«Alle sollen ihren Spass haben»
24.04.2026 PersönlichVon heute bis Sonntag findet in der Sissacher Begegnungszone zum fünften Mal das Food-Truck-Festival statt. Organisator Patrick Kohler blickt auf die Jubiläumsausgabe voraus und verrät, wie man möglichst viel vom kulinarischen Angebot geniessen kann.
Pascal ...
Von heute bis Sonntag findet in der Sissacher Begegnungszone zum fünften Mal das Food-Truck-Festival statt. Organisator Patrick Kohler blickt auf die Jubiläumsausgabe voraus und verrät, wie man möglichst viel vom kulinarischen Angebot geniessen kann.
Pascal Kamber
Herr Kohler, welche kulinarischen Köstlichkeiten warten dieses Jahr auf die Besucherinnen und Besucher?
Patrick Kohler: Sie kommen in den Genuss eines ausgeglichenen und guten Angebots. Seit langer Zeit gibt es wieder Fischknusperli, weil sie von den Kunden ebenso gewünscht wurden wie ein Schweizer Menü. Deshalb werden beim Food-Truck-Festival in Sissach zum ersten Mal Käsespätzli verkauft. Daneben können die Gäste auch Bewährtes auswählen wie Churros, Piadina, griechische Pita oder Burger.
Wie sieht es in Sachen Rahmenprogramm aus?
In der Begegnungszone spielt jeden Tag eine Liveband. Am Freitag liefert «Bat Cat Kusi» aus der Region Solothurn tolle Rockmusik, am Samstag tritt die Baselbieter Mundartrock-Band «Spruchrif» auf. Am Sonntag gibt «Pasci» mit seiner Gitarre den Ton an. Und die Kinder können sich wieder in der Hüpfburg austoben.
Eigentlich steht an diesen drei Tagen das Essen im Vordergrund. Warum braucht es dann diese Unterhaltung?
Ich will, dass die Menschen am Festival verweilen und nicht nur essen, sondern auch etwas trinken. Es soll ein Tag für die Familie sein, an dem alle ihren Spass haben. Oder man verbringt Zeit mit Freunden und geniesst die gute Stimmung.
Das Food-Truck-Festival in Sissach findet bereits zum fünften Mal statt. Wie hat sich der Anlass seit der Premiere 2022 entwickelt?
Nicht gross, es kommt seit seiner ersten Ausgabe ziemlich ähnlich daher. In diesem Jahr haben wir viel in die Werbung gesteckt und professionelle Plakate erstellen lassen. Da hoffe ich schon, dass das eine gewisse Wirkung erzielt. Zum zweiten Mal in Folge findet das Food-Truck-Festival in Sissach Ende April statt.
An diesem Datum will ich auch in Zukunft festhalten.
Wieso finden es die Menschen toll, ihr Essen bei einem Imbisswagen zu bestellen und unter freiem Himmel zu essen?
Bei mir kommt Ferienstimmung auf, wenn ich verschiedene Köstlichkeiten aus anderen Ländern essen darf. Zudem kann man beim Food-Truck-Festival die Menüs herumreichen und von allem ein bisschen probieren, was im Restaurant weniger der Fall ist. Am Ende geht es auch darum, zusammen zu sein und eine stimmungsvolle Atmosphäre zu geniessen.
Trotzdem sorgen die Preise bisweilen für Unmut. Eine vierköpfige Familie muss schnell einmal einen dreistelligen Betrag ausgeben. Ist diese Kritik gerechtfertigt?
Früher habe ich mich auch gefragt, wieso ein Hamburger 16 Franken kostet. Die Menschen meinen schnell, wenn es Festbänke hat, darf es doch nicht so teuer sein. Wer aber in ein Restaurant geht, bezahlt meist noch mehr für das gleiche Essen. Ich wähle nur Standbetreiber mit hochwertigen Produkten aus. Die Qualität ist also mindestens gleich gut, wenn nicht sogar besser als in einem Restaurant. Jedoch sind die Warenkosten und der Aufwand gleich hoch. So gesehen ist das Essen beim Food-Truck-Festival vergleichsweise oftmals günstiger. Hinzu kommt, dass die Besucherinnen und Besucher gratis ein Konzert hören dürfen.
