BLKB investiert 92 Millionen in Hauptsitz
21.05.2026 Bezirk LiestalEin zusätzliches Stockwerk und ein Beitrag zur Vernetzung von Bahnhof und «Stedtli»
Die Basellandschaftliche Kantonalbank saniert ihren Hauptsitz in Liestal für 92 Millionen Franken und öffnet das Areal dabei auch für die Öffentlichkeit. Das Projekt ist ...
Ein zusätzliches Stockwerk und ein Beitrag zur Vernetzung von Bahnhof und «Stedtli»
Die Basellandschaftliche Kantonalbank saniert ihren Hauptsitz in Liestal für 92 Millionen Franken und öffnet das Areal dabei auch für die Öffentlichkeit. Das Projekt ist Teil des städtischen Masterplans, der Bahnhofsquartier und «Stedtli» besser vernetzen soll.
Tobias Gfeller
Es ist ruhig geworden am Hauptsitz der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) an der Rheinstrasse in Liestal. Die Mitarbeitenden sind grösstenteils ausgezogen. Der Kundenbereich befindet sich bis Mitte 2030, wenn die Sanierung des Hauptsitzes abgeschlossen sein soll, wenige Meter nebenan am Bahnhofplatz 13. Die weiteren Mitarbeitenden des Hauptsitzes sind bereits zuvor in die Zwischennutzungsareale am Bahnhof Liestal und im Spenglerpark in Münchenstein umgezogen. Gestern präsentierten Christoph Schär, stellvertretender CEO und Infrastrukturverantwortlicher der BLKB, Architekt Daniel Monheim und Liestals Stadtpräsident Daniel Spinnler (FDP) die Details zur Sanierung des BLKB-Hauptsitzes und den Masterplan der Stadt für den Perimeter entlang der Rheinstrasse.
Die BLKB investiert 92 Millionen in die Erneuerung ihres Hauptsitzes. Man habe sich aus ökologischen und ökonomischen Gründen bewusst gegen einen Neubau und für eine Sanierung des Bestandbaus entschieden, so Schär. Möglich ist das nur, weil das Gebäude aus den 1970er-Jahren gemäss Architekt Monheim noch immer in gutem Zustand ist.
Das Tragewerk erlaubt eine Erhöhung aller vier Bauteile um je ein Stockwerk. Damit wird zusätzliche Fläche geschaffen, ohne den Fussabdruck des Gebäudes zu vergrössern. Damit kann die Anzahl Mitarbeitende von aktuell 600 auf neu 800 erhöht werden. Die zusätzlichen Mitarbeitenden kommen mehrheitlich vom Schild-Areal in Liestal und aus Sissach. Christoph Schär versichert, dass in Sissach nur Büroräumlichkeiten aufgehoben werden. «Beim Kundenbereich bleibt alles gleich.» Die sanierte BLKB bietet insgesamt sogar Platz für 1000 Mitarbeitende. Bis die Bank den zusätzlichen Raum für gut 150 Mitarbeitende möglicherweise selber braucht, werden diese Flächen an Dritte vermietet.
Ein Bekenntnis zur Geschichte
Im Zentrum des Sanierungsprojekts des Basler Architekturbüros Christ & Gantenbein stehen neben der Aufstockung die verbesserte Durchwegung des Areals, die optische und funktionale Durchlässigkeit und die Öffnung der Arkaden. Unter anderem soll der Floragarten für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Zum Bahnhof hin soll die Filiale einen zweiten Eingang erhalten.
«Wir sind überzeugt, dass wir mit dem Projekt für alle Anspruchsgruppen einen Mehrwert schaffen können», frohlockte der Infrastrukturverantwortliche der BLKB, Christoph Schär. Nach 50 Jahren hätten sich die Bedürfnisse der Bank, der Mitarbeitenden, der Kunden und der Stadt verändert. Das Gebäude habe funktional und technisch seine Nutzungsdauer erreicht.
Die Sanierung anstelle eines Neubaus und der Erhalt des Charakters des Gebäudes sind auch ein Bekenntnis der Kantonalbank zu ihrer Geschichte und zur Stadt Liestal. Mit der verbesserten Durchwegung leistet die BLKB ihren Teil zur von der Stadt gewünschten und geplanten verbesserten Vernetzung des Bahnhofsquartiers mit dem «Stedtli» und den Quartieren nördlich der Rheinstrasse. Der Hauptsitz habe diesbezüglich eine Art «Scharnierfunktion oder Drehscheibe», wie es der stellvertretende CEO Christoph Schär formulierte.
Die Sanierung des Hauptsitzes der Kantonalbank ist eingebettet in die Masterplanung Rheinstrasse der Stadt Liestal. Mit den grossen Landeigentümern will die Stadt den Perimeter zwischen dem Kreisel beim Schild-Areal in Richtung Osten entwickeln.
Dafür wurde kürzlich eine Vereinbarung unterzeichnet, die zwar nicht behördenverpflichtend, gemäss Stadtpräsident Daniel Spinnler aber als Rahmen und Richtung die zukünftigen Planungen definieren soll.
Zu den Unterzeichnenden gehören unter anderem der Kanton Baselland als grösster Landbesitzer an der Rheinstrasse, die Genossenschaft Elektra Baselland (EBL), die römisch-katholische Kirche und eben die Basellandschaftliche Kantonalbank. Eine verbesserte Durchwegung der Areale soll dazu beitragen, dass beispielsweise der Spitalpark, den Spinnler gerne als «Central Park von Liestal» bezeichnet, stärker genutzt wird.
Das grosse Fragezeichen hinter der Vernetzung der Quartiere bleibt die Rheinstrasse, die Liestal ähnlich wie die Bahnlinie trennt. Das Tiefbauamt des Kantons habe den klaren Auftrag, Lösungen auszuarbeiten, um die Querungen der Rheinstrasse zu verbessern. «Das ist definitiv eine wichtige Frage bei der Entwicklung der Rheinstrasse», stellte Stadtpräsident Daniel Spinnler klar.


