Bankrat wird umgebaut
04.09.2026 Baselbiet«Radicant»-Aufarbeitung geht weiter
Der Regierungsrat erneuert den Bankrat der BLKB. Der Umbau erfolgt in zwei weiteren Etappen bis zum kommenden Sommer. Danach sollen die neuen Kräfte im Bankrat die Mehrheit haben.
Janis Erne
Bis zu 190 ...
«Radicant»-Aufarbeitung geht weiter
Der Regierungsrat erneuert den Bankrat der BLKB. Der Umbau erfolgt in zwei weiteren Etappen bis zum kommenden Sommer. Danach sollen die neuen Kräfte im Bankrat die Mehrheit haben.
Janis Erne
Bis zu 190 Millionen Franken kostet die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) das Abenteuer mit der digitalen Tochterbank Radicant, die derzeit liquidiert wird. Nun treibt der Regierungsrat die bereits begonnene Erneuerung des Bankrats, sozusagen des Verwaltungsrats der Bank, weiter voran. Nicht mit einem grossen Schnitt, sondern in zwei Etappen.
Eine sofortige Rundumerneuerung hatte Landrat Marco Agostini (Grüne) gefordert. Nach den Fehlern rund um Radicant bezweifelte er vor einem Jahr, dass der Bankrat in seiner damaligen Zusammensetzung die BLKB in die Zukunft führen könne. Das Parlament überwies seinen Vorstoss zur Prüfung an die Regierung um den für die Bank zuständigen Finanzdirektor Anton Lauber («Mitte»). Diese lehnt einen sofortigen Schnitt nun aber ab und setzt stattdessen auf eine etappenweise Erneuerung, wie sie am Dienstag bekannt gab.
Der erste Schritt soll bereits Anfang kommenden Jahres erfolgen. Der heute achtköpfige Bankrat soll um einen neunten Sitz erweitert werden. Das Ausschreibungs- und Wahlverfahren soll bis Dezember abgeschlossen sein, das neue Mitglied am 1. Januar 2027 seine Arbeit aufnehmen. Damit würden drei der neun Bankräte erst nach der Radicant-Wertberichtigung vom Sommer 2025 ins Gremium gekommen sein.
Der deutlich grössere Umbau soll bei der regulären Gesamterneuerung per 1. Juli 2027 folgen. Dann sollen die «amtsneuen» Mitglieder erstmals die Mehrheit stellen. Angestrebt wird ein Verhältnis von fünf neuen zu vier bisherigen Bankräten, möglich seien auch sechs zu drei, so der Regierungsrat. Der neue Bankratspräsident Thomas Aegerter und Laubers Krisenmanager Thomas Bauer, ehemaliger Präsident der Finanzmarktaufsicht Finma und BLKB-Bankratsmitglied, sollen massgeblichen Einfluss auf die Zusammensetzung nehmen.
Regierung wartet PUK-Bericht ab
Dass die Regierung nicht schon jetzt einen radikalen Schnitt vollzieht, begründet sie mit laufenden Untersuchungen. Die Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) des Landrats arbeitet die Vorgänge rund um Radicant auf, ebenso die Finma. Der PUK-Bericht soll bis Ende Jahr erscheinen und eine «massgebliche Grundlage» für weitere Entscheide bilden. Sollten die Untersuchungen weiteren Handlungsbedarf ergeben, könnten also weitere personelle Konsequenzen im Bankrat folgen.
Die Regierung will verhindern, dass bisherige Bankratsmitglieder vor Abschluss der Untersuchungen vorverurteilt werden. Gegen eine sofortige Abberufung sprechen laut Regierung auch rechtliche Risiken: Eine vorzeitige Abwahl einzelner Mitglieder könnte langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen auslösen.
Ganz am Anfang steht der Umbau der BLKB-Spitze sowieso nicht mehr. Zentrale Wechsel sind bereits erfolgt: Bankratspräsident Thomas Schneider und CEO John Häfelfinger traten 2025 zurück. Seit Juli führt Thomas Aegerter den Bankrat, seit Mai steht Alexandra Scriba an der operativen Spitze. Die Regierung sieht die BLKB daher mit einer «zukunftsfähigen Führung» ausgestattet.
