«Baselland ist ein Waldkanton»
01.02.2024 RegionMünchenstein | Amt für Wald beider Basel startet ins Jubiläumsjahr
Vor 125 Jahren begannen die Kantone Baselland und Basel-Stadt beim Forstwesen offiziell zusammenzuarbeiten. Das Amt für Wald beider Basel, das es in der heutigen Form erst seit 30 ...
Münchenstein | Amt für Wald beider Basel startet ins Jubiläumsjahr
Vor 125 Jahren begannen die Kantone Baselland und Basel-Stadt beim Forstwesen offiziell zusammenzuarbeiten. Das Amt für Wald beider Basel, das es in der heutigen Form erst seit 30 Jahren gibt, feiert das Jubiläum mit zwölf alten Bäumen.
Tobias Gfeller
Wenn man ganz ehrlich ist, feiert in diesem Jahr das Amt für Wald beider Basel nicht sein 125-jähriges Bestehen, sondern die Wiederaufnahme der offiziellen Zusammenarbeit im Forstwesen der 66 Jahre zuvor getrennten Kantone Baselland und Basel-Stadt. 1899 wird Jakob Müller als Kantonsförster angestellt und von den beiden Stadtoberförstern von Basel und Liestal eingeführt. Nach der Kantonstrennung gingen im Baselbiet das Eigentum und die Aufsicht über den Wald an die Gemeinden über. Der Wald war damals eine wichtige Einnahmequelle. Geld aus Steuern war damals nur rudimentär vorhanden. In den Jahrhunderten zuvor, als der Wald längst bewirtschaftet wurde, ging es der Aufsicht über die Wälder der Region primär darum, zu verhindern, dass zu viel gerodet wird. Holz war ein knappes Gut, das gerecht verteilt werden sollte.
Ueli Meier, Leiter des Amts für Wald beider Basel, das es in der heutigen Form erst seit 30 Jahren gibt, blickte in seiner Ansprache am Montagnachmittag bei der Waldhütte am Gruthweg in Münchenstein kurz in die Vergangenheit, bevor er vor allem nach vorne schaute. Mit ihm würdigten die beiden für den Wald verantwortlichen Regierungsräte Thomi Jourdan (EVP, Baselland) und Kaspar Sutter (SP, Basel-Stadt) die Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinaus. Die politische Hoheit haben beide Kantone aber nach wie vor souverän über ihr Waldgesetz, das in Baselland 1998 abgesegnet wurde, in Basel-Stadt drei Jahre später.
Viele Wälder sind überaltert
Eine derart enge Zusammenarbeit zwischen Baselland und Basel-Stadt wie beim Forstwesen gibt es in nur ganz wenigen Bereichen. Dazu gehören das Lufthygieneamt und die Rheinhäfen. Dass die beiden Basel ausgerechnet beim Thema Wald derart eng zusammenarbeiten, ist nicht selbstverständlich. Die Gegebenheiten könnten nicht unterschiedlicher sein. Im Baselbiet hat es 20 000 Hektaren Wald, was 40 Prozent der ganzen Kantonsfläche entspricht. In Basel-Stadt sind es gerade einmal 430 Hektaren. «Baselland ist ein Waldkanton», betonte Thomi Jourdan entsprechend stolz und hob die Bedeutung des Waldes für die Gesundheit und die Gesellschaft hervor.
Es gehe darum, die Balance zu finden zwischen der Natur, dem Ruhebedürfnis der Wildtiere, der Bewirtschaftung und den Interessen der Waldeigentümer und den Bedürfnissen der Menschen, die den Wald für ihre Freizeitaktivitäten nutzen möchten. Weniger Erträge aus der Holzwirtschaft stünden immer mehr Forderungen aus der Bevölkerung und dem Klimawandel gegenüber, mahnte Thomi Jourdan. Der Wald könnte die nötige Transformation selber schaffen, doch der Mensch gebe ihm dafür nicht die nötige Zeit. Der Baselbieter Walddirektor erinnerte auch daran, dass viele Wälder in der Region überaltert sind.
«Wald- und Wildtiermanagement: Zwischen Schutz und Nutzung» lautet das erste Thema, welches das Amt für Wald beider Basel auf einer Informationstafel und auf einer eigens für das Jubiläum aufgeschalteten Webseite diskutiert. Eine aus einem Baumstamm geschnitzte Waage soll dies symbolisieren.
Jubiläumsbäume als Mahnmale
Im Zentrum des Jubiläumsjahrs stehen zwölf über 125 Jahre alte Bäume, die als Jubiläumsbäume ausgezeichnet werden. Den Auftakt macht eine Rotbuche bei der Waldhütte der Bürgergemeinde Münchenstein. Der nächste Jubiläumsbaum steht in der Gemeinde Wahlen. Dort wird das Thema Jagd behandelt. Weitere Themen sind in Rothenfluh der naturnahe Waldbau und in Waldenburg die grossen Beutegreifer in den Wäldern der Region. Den Abschluss macht ein Jubiläumsbaum in Reinach.
