Das Landratspräsidium lockt
12.05.2026 BaselbietAuf FDP und SP folgt in zwei Jahren bereits wieder die SVP
Das Landratspräsidium ist begehrt. Wer das einjährige Amt übernimmt, repräsentiert den Kanton und gewinnt politische Sichtbarkeit. Nun ist klar, welche Parteien die nächsten Präsidialjahre prägen ...
Auf FDP und SP folgt in zwei Jahren bereits wieder die SVP
Das Landratspräsidium ist begehrt. Wer das einjährige Amt übernimmt, repräsentiert den Kanton und gewinnt politische Sichtbarkeit. Nun ist klar, welche Parteien die nächsten Präsidialjahre prägen werden.
Janis Erne
Die Parlamentssitzungen vorbereiten und leiten sowie öffentliche Auftritte wahrnehmen: Die Aufgaben des dreiköpfigen Landratspräsidiums reichen vom Organisieren bis zum Repräsentieren. Zudem können Politikerinnen und Politiker an Bekanntheit gewinnen und sich für andere Ämter empfehlen.
Der amtierende Landratspräsident Reto Tschudin (SVP) sagte vor seinem Amtsantritt, es sei eine «Ehre, den Kanton Baselland ein Jahr lang vertreten zu dürfen». In seinem Präsidialjahr, das im Juni endet, verzichtete der Lausner aus Respekt vor dem Amt sogar auf eine Regierungsratskandidatur. Stattdessen stieg sein Landratskollege Matthias Liechti aus Rümlingen ins Rennen. Unterstützt wird der Landratspräsident nicht nur vom Parlamentsdienst, sondern auch von zwei Vizepräsidenten, die später das Präsidium übernehmen – sofern sie gewählt werden. Im Sommer folgt Andreas Dürr (FDP, Biel-Benken) auf Tschudin, während Sandra Strüby-Schaub (SP, Buckten) erste Vizepräsidentin wird. Um genügend Zeit für das Amt zu haben, gab sie kürzlich das Co-Vizepräsidium der Baselbieter SP ab.
Eine Frage ist jeweils, welche Partei das zweite Vizepräsidium besetzt. Dieses Mal ist erneut die SVP an der Reihe, wie Nic Kaufmann, Zweiter Landschreiber, erklärt. Ausschlaggebend für den Turnus sei die Grösse der Fraktionen. Mit 21 Sitzen stellt die SVP vor der SP die stärkste Fraktion im Landrat. «Die anderen Fraktionen sind deutlich kleiner oder waren erst kürzlich an der Reihe», so Kaufmann. Er verweist auf die «Mitte» mit Pascal Ryf (2023/24) und die Grünen mit Peter Hartmann (2024/25). Die GLP und die EVP waren 2021/22 respektive 2017/18 an der Reihe.
Innerhalb der SVP ist das Interesse am zweiten Vizepräsidium gross.
Laut Fraktionschef Markus Graf (Maisprach) interessieren sich derzeit vier Mitglieder der Fraktion für das Amt. Einen Vorschlag will die Partei jedoch erst kurz vor der Wahlsitzung im Landrat präsentieren. Der Fokus liege derzeit auf dem Regierungsratswahlkampf und der Unterstützung des eigenen Kandidaten Matthias Liechti, so Graf. Welche Person die Fraktion letztlich nominiert, dürfte dennoch mit Interesse verfolgt werden, denn die zwischenmenschlichen Spannungen in der SVP halten weiter an, so kürzliche Medienberichte.
