habe unter anderem für das im Jahr 2002 sanierte Regierungszimmer gegolten.
Umso sorgfältiger und in Zusammenarbeit mit externen Fachleuten hat das Hochbauamt während der vergangenen sieben Wochen weitere Decken mit einem Schadenpotenzial unter die Lupe genommen. Diese Untersuchungen hätten weiteren Sanierungsbedarf aufgezeigt, wie Zaugg ausführte – im Foyer und in der Cafeteria im zweiten Obergeschoss (umgebaut in den Jahren 1987/88) sowie in drei Sitzungszimmern im zweiten und dritten Stock. Reparaturbedarf bestehe an einzelnen Abhangdecken oder Deckenverkleidungen.
Die Fachleute stiessen im Mauerwerk und bei den historischen Holzkonstruktionen zudem auf Schädlingsbefall und Feuchtigkeitsschäden, unter anderem auf den Echten Hausschwamm, einen Holzpilz. Das genaue Ausmass der Verbreitung des Pilzes sei noch nicht bekannt, sagte der stellvertretende Kantonsarchitekt.
Da es sich um unterschiedliche konstruktive Situationen und Problematiken handle, sei das Erfassen der Schäden aufwendig. Deshalb könnten die betroffenen Räume mindestens bis zum Ende der Herbstferien (11. Oktober) nicht benutzt werden, ebenso der Landratssaal: Zwar sei dieser nicht von den Mängeln betroffen, doch müsse dessen Boden zu Untersuchungszwecken in den kommenden Wochen auf einer grösseren Fläche geöffnet werden, erklärte Thomas Zaugg. Währenddessen werde der Landrat auswärts tagen. Wo, wird morgen Freitag bekannt gegeben. Der übrige Betrieb im Regierungsgebäude wird während der weiteren Untersuchungen und Sanierungsarbeiten aufrechterhalten.
Ob der Einsturz vom Juni auch ein rechtliches Nachspiel hat, will die Bau- und Umweltschutzdirektion aus verfahrenstechnischen Gründen noch nicht bekannt geben. Sie habe jedenfalls schon Mängelrügen angebracht, sagte Zaugg.


