AUSGEFRAGT | THOMAS LAGNAZ, EVENTPLANER AUS LEIDENSCHAFT
26.04.2024 Gesellschaft«Wir erhoffen uns einen Image-Wechsel»
Die Verantwortlichen der «Wäberei» – formals «Modus» – in Liestal starten in eine neue Ära und knüpfen mit alten Konzertformaten an die vorherigen Erfolge an.
...«Wir erhoffen uns einen Image-Wechsel»
Die Verantwortlichen der «Wäberei» – formals «Modus» – in Liestal starten in eine neue Ära und knüpfen mit alten Konzertformaten an die vorherigen Erfolge an.
Herr Lagnaz, wie sind Sie zu der «Wäberei» gekommen?
Thomas Lagnaz: Ich betitle das gerne als die klassische Tellerwäscher-Story. Vor zehn Jahren habe ich im Klub Modus als Aushilfe an der Garderobe gestartet. Irgendwann habe ich zum Bar-Betrieb gewechselt. Da war ich lange – später auch als Bar-Chef. 2019 hat sich dann die Gelegenheit geboten, dass ich mit Nicolas J. Arthur, der schon sehr lange und intensiv im «Modus» engagiert ist, die Leitung übernehmen konnte. Ich mache das hauptsächlich als Hobby, einfach weil mir viel an diesem Ort liegt.
Wieso genau der Namenswechsel?
Wir mussten feststellen, dass der Ruf des «Modus» über die Jahre leider nicht mehr der beste war. Durch die damaligen Partyformate war unser Publikum sehr jung; ältere Leute setzten kaum noch ihren Fuss in das «Modus». Durch den Namenswechsel erhofften wir uns einen Image-Wechsel und eine Abnabelung von einigen Vorurteilen. Das Schild-Areal war bekannt für die Herstellung von Textilien. Den Raum, den wir für die Veranstaltungen zur Verfügung stellen, behauste früher die Weberei. So ist der Name «Wäberei» geboren.
Der erste Hip-Hop-Event steht vor der Tür. Wie ist diese Idee entstanden?
Neben dem Event «Al-dente» gibt es seit ein paar Monaten auch «Dirty Thirty». Beide Veranstaltungen setzen kein bestimmtes Alter voraus, zielen aber darauf ab, dem älteren Publikum eine gute Zeit zu bereiten. Vergangenen Herbst hat bei uns das Soft Opening in Form des ersten «Al-dente»-Events stattgefunden. Mit dabei waren die «Backbyrds» – eine sehr coole «Beatles»-Coverband aus Deutschland. An diesem Konzert ist mir die Idee gekommen, eine Hip- Hop-Konzertreihe für die «alte Garde» anzubieten. An diesem besagten Abend war Iris Bösiger, auch bekannt als Ira May, in der «Wäberei» und hat genau diese Idee geäussert. Wenige Tage später haben wir uns für eine Besprechung getroffen und der Rest ist Geschichte. Sie übernimmt seither den Grossteil des Bookings und die Künstlerkommunikation für den Event «Hip-Hop is dead», der ab jetzt zwei Mal im Jahr stattfinden soll und plant mit uns zusammen diese Konzertreihen.
Was ist die Intention?
Das «Modus» war früher ein wichtiger Treffpunkt für viele Hip-Hop-Crews und die lokale Szene hat sich regelmässig in Liestal versammelt. Hip-Hop war ein grosser Bestandteil unserer Jugend und man hatte praktisch jedes Wochenende die Gelegenheit, sich an einer Hip-Hop-Party zu treffen. Das ist in den letzten zehn Jahren stark zurückgegangen. Unsere Generation mag den Boombap, die junge Generation steht wiederum mehr auf Trap – eine Abwandlung oder Weiterentwicklung von Hip-Hop im klassischen Sinn. Das Format soll den Ü30ern eine grosse Wiedersehensparty bescheren. Auch für diese Party setzen wir kein Alter voraus, aber durch die auftretenden Acts wird sich automatisch die entsprechende Generation angesprochen fühlen und hoffentlich enthusiastisch mit uns mitfeiern.
«Hip-Hop is dead» ist ein recht provokanter Name.
Einerseits ja, andererseits ist der Name Programm. Die Szene, wie wir sie von früher kennen, ist tatsächlich eher tot als lebendig. Aber genau das möchten wir ändern – zumindest hier in Liestal. Dazu kommt, dass mit diesem Titel sofort klar ist, um welchen Musikstil es geht.
Was steht für die erste Ausgabe des Anlasses auf dem Programm?
Unsere authentischen Lokalmatadoren «Amici del Rap» eröffnendiesen Abend und bringen die Leichtigkeit aus vergangenen Tagen zurück auf die Bühne. Danach folgen «Pyro», «Mos» und «Aux» aus Basel. Als Hauptact beehrt uns dann «Black Tiger», Mitbegründer des schweizerdeutschen Raps und grosser Wegbereiter für alle Rapper, die seither auf der Bildfläche erschienen sind. Für eine unvergessliche Afterparty sorgt dann DJ Flink von den «Tafs». Ab dem zweiten Event werden wir den ersten Slot jeweils mit einem Newcomer oder einer Newcomerin belegen, um auch jungen Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform zu bieten. Am 19. Oktober folgt bereits die zweite Ausgabe, für die wir «Brandhärd» als Mainact gewinnen konnten.
Wie fällt die Resonanz aus?
Sehr positiv! Es ist erfreulich, wenn man von unbekannten Menschen darauf hingewiesen wird, dass dieser Event stattfinden wird. Das ist sehr amüsant. Ich glaube, die Leute haben auf so etwas gewartet und freuen sich.
Interview vs.
«Hip-Hop is dead», 30. April, «Wäberei»-Eventlocation, Eichenweg 1, Liestal.
Künstler: Amici del Rap, Pyro, Mos und Aux, Black Tiger
Tickets auf www.eventfrog.ch

