Der 17. Septämber
17.09.2026 PersönlichHän Si gwüsst, ass hüt uff e Dag genau vor 847 Johr, also am 17. Septämber 1179, d Hildegard von Bingen gstorben isch? Si het als Ordensschwöschter, Medizinerin und starggi Frau ihri Zyt entscheidend prägt. Historisch!
Hän Si gwüsst, ass hüt ...
Hän Si gwüsst, ass hüt uff e Dag genau vor 847 Johr, also am 17. Septämber 1179, d Hildegard von Bingen gstorben isch? Si het als Ordensschwöschter, Medizinerin und starggi Frau ihri Zyt entscheidend prägt. Historisch!
Hän Si gwüsst, ass hüt uff e Dag genau vor 239 Johr, also am 17. Septämber 1787, die demokratischi Verfassig vo den USA in Philadelphia unterschriibe worden isch?
Historisch! Hüt müemer achtiggä, ass uns unseri Demokratie nit zwüsche de Finger verbrösmelet wie verdroggnete Sand.
Und hän Si gwüsst, ass hüt uff e Dag genau vor 165 Johr, also am 17. Septämber 1861, z Stroossburg der Buechhändler Oscar Berger-Levrault der erscht Briefmargge-Katalog vo der Wält uusegää het? Historisch! Hüt kan e jeede syni Postage-Stämps sälber designen und usdrugge. Super! Aber was mach i jetz mit myner Briefmarggesammlig?
Hän Si gwüsst, ass hüt uff e Dag genau vor 104 Johr, also am 17. Septämber 1922, z Berlin der Kurzfilm «Der Brandstifter» Premiere gha het, und zwor als wältwyt allererschte Tonfilm mit er en integrierte Liechttonspur? E Meileschtei in der Gschicht vom Film. Historisch!
Und hän Si gwüsst, ass hüt uff e Dag genau vor 95 Johr, also am 17. Septämber 1931, z New York die erscht 33 1∕3-tourigi Langspiilplatte präsentiert worden isch? Kurz: d LP.
Absolut historisch!
Im Gägesatz zu den 78-tourige Schellackplattene het die neu LP vor allem au akustisch überzügt – und doderdur Generatione prägt. Au myyni. My Wält isch johrelang e schwarzi Schyybe gsi. Mit A-Syten und B-Syte, also mit eme Vornen und eme Hinde.
Und denn dä flotti Dreier! 1. e Rille, 2. e Noodlen und 3. e Däller, wo sich um sich sälber dräiht. Das geniale Zämmespiil vo däm Trio het unseri Drummelfäll und Härzkammere freudig lo vibriere. Mitsamt em Knischtere, bis d Noodle d Rille gfunde het. Mitsamt em Kratzer, wil eim d Platte mol vo de Finger grutscht isch.
Son en LP het für zwei Mol 25 Minute Muusig botte. Ob Sinfonie-Orcheschter, ob gmischte Chor, ob Lieblings-Band. Hesch nümmi ins Theater müessen oder ins Stadion. Du hesch di ganz privat im Sofa könne lo beschalle. Und für ass de fit blybsch, bisch notgedrunge zmittz im Konzärt uffgschtande zem d Platte z kehre. Ich weiss übrigens no hüt bi vyyle LPs, welles s erscht Stügg uff der B-Syten isch.
Woby – i loos jo aggtuell gar keini Schallplatte me. Die verstauben im Gstell. Näbe de CDs. Es sin scho Ewigkeite här, ass ich im e Plattelade d Verkäufere bätte ha, mir en LP zem Aaloosen uffzlege. Hüt hogg i solo mit Kopfhörer vor em PC und klick mi uff «Youtube» dur die binäri Muusigwält. Und erscht no mit Bild. Und ohni integrierti Liechttonspur.
Zrugg zum 17. Septämber. Ich ha das Datum numme gwählt, wil hüt au grad der 17. Septämber isch. Kunnt no derzue, ass exaggt an däm Dag, also hüt, my 40. Mundartkolumne in der «Volggsstimm» erschynt. Aber historisch isch das uff kei Fall. Ehnder Zuefall.
Aernschd Born wohnt in Reinach. Er ist Songpoet, Autor und Kulturschaffender.

