Beeindruckende Reitkunst
13.01.2026 BaselRund 200 Pferde sowie 75 Reiterinnen und Reiter zeigten bei den Longines CHI Classics in der St. Jakobshalle in Basel ihr Können. Das Publikum war begeistert. Gleich zwei Schweizerinnen brillierten bei den CHI Classics in Basel besonders: Barbara Schnieper vom Eigenhof in Seewen am Freitag ...
Rund 200 Pferde sowie 75 Reiterinnen und Reiter zeigten bei den Longines CHI Classics in der St. Jakobshalle in Basel ihr Können. Das Publikum war begeistert. Gleich zwei Schweizerinnen brillierten bei den CHI Classics in Basel besonders: Barbara Schnieper vom Eigenhof in Seewen am Freitag im Springreiten auf dem Pferd Judy KM CH als Siegerin beim Preis Thermoplan, und in der Dressur Charlotta Rogerson als Zweitplatzierte, gleich hinter der deutschen Dressurkönigin Isabell Werth. Der deutsche Europameister im Springreiten, Richard Vogel, gewann in der St. Jakobshalle gleich dreimal. Am Sonntagnachmittag krönte er seine Präsenz mit dem Sieg im Stechen in der letzten Hauptprüfung.
Charlotta Rogerson erhielt mit Bonheur de la Vie eine Punktzahl, die zuvor noch nie in einer Kür von einem Mitglied des Schweizer Teams erreicht worden ist. Zweifellos eine Sensation für den Schweizer Reitsport. Isabell Werth gab mit Wendy de Fontaine einmal mehr eine Dressur-Vorführung, die sowohl die Jury als auch das Publikum begeisterte. Der ebenfalls stark gefeierte deutsche Dressurreiter Raphael Netz erreichte auf DSP Dieudonne den 3. Platz. Insgesamt beteiligten sich 13 Reiterinnen und Reiter an der strengen Dressurprüfung vom Freitag.
Dem deutschen Europameister Richard Vogel gelang es am Donnerstag gleich in zwei von vier Springprüfungen, den Sieg mit den Pferden Phenyo und Diamant de Casall zu erlangen. Die erste Hauptprüfung der Longines CHI Classics Basel vom Donnerstag bestand aus dem Überwinden von 150 Zentimeter hohen Hindernissen, wobei die Fehler und die benötigte Zeit ausschlaggebend waren. Bester Schweizer an der ersten Hauptprüfung war Anthony Bourquard auf Festival Semilly. Beim Preis der Gönnerclubs Pferdesport Basel erzielte Richard Vogel seinen zweiten Tagessieg vom Donnerstag, Pius Schwizer kam auf Thelma Hastak in diesem Wettbewerb als bester Schweizer auf Platz 4.
Sehr viel Spannung für die Reitenden und das Publikum gab es am Freitag im Springreiten – mit viel Pech für die Schweizer Equipe, die es nicht ins Stechen schaffte. Ein fehlerfreier Ritt gelang den Schweizerinnen und Schweizern nicht. Knapp das Stechen verfehlten Martin Fuchs, Gaëtan Joliat und Steve Guerdat. Besonders das Hindernis mit den Basler Trommeln stellte die Schweizer Mannschaft vor Probleme. Grosse Siegerin am Freitag wurde erstmals die Niederländerin Kim Emmen auf ihrem Pferd Imagine; sie blieb als Einzige zwei Mal fehlerfrei. Auf den 2. und 3. Platz schafften es der Franzose Julien Epaillard auf Donatello d’Auge und der Belgier Pieter Devos auf Casual DV Z.
Speziell für die Schweizer Springreitenden war am Samstag das Jagdspringen mit gleich vier Bestplatzierten: Steve Guerdat als Sieger auf Is-Minka, als Zweiter Martin Fuchs auf Love de Vie, gefolgt von Bryan Balsiger auf Fais toi belle du Seigneur Pleville und auf Platz 4 die lokale Springerin Barbara Schnieper aus Seewen auf Judy KM. Als Sechster gelangte mit Niklaus Rutschi auf Oxana van de Bisschop nochmals ein Schweizer Teammitglied auf einen ehrenvollen Platz.
Im Championat der Stadt Basel um die goldene Trommel siegte der deutsche Reiter Josch Löhden auf EIC Schabernack. Der beste Schweizer, Adrian Schmid, kam mit Chicharito XI auf den fünften Platz.
Zum absoluten Höhepunkt wurde das Springreiten am Sonntag. Nach einem fehlerfreien Ritt und Bestzeit holte Richard Vogel aus Deutschland mit seinem Pferd United Touch S den Sieg. Er konnte seinen Sieg im Stechen gegenüber der Zweitplatzierten Kim Emmen aus den Niederlanden mit Imagine N.O.P. mit einer Überraschung sichern: Er nahm eine spektakuläre Abkürzung beim Hindernis «Emmentaler Käse». Das Publikum zeigte sich von diesem Manöver fasziniert. Den 3. Platz im sonntäglichen Stechen sicherte sich Johan-Sebastian Gulliksen aus Norwegen auf Equine America Harwich VDL. Bester Schweizer war Martin Fuchs im 4. Rang.
Die vier Reitsporttage in Basel zeigten einmal mehr, dass auch die Grössen des Reitsports immer wieder stark zu kämpfen haben und von den Jüngeren herausgefordert werden. Und dass es letztlich auf das gute Zusammenspiel von Reitenden und ihren Vierbeinern ankommt. Teamwork zwischen Ross und Reiter ist gefragt. Das macht die Turniere spannend. Das nächste Longines CHI Classics Basel findet vom 7. bis 10. Januar kommenden Jahres statt. Und vom 5. bis 9. April 2028 wird wie im vergangenen Jahr wieder das Weltcup-Finale in Basel ausgetragen.
André Frauchiger

