BLKB trotzte dem Radicant-Sturm
27.03.2026 Bezirk LiestalKantonalbank erzielte 2025 Millionengewinn
Mit Zugewinnen in den wichtigsten Ertragspfeilern blicken die Verantwortlichen der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) zufrieden auf das vergangene Geschäftsjahr zurück. Trotz Sondereffekten durch das Radicant-Debakel kann die ...
Kantonalbank erzielte 2025 Millionengewinn
Mit Zugewinnen in den wichtigsten Ertragspfeilern blicken die Verantwortlichen der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) zufrieden auf das vergangene Geschäftsjahr zurück. Trotz Sondereffekten durch das Radicant-Debakel kann die BLKB eine Dividende von 42 Franken pro Zertifikat und knapp 72 Millionen Franken an den Kanton ausschütten.
Tobias Gfeller
«Die BLKB ist wieder in ruhigere Gewässer gelangt», sagte Interimspräsident Thomas Bauer zum Ende seiner Ausführungen im Rahmen der Bilanzmedienkonferenz am Donnerstag am Hauptsitz in Liestal. Im vergangenen Jahr seien wichtige Weichen gestellt worden. «Die Kunden können ihr Vertrauen in die BLKB schenken», versicherte Bauer hinsichtlich der Eigenkapitaldecke von drei Milliarden Franken Stand 31. Dezember 2025. Das regulatorisch verlangte Minimum beträgt zwei Milliarden Franken.
Das Vertrauen der Baselbieter Öffentlichkeit und Politik hat die BLKB infolge des Radicant-Debakels und dem Abschreiber von rund 100 Millionen Franken arg strapaziert. Die Folgen davon haben sich auf die Geschäftstätigkeit des letzten Jahres offensichtlich nicht ausgewirkt. Der Konzern erzielte einen Geschäftsertrag von knapp 500 Millionen Franken, was einem Plus gegenüber 2024 um 4,6 Prozent entspricht. Die finanziellen Folgen des Radicant-Ausstiegs belastete den Konzern mit gut 102 Millionen Franken. Durch die Auflösung von Reserven in der Höhe von 50 Millionen Franken schlug der negative Sondereffekt nur reduziert zu Buche. Der Konzerngewinn sank daher im Vergleich zu 2024 «lediglich» um 7,1 Prozent auf 154,5 Millionen Franken.
In Anbetracht der Umstände sprechen die Verantwortlichen der BLKB zurecht von einem erfolgreichen Geschäftsjahr. Die Bonitätseinstufung AA+ mit dem Ausblick «stabil» durch die Ratingagentur S&P Global Ratings ist ein weiterer Vermerk für den positiven Allgemeinzustand des Konzerns. Der Nettogeldzufluss von 726 Millionen Franken im Jahr 2025 spräche für das anhaltende Vertrauen der Kundinnen und Kunden in die BLKB, betonte Christoph Schär, CEO ad interim. Dass die BLKB in den wichtigsten Geschäftszweigen zulegen konnte, unterstrich Finanzchef Luca Pertoldi. Das Geschäftsvolumen nahm um 3,2 Prozent auf 55,6 Milliarden Franken zu. «Besonders stolz» blickte Christoph Schär auf das Anlagengeschäft, bei dem sich die BLKB als «eine der führenden Anlagebanken in der Nordwestschweiz» positionieren konnte.
Radicant kostet 190 Millionen
Das operativ erfolgreiche Geschäftsjahr freut neben der Bankleitung auch den Baselbieter Finanzdirektor Anton Lauber («Die Mitte») und die Inhaberinnen und Inhaber von BLKB-Zertifikaten. Für das vergangene Geschäftsjahr schüttet die BLKB 71,7 Millionen Franken an den Kanton Baselland als Eigner aus. Die Dividende bleibt unverändert bei 42 Franken pro Zertifikat. Insgesamt werden damit Dividenden in der Höhe von fast 24 Millionen Franken ausgeschüttet.
Der Ausstieg aus der Digitalbank Radicant verlaufe ordnungsgemäss und sollte noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, erklärten Thomas Bauer und Christoph Schär. Waren es Ende 2024 noch weit über 100 Mitarbeitende bei Radicant, sind es aktuell noch knapp 50 – Tendenz weiter abnehmend. Für die Kundinnen und Kunden der Radicant konnte mit der Schweizer Bank Alpian SA eine Nachfolgelösung gefunden werden. Seit dem Start von Radicant im Jahr 2021 bis zum Abschluss der Liquidation erwartet die BLKB aus heutiger Sicht Gesamtkosten von 180 bis 190 Millionen Franken. Man werde bei der Aufarbeitung des Geschehnisse vollumfänglich mit der FINMA und der PUK des Baselbieter Landrats kooperieren, versicherte Interimspräsident Thomas Bauer.
Hauptsitz wird saniert
Bauer kündigte im Rahmen eines Ausblicks die definitive Besetzung der noch immer offenen Personalfragen um die Spitze des Bankrats und den Posten des CEO für die kommenden Wochen an. Zu einem finanziell und vor allem organisatorisch grossen Brocken dürfte die anstehende Sanierung des Hauptsitzes in Liestal werden. Die Sanierung erfolgt gestaffelt. Die Wiedereinzug sämtlicher Mitarbeitenden ist für Mitte 2030 vorgesehen.
Dass die BLKB nicht auf einen Neubau setzt, sondern den Wert des Bestandes an der Rheinstrasse hochhält, sei auch als Bekenntnis zum Standort Liestal zu verstehen, sagte Christoph Schär. Ab Mai 2026 befindet sich die Kundenhalle provisorisch am Bahnhof Liestal gleich neben der Bäckerei Ziegler. Rund 600 Mitarbeitende sind bereits in Räumlichkeiten am Bahnhof oder in den Spenglerpark in Münchenstein gezogen oder werden dies noch tun.


