Auf ein Bier!
10.02.2026 RheinfeldenAuftakt zum Jubiläumsjahr «150 Jahre Feldschlösschen»
Als Hommage an Gemeinschaft, Begegnung und gemeinsame Momente – dafür will Feldschlösschen sein Jubiläumsjahr nutzen. Am Sonntag fand der Startschuss mit 250 geladenen Gästen statt, ...
Auftakt zum Jubiläumsjahr «150 Jahre Feldschlösschen»
Als Hommage an Gemeinschaft, Begegnung und gemeinsame Momente – dafür will Feldschlösschen sein Jubiläumsjahr nutzen. Am Sonntag fand der Startschuss mit 250 geladenen Gästen statt, darunter Bundesrat Albert Rösti.
Brigitte Keller
Am 8. Februar 1876 brauten Mathias Wüthrich, ein Landwirt aus Olsberg, und Theophil Roniger, ein Brauer aus Magden, das erste Feldschlösschen-Bier. «Nur ein paar Meter entfernt vom Schalanderplatz, wo wir uns jetzt gerade befinden, setzten die beiden Gründer den ersten Sud an und legten damit den Grundstein für die erste und bis heute national tätige Brauerei der Schweiz.» Mit diesen Worten hiess Kommunikationschefin Gabriela Gerber am Sonntag die 250 geladenen Gäste willkommen – auf den Tag genau 150 Jahre nach dem Gründungstag.
Zur Gästeschar, die sich im ikonischen Schloss in Rheinfelden einfand, zählten Politikerinnen und Politiker von Bund, den Kantonen Aargau und Baselland, wie beispielsweise die Thürner FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger, und der Stadt Rheinfelden sowie Kundinnen und Kunden, Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft und weitere Wegbegleiter. So waren in der Menge auch David Degen, Präsident des FC Basel, und Sänger Baschi auszumachen. Mit Präsident und Geschäftsführer vertreten war die Carlsberg-Gruppe, der Feldschlösschen gehört.
Das Gründerdatum habe sich als Glückstag erwiesen, sagte Gerber, zahlreiche Meilensteine in der Geschichte der Brauerei wurden jeweils an einem 8. Februar gefeiert. Beispielsweise im Jahr 1898, als Feldschlösschen die grösste Brauerei der Schweiz wurde und Rheinfelden zur Bierhauptstadt des Landes machte: An keinem anderen Ort sei seither mehr Bier gebraut worden.
Thomas Amstutz, CEO von Feldschlösschen, blickte in seiner Rede ebenfalls in die Vergangenheit. Er verriet, dass er nach seinem Antritt den Übernamen «Doppelmeter» erhalten habe. «Nicht nur wegen meiner Körpergrösse, sondern auch, weil ich viele Ideen hatte, viele grosse Schritte forderte.» Wer hoch hinaus wolle, dürfe aber nicht den Boden unter den Füssen verlieren, «im Gegenteil – wer in die Höhe wachsen will, muss gut verwurzelt sein».
«Das Resultat ist beängstigend»
Man wollte das Jubiläum nutzen, um sich zu fragen, welchen Beitrag Feldschlösschen – über das wirtschaftliche Wirken hinaus – für die Schweiz leisten könne, so Amstutz. «Wir sind mit unseren Produkten dort präsent, wo Menschen zusammenkommen. Feldschlösschen ist Teil des gesellschaftlichen Miteinanders.» Um den Puls in der Bevölkerung zu messen, wurde ein Meinungsforschungsinstitut mit der jährlichen Umfrage «Barometer: Zusammenhalt in der Schweiz» beauftragt.
Das Ergebnis sei ernüchternd, ja sogar beängstigend, resümierte Thomas Amstutz. Mehr als 80 Prozent der Schweizer sagten, dass der Zusammenhalt abnehme. Für viele Menschen fände Gemeinschaft zunehmend im Privaten statt. «Alleine im vergangenen Jahr haben wiederum Hunderte Restaurants – Orte, wo debattiert und gelernt werden kann – ihre Türen für immer geschlossen», sagte Amstutz. «Als Unternehmen können wir den Zusammenhalt nicht verordnen. Aber wir können einen Beitrag leisten, indem wir ihn sichtbar machen.»
Als Ehrengast durfte Bundesrat Albert Rösti (SVP) begrüsst werden. Es sei seine Premiere «im Schloss», verriet der Uvek-Vorsteher. In seiner Ansprache würdigte er die staatspolitische Bedeutung des Biers und betonte: «Nachher ein Bier trinken, das kann man auch mit dem Konkurrenten, mit dem politischen Gegner; das gemeinsame Bier nimmt die Härte und Schärfe aus dem Umgang. Ist das Anstossen mit einem Bier nicht mehr möglich, dann ist wirklich Hopfen und Malz verloren.»
Am 25. April feiert Feldschlösschen mit einem Brauereifest mit der ganzen Bevölkerung. Zudem finden im März, Juni und August Geburtstagswochen mit einem vielfältigen Programm im Besucherzentrum Brauwelt statt.
