Rund 50 Personen schritten die Gemeindegrenze ab
Regierungsrat Anton Lauber sorgte am Niederdörfer Banntag für eine Überraschung. Er begleitete die Teilnehmenden als Privatmann. Neben politischen Gesprächen standen Geselligkeit und die Dorfgeschichte im ...
Rund 50 Personen schritten die Gemeindegrenze ab
Regierungsrat Anton Lauber sorgte am Niederdörfer Banntag für eine Überraschung. Er begleitete die Teilnehmenden als Privatmann. Neben politischen Gesprächen standen Geselligkeit und die Dorfgeschichte im Mittelpunkt.
Lorenz Degen
Sehr selten kommt es vor, dass ein Mitglied der kantonalen Regierung am Niederdörfer Banntag teilnimmt. Monica Gschwind (FDP) tat dies vor vielen Jahren einmal, nun überraschte am vergangenen Sonntagmorgen Gemeindepräsident Martin Zürcher die rund 50-köpfige Rotte mit der Anwesenheit von Anton Lauber («Mitte»). Dieser sei als «Privatmann» gekommen, halte also keine offizielle Rede. Doch politische Gespräche waren im Laufe des Tages unvermeidlich.
Das lag auch an den anderen Gästen, für die Politik zum Lebensinhalt gehört, wie Niederdorfs Landrat Urs Roth (SP), Hölsteins Gemeindepräsidentin und Landrätin Andrea Heger (EVP) mit ihrem Amtskollegen Andreas Appenzeller (SP) sowie Oberdorfs Gemeindepräsident Piero Grumelli («Mitte»). Die Freunde aus dem sächsischen Niederdorf mussten wegen Grippe die geplante Reise absagen und konnten das Baselbieterlied, gespielt vom Musikverein Niederdorf, diesmal nicht mitsingen.
Angeführt von den Rottenchefs Ruedi Gerber (bis zur Hangelifluh, dem höchsten Punkt von Niederdorf) und Christoph Stauffer (flachere Route) wurde dieses Jahr die Grenze auf der Seite Dielenberg abgeschritten. Der trockene Sommer hatte Gemeindepräsident Zürcher bewogen, die Mittagsrast nicht im Wald unter möglicherweise herabfallenden Ästen abzuhalten. Im Schopf des Hofs Benkenmatt wäre die Rotte sogar vor Regen geschützt gewesen, doch trotz des bedeckten, wolkenverhangenen Himmels blieb der Banntag bei niedrigen Temperaturen trocken.
Die Pistolenschützen Oberdorf bewirteten die Niederdörfer Banntäglerinnen und Banntägler vorzüglich, vom Morgen über Mittag bis zum Ausklang auf dem Schulhausplatz. Mit 85 Jahren marschierte Hugo Aregger als ältester Teilnehmer mit. Familien mit Kindern seien leider kaum mehr am gemütlichen Anlass dabei, wie ein ehemaliger Gemeinderat mit Bedauern feststellte. Gemeinderätin Helene Koch wies unterwegs auf alte Grenzsteine, jungsteinzeitliche Siedlungen und besondere Flurnamen hin, die Anton Lauber auch in der Heimatkunde Niederdorf nachlesen kann, die er als Geschenk erhielt.
Als weitherum hörbare Begleiter machten sich die Banntagsschützen Niederdorf und die Kanoniere des «Frytig-Stamms» immer wieder bemerkbar. Der nächste Banntag wird im Oktober 2028 stattfinden und entlang der Talseite Dottlenberg führen.