Ein weiterer Kritikpunkt: Viele Menschen wünschen sich kleinere Portionen, damit sie mehr vom Angebot kosten können.
Was halten Sie von dieser Idee?
Ich weise die Standbetreiber darauf hin, dass sie auch Probierportionen anbieten können. Das Problem dabei ist: Die kosten zwar weniger, für den Betreiber ist aber auch der Umsatz tiefer – obwohl sein Aufwand gleich gross ist. Ich empfehle den Besucherinnen und Besuchern deshalb: Bestellt vier oder fünf Menüs und stellt sie auf euren Tisch, sodass alle davon probieren können. So sollten alle zufrieden sein.
Das Thema «Food Waste» beschäftigt die Menschen ebenfalls. Wie sorgen Sie dafür, dass möglichst wenig Lebensmittel verschwendet werden?
Das ist auch für mich ein wichtiger Punkt. Ich arbeite mit dem Verein Restessbar aus Solothurn zusammen. Dieser sammelt Essensreste, welche die Stände nicht verkaufen konnten oder weiterverwenden dürfen, gratis ein. Anschliessend veranstaltet der Verein ein grosses Bankett oder verteilt die Ware an verschiedene Küchen. So landet praktisch kein Essen im Abfall.
Nach welchen Kriterien werden die Food-Trucks ausgewählt?
In Sissach werden 16 Stände stehen. Rund 60 Prozent davon sind regelmässig dabei, beim Rest achte ich darauf, dass hin und wieder etwas Neues dabei ist, das zum Angebot passt. Ich erhalte aber so viele Anmeldungen, dass ich in der glücklichen Lage bin und auswählen darf, wer kommt und wer nicht. Für das diesjährige Food-Truck-Festival hätte ich sogar 80 Plätze vergeben können. Vor allem auch deshalb, weil Sissach ein beliebtes Festival ist und die Betreiber tolle Umsätze erzielen.
Wie wetterabhängig ist der Erfolg?
Sehr. Die Menschen haben keine Lust, draussen zu essen, wenn es regnet. Dann gehen sie lieber ins Restaurant. 2025 war eher eine schwächere Ausgabe, für dieses Jahr bin ich aber sehr zuversichtlich. Laut Prognosen ist es am Wochenende nicht zu kalt und nicht zu heiss, also perfekt für ein Food-Truck-Festival. Ich sage immer, dass 23 Grad ideal wären – da sind wir nahe dran.
Sie erwarten folglich entsprechend viele Besucherinnen und Besucher?
Ja, ich rechne mit rund 5000 Gästen für alle drei Festivaltage. Ich plane das Festival jeweils ein ganzes Jahr, das ist mit viel Aufwand verbunden. Wenn dann das Wetter stimmt und viele Menschen kommen, weiss ich, dass sich die Arbeit gelohnt hat.
Kommen Sie als Chef auch dazu, das Essensangebot zu testen?
Ich betreibe selber einen Stand und werde natürlich mithelfen, damit alles rund läuft. Ich hoffe trotzdem, dass ich die eine oder andere freie Minute haben werde, um durch die Begegnungszone zu gehen. Wenn ich den vollen Platz mit guter Stimmung und tanzenden Menschen sehe, fühlt sich das toll an. Sie sind alle wegen mir hier, das ist nicht selbstverständlich. Wirklich entspannen kann ich aber erst am Sonntagabend, wenn ich weiss, dass das Food-Truck-Festival erfolgreich zu Ende gegangen ist.
Zur Person
kam. Patrick Kohler (36) wohnt in Selzach und ist als selbstständiger Unternehmer im Bereich «Event und Catering» tätig. Mit seiner Firma «Event Sektor» ist Kohler an verschiedenen Anlässen präsent. Seit 2022 organisiert er das Foodtruck-Festival in der Sissacher Begegnungszone. Den gleichen Anlass stellt Kohler vom 4. bis 7. Juni auch in Solothurn auf die Beine.

