Der Autobahnausbau trägt sich selbst
Zum Leserbrief «Gegen den Autobahnausbau» in der «Volksstimme» vom 15. Oktober, Seite 6
Wenn die Leserbriefschreiberin gegen den Autobahnausbau ist, ist das ihr demokratisches gutes Recht. Wenn sie ...
Der Autobahnausbau trägt sich selbst
Zum Leserbrief «Gegen den Autobahnausbau» in der «Volksstimme» vom 15. Oktober, Seite 6
Wenn die Leserbriefschreiberin gegen den Autobahnausbau ist, ist das ihr demokratisches gutes Recht. Wenn sie das Sparpotenzial, das in Bern nun erkannt wurde, moniert, vergisst sie, dass wir seit Jahrzehnten über unsere Verhältnisse leben. Wir sind zu einer Vollkaskomentalitäts-Wohlfühlgesellschaft mutiert. Wir leben vom Erbe unserer Ururgrossväter und jedes Erbe kommt irgendwann auf null.
Das Volk hat immer recht, aber es muss auch ohne zu murren die Konsequenzen für seine Entscheide tragen. In den vergangenen 50 Jahren ist die Infrastruktur (Strassen) um den Faktor 2 gewachsen. Der individuelle Verkehr inklusive dem Busverkehr, um den Faktor 7! Logische Konsequenz ist der Stau. Und bitte nicht vergessen: Die E-Autos brauchen auch Strassen, sie fliegen noch nicht.
Wenn Sie der Meinung sind, mit Kistenvelos könne man Wärmepumpen, Solarpanels oder andere sperrige Güter transportieren, dann probieren Sie das bitte selbst. Die Autofahrer bezahlen Jahr für Jahr rund 5 Milliarden Franken Benzinsteuer in die Kasse des Bundes, aber nur 50 Prozent werden für die Strasse verwendet, die anderen 50 Prozent wandern in die allgemeine Kasse. Also nicht auf Kosten Ihrer erwähnten Einsparungen, damit die Autobahn endlich ausgebaut werden kann; die Autofahrer bezahlen den Ausbau selbst.
Ein weiteres Sparpotenzial, das noch nie angesprochen wurde, ist das Asylwesen. Kosten pro Jahr 8 Milliarden oder verständlicher ausgedrückt, 8000 Millionen. Zusammen mit dem schon erwähnten Sparpotenzial finanzieren wir die 13. AHV-Rente, die Armee und weitere notwendige Ausgaben, nicht aber den Autobahnausbau, der trägt sich selbst.
Andi Trüssel, Landrat SVP, Frenkendorf