Damit die Bienen wieder summen
04.03.2025 BubendorfFüttern, Honig abfüllen und mehr – die Aufgaben einer Imkerin im Winter
Vor zehn Jahren entdeckte Regula Furler-Vögtli ihre Leidenschaft für die Imkerei. Heute betreut die Bubendörferin 21 Bienenvölker. Sie berichtet, wie ihre Arbeit während der ...
Füttern, Honig abfüllen und mehr – die Aufgaben einer Imkerin im Winter
Vor zehn Jahren entdeckte Regula Furler-Vögtli ihre Leidenschaft für die Imkerei. Heute betreut die Bubendörferin 21 Bienenvölker. Sie berichtet, wie ihre Arbeit während der Winterruhe der Bienen aussieht – einer Zeit, die nun langsam zu Ende geht.
Brigitt Buser
Regula Furler-Vögtli bezeichnet sich als «exotische Imkerin», da sie sich vor zehn Jahren, als sie mit der Imkerei begann, für die Buckfastbiene entschied – eine Züchtung der Westlichen Honigbiene aus England. Heute betreut die Bubendörferin 21 Völker.
Der Honigertrag hängt stark von der Witterung ab. «Im vergangenen nassen Frühling rechnete ich kaum mit Ertrag. Durch den heissen Sommer konnte ich Anfang August dann aber rund 17 Kilogramm pro Volk ernten – 1 Kilogramm über dem Durchschnitt», sagt Furler-Vögtli. Doch was macht eine Imkerin während der Winterruhe der Bienen?
Volk verkleinert sich
Die Winterruhe beginnt jeweils Anfang November. Dabei ziehen sich die Bienen zur sogenannten Wintertraube zusammen, wobei sich ein Volk von 20 000 bis 40 000 auf 7000 bis 10 000 Bienen reduziert. Ein natürlicher Vorgang, da die Königin ab dem ersten Frost keine Eier mehr legt. Durch diese Reduzierung rücken die Bienen enger zusammen und spenden sich gegenseitig Wärme. Im Zentrum der Traube sitzt die Königin.
Die Temperatur im Bienenstock bleibt auch in den Wintermonaten bei etwa 20 Grad. Während dieser Zeit kümmert sich Furler-Vögtli um das Abfüllen des Honigs und den Verkauf. Die Bienen ernähren sich von den Honigreserven, die sie vom August bis zum ersten Frost gesammelt haben. Zusätzlich füttert die Imkerin Zuckerwasser.
Um die Weihnachtszeit erfolgt eine Winterbehandlung mit Oxalsäure gegen die gefürchtete Varroamilbe. «Bis Mitte März kontrolliere ich regelmässig, ob die Bienen noch genügend Futter haben. Falls nötig, füttere ich sie mit Futterteig», erklärt Furler-Vögtli.
Der Dezember gilt als ruhigster Monat für die Imkerei, da die Bienen im Stock verweilen. Diese Zeit nutzt Furler-Vögtli unter anderem zur Herstellung von Kerzen aus Bienenwachs. Nach der Wintersonnenwende am 21. Dezember legt die Königin ein kleines Brutnest an, wodurch die Temperatur im Inneren der Wintertraube auf 35 Grad ansteigt. Ab Januar nimmt die Anzahl der Bienen wieder rasch zu.
Wildtiere als Problem
Während der Winterruhe, die bis Ende Februar andauert, sind wöchentliche Kontrollgänge nötig. Die Behausungen werden auf Schäden durch Wildtiere überprüft. In diesem Jahr verursachte bei Furler-Vögtli ein Specht Probleme: Er hackte Löcher in eine Behausung, wodurch diese auskühlte und das Bienenvolk starb.
Zudem wird der sogenannte Totenfall regelmässig entfernt, da er den Eingang verstopfen kann. Auch Vereisungen oder Schnee müssen beseitigt werden, damit die Bienen bei Temperaturen über 8 Grad ungehindert ihre Reinigungsflüge durchführen können. Dabei leeren sie ihre Kotblasen, sammeln Pollen und nehmen Wasser auf.
Blühen vermehrt Christrosen und ab Februar Haselsträucher, starten die Arbeiterinnen ihre ersten Pollenflüge, um die Larven zu versorgen. Mit steigenden Temperaturen nimmt auch die Eiablage der Königin zu und die ersten kleinen Brutkreise entstehen.
Im Februar beginnen die Vorbereitungen für die neue Saison. Während ein erneuter Kälteeinbruch schwächere Völker zurück in die Winterruhe zwingt, setzen stärkere ihre Brutaktivität fort. Mit zunehmender Tageslänge, steigendem Polleneintrag und höheren Temperaturen wachsen die Brutkreise schnell. Dann ist besondere Aufmerksamkeit bei der Fütterung gefragt, da das Volk mehr Energie und damit Futterreserven benötigt. Mit der Blüte der Salweide Ende Februar/Anfang März endet schliesslich die Winterruhe der Bienen.


