«Klanglichter»-Reihe startet mit Pianistin, Geiger und Cellist
Am 31. Januar, fand in der Oberen Fabrik in Sissach das erste Konzert der «Klanglichter 2026» statt. Paola De Piante Vicin, die Gründerin der beliebten Konzertreihe, setzte sich gleich selbst ans ...
«Klanglichter»-Reihe startet mit Pianistin, Geiger und Cellist
Am 31. Januar, fand in der Oberen Fabrik in Sissach das erste Konzert der «Klanglichter 2026» statt. Paola De Piante Vicin, die Gründerin der beliebten Konzertreihe, setzte sich gleich selbst ans Klavier und spielte mit dem Geiger Xiaoming Wang und dem Cellisten Lev Sivkov zwei grosse Klaviertrios.
Eine Besonderheit der «Klanglichter» sind die sorgfältig zusammengestellten und fundiert kommentierten Programme, die jedem der aufgeführten Meisterwerke ein besonderes Gewicht verleihen und es in einem einzigartigen Licht erscheinen lassen. Dies macht es immer wieder allen Zuhörern möglich, die Inhalte der Musik individuell und besonders intensiv zu erleben.
Im ersten Teil des Programms erklang das Klaviertrio in B-Dur von Franz Schubert. Schubert, der sein ganzes Oeuvre in der unglaublich kurzen Zeitspanne von kaum mehr als 15 Jahren komponierte, schrieb es ein Jahr vor seinem frühen Tod, gezeichnet von Krankheit und finanziellen Sorgen. Trotzdem ist es dominiert von grosser Lebenslust, wienerischem Charme und heiterer Gelassenheit. Die drei Musiker schafften es scheinbar spielend, einen grossen Bogen über die vier ausladenden Sätze zu spannen, ihr lebendiges und bis ins kleinste Detail harmonisch aufeinander abgestimmtes Spiel begeisterte das Publikum schon vor der Pause.
Im Gegensatz zu Schubert waren im Klaviertrio op. 67 von Dmitri Schostakowitsch die tragischen biografischen Hintergründe der Komposition durchweg zu hören. Der Komponist widmete es seinem Freund und Gönner Ivan Sollertinski, der als unermüdlicher Förderer weltoffener Kultur den Bolschewisten ein Dorn im Auge war und mit 41 Jahren unerwartet starb. Paola De Piante Vicin spielte mit ihren beiden Partnern – beide führende Mitglieder beim Orchester der Oper Zürich – mit Hingabe und Intensität. Es war beeindruckend, wie unmittelbar die Gefahr einer kulturellen Einengung durch politische Vorgaben erlebbar wurde.
Eric Rothenbühler