Brigitte
Brigitte muss ihre Termine wegen der Sperrung völlig neu organisieren. Sie fühlt sich im Vergleich zum gut erschlossenen Waldenburgertal, wo die WB im Viertelstundentakt verkehrt, stark benachteiligt. Ein positiver Aspekt sei zwar der Halbstundentakt ...
Brigitte
Brigitte muss ihre Termine wegen der Sperrung völlig neu organisieren. Sie fühlt sich im Vergleich zum gut erschlossenen Waldenburgertal, wo die WB im Viertelstundentakt verkehrt, stark benachteiligt. Ein positiver Aspekt sei zwar der Halbstundentakt der Busse, doch dieser nütze nur, wenn die Anschlüsse auch funktionieren. Brigitte erklärt, dass sie erst kurz vor Start der Sperrung informiert wurde. Zudem sei es äusserst unpraktisch, dass die Grossbaustelle schon jetzt und nicht erst während der Sommerferien stattfinde.
Jurgita
Für Jurgita überwiegen die Vorteile: «Der Bus kommt zwar etwas später an, aber die Anschlüsse funktionieren.» Da sie kein Auto besitzt, schätzt sie den neuen Halbstundentakt ausserordentlich. Sie sagt, dass sie gerne am Busbetrieb festhalten würde. Ein schnellerer Zug im Halbstundentakt wäre ihr aber noch lieber. Auch für ihre Tochter, die in Liestal das Gymnasium besucht, sei die Verbindung top. Einzig am Bahnhof Sissach gab es einmal Verwirrung, als der Bus statt an Kante H überraschend auf der anderen Seite an Kante A abfuhr.
Simone
Simone ärgert sich über die Unpünktlichkeit: «Der Bus hält sich oft nicht an den Fahrplan und fährt manchmal sogar zu früh ab.» Ihre Mutter verpasste wegen einer Verspätung sogar den Anschlusszug in Sissach. Zudem stört es sie, dass die kleinen Dörfer benachteiligt werden. Auch die neue Haltestelle an der Kante H beim Kino in Sissach sorgte anfangs für Verwirrung. Positiv findet sie jedoch den Halbstundentakt, da der Zug nach Läufelfingen sonst nur jede Stunde fährt und man so flexibler bleibt.
André
Für André bedeutet der Zugausfall eine massive Umstellung im Alltag. «Man muss komplett anders planen, da vor allem abends die Anschlüsse an den Interregio nicht mehr garantiert sind», erklärt er. Die Fahrzeit verlängere sich meist um zehn Minuten, besonders in Richtung Olten seien die Einschränkungen spürbar. Er vermutet, dass das kleine Tal bei der SBB schlicht zu wenig politisches Gewicht habe und deshalb immer zu kurz komme. Auch die wechselnden Abfahrtsorte der Ersatzbusse erforderten anfangs eine ziemliche Umstellung.
Maria
Maria begleitet ihre Kinder auf dem Schulweg und spürt den Ersatzverkehr stark: «Die Kinder müssen früher los, die Fahrzeit verlängert sich und die Busse sind sehr voll.» Sie sagt, dass vor allem ihre Kinder Mühe haben, sich zurechtzufinden. Dass alle halbe Stunde ein Bus fährt, sieht sie aber als Vorteil. Für Pendlerinnen und Pendler Richtung Olten sei die Situation sicher schlimmer als für jene, die nach Sissach reisen. Sorgen macht sie sich um ältere Leute: «Am Bahnhof gibt es kaum noch gedruckte Infos, alles ist nur noch online aufgeschaltet.»