Heute beginnt der dreitägige Anlass Neue Musik nach Plan
Im Gegensatz zu anderen Anlässen kann das dreitägige Festival Neue Musik Rümlingen wie geplant stattfinden. Nach dem Abstecher in die Romandie ist ab heute das Passdorf Langenbruck Gastgeberin der Veranstaltung, ...
Heute beginnt der dreitägige Anlass Neue Musik nach Plan
Im Gegensatz zu anderen Anlässen kann das dreitägige Festival Neue Musik Rümlingen wie geplant stattfinden. Nach dem Abstecher in die Romandie ist ab heute das Passdorf Langenbruck Gastgeberin der Veranstaltung, die hauptsächlich die Natur als Bühne nutzt.
Jürg Gohl
Hersberg feiert seinen 800. Geburtstag am 8. Mai 2027, also ein Jahr zu spät. Der heisse, trockene Sommer zwingt die Gemeinde, das für dieses Wochenende geplante Dorffest zu verschieben. Viel zu gross sind die gesundheitlichen Risiken und mehr noch die Gefahr, einen Brand auszulösen. Abgesagt sind aus dem gleichen Grund die Bauernolympiade auf dem Dietisberg sowie Ende Monat das Römerfest in Augusta Raurica.
Das alljährliche Festival Neue Musik Rümlingen, das heute beginnt, kann hingegen ganz nach Programm durchgeführt werden, auch wenn es zu einem grossen Teil draussen stattfindet. Traditionell dient dem Anlass die Natur als Bühne. Eine Absage sei nie ernsthaft diskutiert worden, sagt Tumasch Clalüna, der Geschäftsführer, zumal das Publikum nicht an die Zahlen der anderen Anlässe heranreichen wird. Selbstverständlich hätte man sich einem kommunalen oder kantonalen Verbot gebeugt, und man werde die Gäste zu vorsichtigem Verhalten auffordern.
Vor allem der Samstag, der Tag des Festivals, führt die Gäste sowie Musikerinnen und Musiker von Langenbruck aus ins Wandergebiet Wasserfallen und über das Chellechöpfli. Die Basel Sinfonietta wird auf einer Wiese aufspielen. Zudem sind die Veranstalter wie immer bemüht, auch die lokale Bevölkerung in ihr Festival zu integrieren. 40 Tonkünstler werden erwartet. Sie kommen aus der Schweiz, Norwegen, Deutschland, Italien und der Ukraine.
Ein erstes Mal beschallt werden dabei die Gäste bereits in der Gondelfahrt hinauf auf die Wasserfallen (Einlass an der Talstation von 10 bis 11 Uhr, Fahrt im Eintritt inbegriffen). Zu den Künstlern zählt auch Lukas Berchtold, der als Sohn des Dorfschullehrers in der Nähe der samstäglichen Wanderroute aufgewachsen ist.
Für den Auftakt und den Abschluss dienen nicht die Natur, sondern bekannte Häuser als Durchführungsorte. Heute wird ab 18 Uhr in der Oskar-Bider-Baracke, in der reformierten Kirche und der ehemaligen Uhrenfabrik «Revue» gespielt. Am Sonntag (10 bis 14 Uhr) dient das Kloster Schönthal mit seinen Skulpturen als Kulisse für «drei raumgreifende Landschaftskompositionen», wie die Medienmitteilung verspricht. Passend zur Geschichte des am höchsten gelegenen Baselbieter Dorfs, in welchem einst die Basler Aristokratie die Sommerfrische genoss, steht das diesjährige Festival unter dem Motto «Transit Langenbruck: durchreisen – ankommen – verweilen».
2027 auf den Splügen
Das Festival spricht wohl ein Spartenpublikum an und geniesst dort hohes Ansehen. Tumasch Clalüna stellt aber mit Freude fest, dass sich das Publikum «breiter» entwickelt, und blickt der Zukunft des Festivals als Gegenpol zur zunehmenden Digitalisierung gelassen entgegen.
Der Anlass blickt inzwischen auf eine 36 Jahre lange Geschichte. In den vergangenen Jahren hat es sich durchgesetzt, dass der Anlass abwechselnd im Oberbaselbiet und in einem anderen Landesteil stattfindet. So gastierte er im vergangenen Jahr am Lac de Joux und damit erstmals in der Romandie und vor zwei Jahren in Oltingen. Und bereits jetzt steht fest, wo es in einem Jahr hingehen wird: am 21. August in den Raum Splügen.
Weitere Informationen auf www.neue-musik-ruemlingen.ch