Der Banntag als «Happy Day»
16.05.2026 Ziefen800 Jahre und ganz viel Heimatgefühl
Als die Banntagsschützen Ziefen frühmorgens aus dem Schlaf böllerten, war der Pulverdampf noch kaum von den niesligen Nebelschwaden zu unterscheiden. Doch das Wetter besann sich im Verlauf des Tages eines Besseren: So richtig nass ...
800 Jahre und ganz viel Heimatgefühl
Als die Banntagsschützen Ziefen frühmorgens aus dem Schlaf böllerten, war der Pulverdampf noch kaum von den niesligen Nebelschwaden zu unterscheiden. Doch das Wetter besann sich im Verlauf des Tages eines Besseren: So richtig nass wurde am Banntag niemand und später, als sich die grosse Gesellschaft zum grossen Gelage auf dem Festplatz niedergelassen hatte, zeigte sich sogar die Sonne.
Marschiert wurde nach dem morgendlichen Open-Air-Gottesdienst in drei Rotten. Da der Banntag genutzt wurde, um das 800-Jahre-Jubiläum des Dorfs zu feiern, unterschied sich das Programm für einmal etwas vom Gewohnten (siehe auch «Volksstimme» vom Dienstag): Statt entlang der Gemeindegrenze marschierte eine Gruppe durchs Dorf und liess sich von Historiker Rémy Suter die Geschichte Ziefens näherbringen.
Eine zweite Rotte heftete sich an die Fersen der Mitglieder des lokalen Natur- und Vogelschutzvereins. Erwandert und vorgestellt wurden ökologische Projekte wie Weiher oder eine kürzlich aufwendig angelegte Hecke. Wer den Banntag lieber klassisch begehen wollte, entschied sich für die traditionelle und steile Route auf den Holzenberg, den Ziefner Hausberg.
400 Personen unterwegs
Alles in allem dürften rund 400 Ziefnerinnen und Ziefner und Gäste auf den Beinen gewesen sein. Jedenfalls so viele Essensbons wurden später im Festzelt der Bürgergemeinde beim alten Schulhaus eingelöst, wo die Mitglieder des Turnvereins den Besucheransturm zu bewältigen hatten.
Als Ehrengast war zum zweiten Mal der Fernsehmoderator und frisch gekürte Prix-Walo-Publikumsliebling Nik Hartmann mit Familie am Banntag dabei – auf der Holzenbergroute. Hartmann ist Ziefner Bürger. Seit seiner ersten Teilnahme 2022 verspüre er ein «neues Gefühl von Heimat», wenn er durch den Belchentunnel ins
fahre, sagte der Zuger in einer kurzen Ansprache. Der Ziefner Banntag sei für ihn – in Anlehnung an seine Fernsehsendung bei SRF – ein «Happy Day».
Als Erinnerung erhielt Hartmann eine Flasche Ziefner Riesling-Silvaner, die Hansruedi Wahl, Schweizer Meister im Schnellstricken und selber im Rebberg aktiv, originell eingestrickt hatte. Während diese Flasche verkorkt blieb, floss der «Ziefner» in der Festbeiz reichlich. Zusätzlich konnten an einem Stand gleich acht verschiedene Ziefner Weine degustiert werden.
Neuer Slogan vorgestellt
Traditionell gezapft wurde auch das Ziefner «Föifliberbier». Und wem nach noch mehr Einheimischem zumute war, konnte das neue Buch «800 Jahre Ziefen Civenne» des Dorfhistorikers Franz Stohler erwerben. Zu Gast bei der organisierenden Bürgergemeinde war die Einwohnergemeinde. Gemeindepräsidentin Cornelia Rudin präsentierte in ihrer Ansprache den neuen Slogan des wachsenden, selbstbewussten Strassenzeilendorfs an der Hinteren Frenke: «An und im Fluss». Aufgedruckt ist der Spruch auf neuen Ziefner Regenschirmen, die am gelungenen Jubiläums-Banntag zum Glück keine Hauptrolle spielen mussten.
David Thommen



