Caritas-Markt verzeichnet traurigen Verkaufsrekord
29.01.2026 SchweizNachfrage nach vergünstigten Lebensmitteln steigt
vs. Wer zu wenig Geld zum Leben hat, kann im Caritas-Markt Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs zu stark ermässigten Preisen einkaufen. Im vergangenen Jahr registrierten die 22 Standorte mehr als ...
Nachfrage nach vergünstigten Lebensmitteln steigt
vs. Wer zu wenig Geld zum Leben hat, kann im Caritas-Markt Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs zu stark ermässigten Preisen einkaufen. Im vergangenen Jahr registrierten die 22 Standorte mehr als 1,1 Millionen Verkäufe, was einer Zunahme von mehr als 10 000 Verkäufen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit verzeichnet der Caritas-Markt den vierten Verkaufsrekord in Folge – ein trauriger Rekord, wie Geschäftsleiter Thomas Künzler sagt: «In vielen Märkten zählen wir neben der Stammkundschaft immer mehr neue Kundinnen und Kunden. Das zeigt, wie gross aktuell die finanzielle Belastung vieler Haushalte ist.»
Zu den meistverkauften Produkten gehörten im vergangenen Jahr Grundnahrungsmittel wie Teigwaren, Milch oder Öl. Besonders hoch ist die Nachfrage nach saisonalen Früchten und Gemüse. Gegenüber dem Vorjahr stieg sie um 4 Prozent.
Um das Budget der armutsbetroffenen Menschen zu entlasten, nimmt der Caritas-Markt gezielte Preissenkungen vor, insbesondere bei den Grundnahrungsmitteln. «Unsere Kundschaft ist sehr preissensibel», sagt Thomas Künzler. «Wer wenig Geld zur Verfügung hat, braucht gerade bei den wichtigsten Lebensmitteln jede Ersparnis. Eine ausgewogene Ernährung muss auch für Menschen in Armut möglich sein.» Aufgrund dieser Preissenkungen erzielte der Caritas-Markt im Jahr 2025 mit rund 17,6 Millionen Franken einen leicht tieferen Umsatz als im Vorjahr.
Neue App erleichtert Einkauf
Eine wichtige Errungenschaft im Jahr 2025 war die Einführung der neuen App «Bonus+». Diese bietet den Kundinnen und Kunden wöchentliche Sonderrabatte sowie Rezepte und Informationen zu weiterführenden Unterstützungsangeboten der Caritas. Ausserdem kann die «KulturLegi», die zum Einkauf im Caritas-Markt berechtigt, digital hinterlegt werden. Die App wurde jüngst bei «Best of Swiss Apps» mit dem 1. Preis in der Kategorie Barrierefreiheit (Accessibility) ausgezeichnet.
Per 1. Februar kommt es zu einem Wechsel in der Leitung der Genossenschaft Caritas-Markt. Thomas Künzler wird pensioniert und übergibt die Geschäftsleitung an seinen bisherigen Stellvertreter, Tim Murer.
Thomas Künzler steht der Genossenschaft Caritas-Markt seit über acht Jahren vor. «Gemeinsam mit engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und verlässlichen Partnern – Produzenten, Lieferanten, Detailhändlern und Stiftungen – konnten wir vielen Menschen in Armut den Alltag ein Stück erleichtern. Dafür bin ich sehr dankbar», so Thomas Künzler.
Tim Murer sagt: «Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung. Mein Ziel ist es, den Caritas-Markt gemeinsam mit dem Team weiterzuentwickeln und Menschen in Armut auch künftig wirksam zu entlasten.»
Das ist der Caritas-Markt
In der Schweiz hat gemäss Bundesamt für Statistik mehr als jede sechste Person zu wenig Geld zum Leben. In den 22 Caritas-Märkten können sie Lebensmittel und Produkte des alltäglichen Bedarfs bis zu 70 Prozent günstiger einkaufen. Möglich ist das dank der Unterstützung von mehr als 400 Partnern wie Produzenten, Lieferanten oder Stiftungen. Dazu gehören unter anderem Denner, Migros, Schwarzkopf, Nestlé, Emmi, Dr. Oetker oder Webstar.
Für einen Einkauf im Caritas-Markt ist eine Ausweiskarte nötig. Diese wird von Sozialämtern, kirchlichen und privaten Sozialinstitutionen sowie den regionalen Caritas-Organisationen ausgestellt. Zu einem Einkauf berechtigt sind unter anderem Personen, die Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen beziehen oder eine «KulturLegi» besitzen.
Caritas-Märkte gibt es in Baar, Basel, Bern, Biel, Bulle, Chur, Fribourg, Genf (2), La Chauxde-Fonds, Lausanne, Emmenbrücke, Neuchâtel, Renens, St. Gallen, Thun, Wil, Vevey, Winterthur, Yverdon und Zürich (2).
Weitere Informationen auf www.caritas-markt.ch
