Davon träumen andere Gemeinden
02.12.2025 DiegtenGute Finanzzahlen an der Budget-Versammlung
Der Diegter Gemeindepräsident Ruedi Ritter hat an der jüngsten Gemeindeversammlung schwarze Zahlen präsentiert – und seinen Rücktritt aus dem Gemeinderat angekündigt.
Elmar Gächter
...Gute Finanzzahlen an der Budget-Versammlung
Der Diegter Gemeindepräsident Ruedi Ritter hat an der jüngsten Gemeindeversammlung schwarze Zahlen präsentiert – und seinen Rücktritt aus dem Gemeinderat angekündigt.
Elmar Gächter
Die Gemeindeversammlung von Diegten war eine kurze Sache: Die Geschäfte wurden zügig abgearbeitet und Gemeindepräsident Ruedi Ritter konnte die 20 anwesenden Stimmberechtigten nach nur einer halben Stunde mit den besten Wünschen in die vorweihnächtliche Zeit entlassen. Das Budget 2026 als Haupttraktandum der Versammlung prognostiziert einen Ertragsüberschuss von rund 60 000 Franken.
Dies ist für den Diegter Finanzhaushalt ein gutes Zeichen, doch längst nicht das einzige Positive. Die Gemeinde ist schuldenfrei und verfügt über ein ansehnliches Nettovermögen. Der Voranschlag, bei dem die Steuersätze bei 56 Prozent für natürliche und 50 Prozent für juristische Personen liegen, wurde am Donnerstag ohne Diskussion und Fragen einstimmig genehmigt.
Bei den grössten Aufwandposten sinken die Bildungskosten aufgrund der geringeren Schülerzahlen der Kreisschule Tenniken-Eptingen-Diegten (TED), während die Gesundheitskosten mit den stationären und ambulanten Pflegeleistungen weiter steigen. Die Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen entsprechen dem Rechnungsergebnis 2024, liegen jedoch deutlich unter dem Vorjahresbudget. Dem gegenüber steht der höhere horizontale Finanzausgleich. Ruedi Ritter hob besonders hervor, dass die Gemeinde weitgehend schuldenfrei ist. «Wir geben für jeden Franken, den wir einnehmen, nur 1,8 Rappen für Schuldentilgung und Abschreibungen aus.» Das Nettovermögen der Gemeinde liegt aktuell bei rund 8 Millionen Franken oder 4844 Franken pro Kopf.
Man höre oft, dass Gemeinden wegen hoher gebundener Ausgaben kaum finanzielle Bewegungsfreiheit hätten. «Bezogen auf Diegten habe ich eine andere Sicht. Auch unser Anteil an fremdbestimmten Kosten ist hoch, doch weil wir schuldenfrei sind, bleibt uns ein erfreulicher Spielraum, um Investitionen und andere Aufgaben selbst zu finanzieren», betonte Ritter.
Apropos Investitionen: Die Gemeinde will 2026 unter anderem den Sagiweg für 150 000 Franken ausbauen und sieht einen noch zu bewilligenden Kredit von 180 000 Franken vor, um das Obergeschoss des aus Privatbesitz erworbenen Werkhofgebäudes in ein zu vermietendes Studio auszubauen. Laut Finanzplan sind für die Jahre 2028 und 2029 jeweils rund 2 Millionen Franken für die Sanierung des Schulhauses Imbermatt sowie der Mehrzweckhalle vorgesehen.
Gemeindepräsident tritt zurück
Im Traktandum «Verschiedenes» sprach Ruedi Ritter die gemeindeeigene Tiefgarage an und ermunterte dazu, die günstige Parkmöglichkeit vermehrt zu nutzen. «Sie steht abends während maximal drei Stunden nicht nur Vereinen gratis zur Verfügung, sondern der ganzen Dorfbevölkerung.» Die Nachfrage nach diesem Parkraum dürfte steigen, wenn die Parksituation an der Känerkinderstrasse und vor allem im Bereich der Mehrzweckhalle neu geregelt wird. Gemeinderat Niklaus Häfelfinger merkte an, dass zeitweise willkürlich entlang der Strasse parkiert werde, teilweise sogar auf dem Trottoir. «Wir wollen das Problem mit der Verkehrspolizei angehen und insbesondere den Fussgängerstreifen an der Känerkinderstrasse sicherheitsgerecht überprüfen und gegebenenfalls Massnahmen ergreifen», hielt er fest.
Der 68-jährige Ruedi Ritter kündigte an, Ende Juni kommenden Jahres als Gemeindepräsident von Diegten zurückzutreten. Dann werde er 20 Jahre im Gemeinderat gewesen sein, davon 14 Jahre als Präsident. «Ich möchte mein Amt an jüngere Leute abgeben und ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Nachfolge finden», sagte Ruedi Ritter und richtete dabei seinen Blick unübersehbar auf seine Gemeinderatskollegen.
