Durchzogener Herbst wirkte sich auf den Ertrag aus
Der Jahrgang 2025 der Weine aus der Region Basel und Solothurn weist eine eher tiefe Menge, aber eine gute Qualität auf. Die Rebbauern hatten wegen des nassen Herbstes, Hagelschlägen, Stürmen und Schädlingen alle ...
Durchzogener Herbst wirkte sich auf den Ertrag aus
Der Jahrgang 2025 der Weine aus der Region Basel und Solothurn weist eine eher tiefe Menge, aber eine gute Qualität auf. Die Rebbauern hatten wegen des nassen Herbstes, Hagelschlägen, Stürmen und Schädlingen alle Hände voll zu tun.
André Frauchiger
2024 war die Weinernte in der Region Basel und Solothurn mit 633 Tonnen mengenmässig vergleichsweise gering. Die letztjährige Ernte fiel mit 750 Tonnen unwesentlich besser aus; es war der drittkleinste Ertrag der vergangenen zehn Jahre. Bei den weissen Sorten wurde 2025 mit 316 Tonnen exakt das Zehn-Jahres-Mittel erreicht, bei den roten Weinen waren es 434 Tonnen, was einen Rückgang um 10 Prozent bedeutet. Zum Vergleich: Der Ernte-Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre beträgt knapp 800 Tonnen.
Dass die Qualität der regionalen Weine des Jahrgangs 2025 trotz zahlreicher Regentage im September und Oktober, mehrerer Hagelschläge, starker Gewitter und Stürmen im Juni und im August (in Sissach, Böckten, Gelterkinden, Ormalingen, Buus, Maisprach und Wintersingen) letztlich gut ausgefallen ist, sei auf den grossen Einsatz der Weinproduzenten zurückzuführen, hiess es diese Woche an der Medienkonferenz des Zentrums Ebenrain in Aesch.
Als Sofortmassnahme gegen Fäulnis durch angeschlagene oder aufgeplatzte Beeren wurden die Trauben mit Tonmineralien (Kaolin) behandelt. Faulende Trauben wurden teils einzeln von Hand abgeschnitten. Der personelle Aufwand für die Weinlese sei zum Teil doppelt so gross gewesen wie üblich. Die Pilzerkrankungen Falscher Mehltau und Echter Mehltau seien unter Kontrolle gewesen. Schwieriger zu bekämpfen gewesen seien neben der Fäulnis die Kirschessigfliege – dies insbesondere auf den roten Traubensorten. Grosse Sorgen bereiten den Rebbauern neu auftretende Schädlinge wie der Japankäfer, die Amerikanische Rebzikade oder die Rebkrankheit Goldgelbe Vergilbung.
Deren Verbreitung soll mit geeigneten Massnahmen möglichst verhindert werden. Auch die invasive Asiatische Hornisse wird bekämpft. Doch der Aufwand habe sich gelohnt, sagten Andreas Buser vom Verband der regionalen Weinproduzenten und Rebbaukommissär Urs Weingartner vor den Medien.
Aesch ist mit 20,5 Hektaren Rebfläche die grösste Rebgemeinde, gefolgt von Maisprach (15,9 Hektaren), Sissach (11,3 Hektaren), Muttenz (11,2 Hektaren), Wintersingen und Buus (je 8,1 Hektaren), Pratteln (6,3 Hektaren), Biel-Benken (5,1 Hektaren), Riehen (4,8 Hektaren) und Arlesheim (4,7 Hektaren). Die Rebfläche in der Region Basel macht weniger als 1 Prozent der Schweizer Weinbaufläche aus. Schon vor diesem Hintergrund geniesst der regionale Wein eine gewisse Exklusivität.
Zwölf Weine nominiert
Am 1. Juni wird auf Schloss Ebenrain durch Expertinnen und Experten die alljährliche Kürung des Staatsweins erfolgen. Nominiert sind insgesamt zwölf Weine der Siebe Dupf Kellerei (Liestal), des Weinguts Jauslin (Muttenz), des Weinbaus Löw (Buus), der Kaufmann Weinbau (Liestal) und des Buser Hof Leimen (Buus). Es handelt sich bei den Finalisten um leichte und kräftige und aromatische Weissweine oder Cuvées, reinsortige Pinots noirs und reinsortige Rotweine oder Cuvées.
Das Weinjahr 2026 ist gut angelaufen, wie Rebbaukommissär Urs Weingartner unterstrich. Es bestehe kaum mehr Frostgefahr. Die kalte Brise habe ein langsames Wachstum ermöglicht, was nicht nachteilig sei. Der Austrieb der Reben habe gut begonnen, so Weingartner.