Bevölkerung will Haltstelle Bahnhof zurück
05.02.2026 TecknauBusverbindungen und Sicherheit hätten sich verschlechtert, so eine Petition
Mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember wurde die Postautohaltestelle am Bahnhof Tecknau gestrichen und die Haltestelle Mitteldorf verlegt. Nun hat eine Gruppe beim Regierungsrat eine Petition zur ...
Busverbindungen und Sicherheit hätten sich verschlechtert, so eine Petition
Mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember wurde die Postautohaltestelle am Bahnhof Tecknau gestrichen und die Haltestelle Mitteldorf verlegt. Nun hat eine Gruppe beim Regierungsrat eine Petition zur Reaktivierung der Haltestelle am Bahnhof eingereicht.
Sander van Riemsdijk
Damit der Schnellzuganschluss der Buslinie 103 nach Gelterkinden gewährleistet ist, hat der Kanton mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember die Postautohaltestelle am Bahnhof Tecknau ersatzlos gestrichen. Gleichzeitig wurde die Haltestelle Mitteldorf von der Hauptstrasse einige Meter weiter an die Wenslingerstrasse verlegt. Dies, obwohl mehrere Einwohner von Tecknau und Oltingen sowie die Gemeinde Tecknau verschiedene Argumente gegen diesen Schritt vorgebracht hatten. Doch ihre Einwände erhielten kaum Gehör: Letztendlich wurde nur das Trottoir von der Kreuzung Hauptstrasse/Wenslingerstrasse bis zur neu platzierten Haltestelle Mitteldorf verlängert.
Deshalb regte sich in Tecknau und den umliegenden Dörfern, die von der Linie 103 frequentiert werden, erneut Widerstand. Eine Gruppe aus fünf Personen aus Wenslingen und Tecknau ergriff vor drei Wochen die Initiative und lancierte eine Petition. Die Forderung lautet, den Entscheid der Bau- und Umweltschutzdirektion, die Haltestelle am Bahnhof zu streichen, rückgängig zu machen und stattdessen auf die Haltestelle Mitteldorf zu verzichten. Die Petenten begründen den Antrag damit, dass die Erreichbarkeit des Bahnhofs Tecknau auch via Postauto gewährleistet bleiben solle und dass der Bahnhof aus vielerlei Gründen die geeignetere Bushaltestelle als «Mitteldorf» darstelle.
650 Unterschriften gesammelt
«Die Neuausrichtung auf die Schnellzüge in Gelterkinden wird allseits sehr geschätzt», sagt Maja Coletti, Ansprechperson der Petitionsgruppe. «Doch nicht vergessen werden darf, dass der Bus nicht nur Zubringer zum Bahnhof Gelterkinden ist, sondern auch verbindendes Element auf der gesamten Linie 103 – beispielsweise, indem der Bahnhof Tecknau als Umsteigeort in Richtung Oltingen dient.»
Die Petenten sind überzeugt, dass die Reaktivierung der Haltestelle Bahnhof Tecknau keinen negativen Einfluss auf die Schnellzuganbindung in Gelterkinden haben wird. Unterdessen konnten in kurzer Zeit 651 Unterschriften gesammelt werden – ein eindeutiges Zeichen dafür, wie wichtig der Bevölkerung die Wiederanbindung des Bahnhofs Tecknau ist.
Die Petenten vermuten, dass eine Aufhebung der Haltestelle Mitteldorf anstelle jener des Bahnhofs im Vorfeld weder getestet noch in Betracht gezogen wurde. Dazu Maja Coletti: «Aktuell muss der Bus bei den Haltestellen Mitteldorf und Dorf vermehrt warten, um fahrplangetreu losfahren zu können. Folglich wäre zu den meisten Tageszeiten genügend Zeit, um ebenfalls den Bahnhof Tecknau anzufahren.»
Zudem führt die Verlegung der Haltestelle Mitteldorf für Quartierbewohnende oberhalb des Bahnhofs zu einem mehr als doppelt so langen Fussweg, den ältere und gehbehinderte Personen nun kaum noch bewältigen können.
Um nach Gelterkinden zum Arzt, zum Einkaufen, ins Hallenbad oder zur Gemeindeverwaltung in Tecknau zu gelangen, müsse in gewissen Fällen zunächst der Zug nach Gelterkinden genommen werden, um danach den Bus wieder in Richtung Tecknau zu nutzen. «Eine Zumutung, die sich nicht nur auf die Erreichbarkeit, sondern ohne U-Abo auch im Portemonnaie bemerkbar macht», sagt Maja Coletti und ergänzt: «Es wird vermehrt auf private Fahrdienste zurückgegriffen.» Als Folge der Umstellung wird der Bahnhof Tecknau in der SBB-App nicht mehr als Umsteigebahnhof auf die Buslinie 103 geführt, was langfristig zu einer Schwächung des Bahnhofs führen könnte.
Gefährliche Überholmanöver
Es ist jedoch nicht nur das Auslassen der Haltestelle am Bahnhof, das bei der Bevölkerung für Unmut sorgt, sondern auch das Gefahrenpotenzial durch die Verlegung der Haltestelle an der Wenslingerstrasse – insbesondere zu Schulzeiten. Ortsansässige berichten von gefährlichen Überholmanövern des wartenden Busses, wobei der Fussgängerstreifen beim nahegelegenen Schulhaus weniger als 50 Meter entfernt liegt.
Gestern wurde die Petition bei der Landeskanzlei in Liestal eingereicht. Die Initianten hoffen, dass der Entscheid rückgängig gemacht wird und die Haltestelle Bahnhof Tecknau mit dem Fahrplanwechsel 2026 wieder angefahren wird. «Dort gibt es gedeckte Sitzplätze und eine für alle Verkehrsteilnehmer sichere Wartezone für den Bus, die an der Haltestelle Wenslingerstrasse schlichtweg fehlt», führt Maja Coletti als weiteres Argument an.
Bei einem positiven Entscheid kann mit der Bahnhof-Haltestelle eine unmittelbare Anbindung des Bahnhofsquartiers an den Busverkehr sowie des gesamten Einzugsgebiets an den Bahnverkehr wieder gewährleistet werden, heisst es in der Petition. Maja Coletti zeigt sich optimistisch: «Aufgrund der vielen Unterschriften blicke ich mit Zuversicht auf die behördliche Entscheidung.»


