Beda Hans «Ali» Kamber, Sissach
19.02.2026 SissachIn Sissach, aber auch weit über die regionale Eishockeygemeinschaft hinaus, nehmen wir Abschied von Beda «Ali» Kamber, der am 9. Januar im 80. Lebensjahr nach einem erfüllten Leben verstorben ist.
Seine Krankheit hat Ali am Schluss seines Lebens immer mehr seiner ...
In Sissach, aber auch weit über die regionale Eishockeygemeinschaft hinaus, nehmen wir Abschied von Beda «Ali» Kamber, der am 9. Januar im 80. Lebensjahr nach einem erfüllten Leben verstorben ist.
Seine Krankheit hat Ali am Schluss seines Lebens immer mehr seiner Erinnerungen geraubt, und er konnte seinen Leidenschaften nicht mehr nachgehen. Immer mehr fehlte er im Dorf und auf der «Kunsti», und nun hat er uns für immer verlassen. Doch uns werden die Erinnerungen an einen leidenschaftlichen Menschen bleiben. Viele gingen durch sein Hockeyschule. Ali war ein strenger Kritiker, aber auch ein guter Trainer und Mentor. Ali liebte es, über Eishockey zu philosophieren, und oft gab es einen intensiven, zuweilen kritischen Austausch.
Geboren wurde er am 10. September 1946 und wuchs zusammen mit seinen 13 Geschwistern in Sissach auf. Ali war ein liebenswerter Partner, fürsorglicher Vater von drei Töchtern – Sarah, Marcia und Delia – und stolzer Grossvater von vier Enkelkindern. Als seine Töchter schon grösser waren, führte er mit ihnen eine Art WG. «Eine grossartige und lustige Zeit», wie seine Töchter diese Lebensphase beschreiben. Ali blieb seiner Heimat stets verbunden. Nicht nur an der Fasnacht und am Banntag, auch sonst war Ali oft, ob zu Fuss oder auf dem Velo, im Dorf unterwegs. Seine leidenschaftliche Art machte ihn zu einem wertvollen Begleiter.
Nach seiner Lehre als Metallbauschlosser zog es den 21-jährigen Ali nach St. Moritz. Als Spieler des EHC St. Moritz kreuzten sich seine Wege erstmals mit Arno Del Curto – eine Begegnung, aus der eine Freundschaft entstand, die für den Rest des Lebens hielt. Über Jahrzehnte hinweg blieb Arno Del Curto ein treuer Weggefährte und besuchte Ali hin und wieder in Sissach, zuletzt auch im Altersheim.
Nach seinem Abstecher ins Engadin und dem Aufbau eines eigenen Schlosserbetriebs in Sissach arbeitete er während Jahren für die Basler Eisenmöbelfabrik in Zunzgen. Doch seine wahre Leidenschaft gehörte dem Eishockey. Gemeinsam mit seinen Brüdern prägte Ali diesen Sport in Sissach wie kaum ein anderer. Zuerst als Spieler des EHC Sissach, später als Nachwuchstrainer des EHC Zunzgen-Sissach, aber auch im «Tunneli-Team».
Ali liess sich beim Eishockeyverband schon früh zum Trainer ausbilden. Zwischen 1977 und 1984 und von 1985 bis 1994 prägte er dann als Trainer den EHC Rheinfelden. In die Vereinschronik fand er Aufnahme als erster vom Verband ausgebildeter Spielertrainer des Vereins, der das Team 1977 in der 2. Liga führte, 1978 den Aargauer Cup-Sieg feierte und 1983 den Aufstieg in die 1. Liga einzig aufgrund einer unglücklichen Forfait-Niederlage verpasste. 1984 trat er nach sieben intensiven Jahren zurück, kehrte jedoch 1985 noch einmal zurück, um den Verein vor dem Abstieg zu retten. Erst 1993 verabschiedete er sich endgültig aus Rheinfelden – nicht ohne bleibende Erinnerungen zu hinterlassen.
Unvergessen ist auch sein Engagement für den Nachwuchs des EHC Zunzgen-Sissach. Als Trainer dieses Vereins formte er Generationen junger Spieler und vermittelte ihnen nicht nur Technik und Taktik, sondern auch die Leidenschaft für diesen Sport.
Abseits des Eises liebte Ali das Tanzen, war leidenschaftlicher Tambour und Jasser. So machte er sich nicht nur als Gründungsmitglied der Fasnachtsclique «Spootzünder» einen Namen, sondern auch als Badi-Jasser. Während der Badi-Saison war er fast täglich dort anzutreffen. Legendäre Jassrunden waren ebenso keine Seltenheit wie die Tatsache, dass Ali immer einen Kilometer Längen schwamm, aus denen später Breiten wurden.
Solange Ali konnte, waren zusammen mit Willy Vögtlin, dem ehemaligen Spitzenschiedsrichter, Eishockeyfunktionär und heutigen Spielplangeneral, Besuche an den Eishockey-Weltmeisterschaften angesagt. Unter anderem dort pflegte Ali eine weitere Leidenschaft: Das Sammeln von Eishockey-Pins. Seine über all die Jahre entstandene Sammlung ist bemerkenswert und umfasst mehrere hundert Exemplare.
Mit Beda «Ali» Kamber verlieren wir einen Menschen, der durch sein Wirken und seine Leidenschaft unvergessen bleibt. Die Gedanken sind bei seiner Familie, all jenen, die ihm nahestanden und bei den Eishockeyverrückten, die sein Erbe weiterführen.
Christof Amsler

